Montag, 30. November 2020

Rezension des Romans "Liebe mit gemischten Gefühlen" von Mira Stern

Handlung:
Liebe mit gemischten Gefühlen - Cover

Liliane will mit einem Wohnungswechsel neuen Schwung in ihr Leben bringen. Anfangs sieht alles vielversprechend aus; sie ist nicht nur von der bezaubernden Dachwohnung begeistert, auch der geheimnisvolle Vermieter übt eine ungewöhnliche Anziehung auf sie aus. Liliane sieht sich schon am Ziel ihrer Wünsche, doch der Weg zum Herzen dieses Mannes scheint verstellt zu sein. Wie von Geisterhand gelenkt, entzieht er sich, sobald Liliane seine Nähe sucht. Das Hindernis, das ihn von ihr fernhält, schleicht sich sogar in ihre Träume ein und stellt die Liebe der beiden auf eine harte Probe.

Spannend, geheimnisvoll, unvorhersehbar und wortwörtlich traumhaft.

Mein Eindruck:

Auf den ersten Blick handelt es sich um eine locker-flockig erzählte Liebesgeschichte mit humorigen Untertönen: Liliane, Anfang vierzig und unfreiwillig Single, wünscht sich einen Tapetenwechsel über den klassischen Wortsinn hinaus. Nach dem Verlust ihrer Mitarbeiterin entschließt sie sich, nicht nur in ihrer Agentur eine Pause einzulegen, sondern sich auch eine neue Wohnung zu suchen, den vielgerühmten neuen Anfang. Sie verliebt sich Hals über Kopf in den Vermieter ihrer neuen Bleibe, den allerdings ein düsteres Geheimnis umgibt. So weit, so klassisch! In dieser Geschichte steckt aber neben dem gewohnt Romantischen auch eine ganz mächtige Portion Mystik, die magische Momente und sogar ein bisschen Grusel mit sich bringt. Denn die Hindernisse sind in dieser Geschichte von einer ganz anderen Art, als man es gewohnt sein mag...

Ich fand dieses Zusammenspiel aus Romantik und Esoterik wirklich gelungen, es hebt sich tatsächlich vom Mainstream ab, was mir gut gefällt! Auch die Idee, die inneren Monologe in eine neckische kleine Gestalt zu packen, die aufsässig und geschwätzig das Geschehen kommentiert, sprach mich an, weil sie ungewöhnlich ist. Sympathisch war mir außerdem der Beruf der Hauptfigur, die als Fotografin natürlich alle meine Sinne und meine eigenen Leidenschaften ansprach. Die spooky Ereignisse sorgen für Gänsehaut und allerlei zwischenmenschliche Verwicklungen.

Was mir an dem Buch nicht so gefallen hat, war die Hauptfigur selbst: Sie kichert, grinst oder lächelt mir zu häufig und zu mädchenhaft und auch an unpassenden Stellen, sodass sie mir nicht wie eine gestandene Frau ihres Alters erschien, sondern ein bisschen an einen unsicheren Teenager erinnerte. Auch der Angebetete ließ mich seltsam kalt: Zwar weiß ich nun um sein Geheimnis und kann nun sein zögerliches, sogar abweisendes Verhalten besser nachvollziehen, aber irgendwie bewegte er sich immer zu sehr zwischen den beiden Aspekten Rätselhafter Fremder und Komischer Kauz, um mich wirklich zu flashen.

Sprachlich hat Mira Stern ihren Plot zumeist im Griff, doch hin und wieder mogeln sich ein paar unglücklich platzierte Formulierungen dazwischen. Ich denke, diese kleinen erzählerischen Ungeschicklichkeiten fallen aber nicht stark ins Gewicht, wenn man sich einfach an einer nicht ganz alltäglichen Lovestory erfreuen möchte und das kritisch-analytische Auge in die Pause schickt. Man kann sie auch einfach genießen, diese schöne Liebesgeschichte für alle Romantikfans mit Lust auf ungewöhnliche Zwischentöne!

Fazit:

Das Buch entfaltet eine Magie, die über den metaphorischen Zauber einer frischen Liebe hinausgeht und wörtlich zu nehmen ist. Eine spannende Idee, fantasiereich umgesetzt und sicherlich für viele Romantikliebhaberinnen, die mehr als das Klischee wollen, eine gefällige Lektüre!

Das Buch wurde mir von der Autorin zur Verfügung gestellt, wofür ich von ganzem Herzen danke. Meine Meinung hat das nicht beeinflusst.

Quelle: Cover und Handlung