Dienstag, 3. Dezember 2019

Rezension: "Liebes Kind" von Romy Hausmann

Man kann an diesem Buch nicht vorbeigehen, so packend sind Cover und Titel! Es ist schneller gekauft, als man seinen Stapel ungelesener Bücher auch nur grob schätzen kann! Gerade die Schlichtheit war es, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat.

Handlung:


Dieser Thriller beginnt, wo andere enden 

Eine fensterlose Hütte im Wald. Lenas Leben und das ihrer zwei Kinder folgt strengen Regeln: Mahlzeiten, Toilettengänge, Lernzeiten werden minutiös eingehalten. Sauerstoff bekommen sie über einen »Zirkulationsapparat«. Der Vater versorgt seine Familie mit Lebensmitteln, er beschützt sie vor den Gefahren der Welt da draußen, er kümmert sich darum, dass seine Kinder immer eine Mutter haben. Doch eines Tages gelingt ihnen die Flucht – und nun geht der Albtraum erst richtig los. Denn vieles deutet darauf hin, dass der Entführer sich zurückholen will, was ihm gehört.
In ihrem emotional schockierenden und zugleich tief berührenden Thriller entrollt Romy Hausmann Stück für Stück das Panorama eines Grauens, das jegliche menschliche Vorstellungskraft übersteigt.

(Quelle Bild und Handlungsinformationen: Amazon)

Mein Eindruck:


Nach den ersten Kapiteln dachte ich enttäuscht: "Was soll denn da noch kommen? Die Autorin hat ja schon auf den ersten Seiten alles verraten und ihr ganzes Pulver verschossen!" Natürlich las ich aber weiter, denn der Schreibstil ist so flüssig und die Figuren sind so lebensnah und glaubwürdig, dass sich allein dafür die Geschichte schon lohnte.

Zum Glück! Denn ich hatte gewaltig falsch gedacht! Die Geschichte war mitnichten auserzählt - sie fuhr in atemberaubendem Tempo zur Hochform auf und dieses Tempo wurde auch bis zum Ende durchgehalten! Natürlich erahnt ein erfahrener Leser irgendwann ein solches oder ähnliches Finale, wie es schließlich präsentiert wird.
Trotzdem blieb die Story spannend: Inhaltlich hervorragend durchkomponiert und sprachlich geschliffen lässt die Handlung niemanden kalt. Die Gefühle der Figuren - vor allem die Trauer des Vaters - sind sehr gut nachvollziehbar geschrieben. An manchen Stellen hat das Buch fast etwas Poetisches, was sich vor allem durch den Aufbau und die Wortwahl ergibt. Thrillerelemente wechseln sich mit großen Emotionen ab und sogar eine kleine Lehre kann der Leser daraus ziehen.

Dieses Buch hat mir ein großes Lesevergnügen bereitet. Die Autorin versteht das Plotten und beherrscht die Sprache. Ihr Sujet ist clever gewählt und mit viel Fingerspitzengefühl verarbeitet.

Ich mochte es außerordentlich und würde ungeprüft ein weiteres Buch der Autorin kaufen.