Freitag, 1. April 2022

Gelesene Bücher im März 2022

In einer kurzen und knackigen Übersicht stelle ich euch alle Bücher vor, die ich mir im letzten Monat zu Gemüte geführt habe. Ich beschreibe in ein, zwei Sätzen, worum es in dem Buch jeweils geht und erkläre und begründe, wie mir die Lektüre gefallen hat.

Meine Romane im März 2022:

 

Coco Chanel / Paul Morand:

"Die Kunst, Chanel zu sein. Coco Chanel erzählt ihr Leben"

Recht extravagante Biografie einer bemerkenswert eigensinnigen Frau und Künstlerin. Ich habe extrem viel Neues entdecken und viel lernen können, brauchte aber zeitweise ein Wörterbuch, um dem großzügigen Einsatz etlicher Fremdwörter Herrin zu werden. Über manche Passagen kann man auch lange nachdenken. Anspruchsvoll und herausfordernd.

Lori Gottlieb:

"Vielleicht solltest du mal mit jemandem darüber reden"

Eine Psychotherapeutin erzählt von ihren Fällen und ihrer eigenen Therapie. Berührend, informativ, witzig, traurig, unterhaltsam. Viel Fachwissen, das geschickt in eine tolle Geschichte verpackt wurde. Ein Goldstück!

Joy Fielding:

"Herzstoß"

Marcy glaubt, in Irland auf ihre Tochter gestoßen zu sein, die sich vor zwei Jahren das Leben genommen haben soll, deren Leiche aber nie gefunden wurde. Eine abenteuerliche Suche beginnt ...

Der Plot ist arg konstruiert, aber ein Pageturner bleibt es trotzdem, die etwas haarsträubende Story und die Logiklöcher tun dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Mit der Hauptfigur und deren Handlungen konnte ich nicht wirklich warm werden, trotzdem fühlte ich mich gut unterhalten.

Liv Jansen:

"Zornröschen"

Drei obdachlose Frauen nehmen Rache an denen, die sie in diese Lage gebracht haben. Auch hier gibt es Logiklächer und nicht alle Protagonisten sind wirklich sympathisch. Trotzdem witzig und unterhaltsam. Ein bisschen - siehe Titel - märchenhaft anmutend und deshalb nicht sehr realistisch. Wer leichte Leküre und Vergeltungsgeschichten mag, ist hiermit super bedient.

Susanna Leonard:

"Madame Curie und die Kraft zu träumen"

Marie Curies Leben, erst etwas schleppend und langatmig erzählt, später wird es reichlich spannend. Sehr tief, gut und detailverliebt recherchiert. Eins dieser Bücher, die Unterhaltung und Bildung gekonnt miteinander verbinden. Mich animierte das Buch zu neuerlicher eigener Recherche, nicht nur über das Ehepaar Curie, sondern auch über die geheimnisvolle und gefährliche Strahlung, die auch derzeit wieder vielen von uns große Sorgen bereitet.

Anne Catherine Bomann:

"Agathe"

Ein kleines aber feines Büchlein über einen Therapeuten kurz vor dem Ruhestand, der unter Einsamkeit, Sinnlosigkeit und dem Alter leidet und das Leben selbst kaum besser im Griff hat als seine Patienten. Steckt voller zarter zwischenmenschlicher Momente und tiefsinniger Gedanken, über die nachzuzudenken sich lohnt.

Katherine Dion:

"Die Angehörigen"

Großartig erzählter Roman über den Tod und Verluste, das Leben und dessen Gestaltung, Ehepaare und Freundschaften, Eltern und Kinder, Träume und Realitäten. Gene, ein alter Mann, blickt nach dem Tod seiner Frau auf das gemeinsam verbrachte Leben zurück und erlebt so manch berührenden, zuweilen sogar schockierenden Moment. Er zieht damit auch hinsichtlich seiner eigenen Erfahrungswelt Bilanz. Gleichzeitig versucht er, das Leben nun allein zu bewältigen, was manchmal rührend, manchmal traurig und manchmal komisch ist - nicht selten alles zugleich. 

Ein Gefühlsgewitter in klarer Sprache und mit vielen Botschaften, das großen Lesegenuss bietet. Man kann es nicht mehr aus der Hand legen. Realistisch, emotional, kein bisschen sentimental. Großes Kino!

Meine Sach- und Fachbücher im März 2022:

Marie Kondo:

"Magic Cleaning"

Dieses Buch habe ich schon etliche Male gelesen und diesmal erbte ich zufällig wieder ein Exemplar und dachte, ich frische die Lektüre nochmal auf, weil ich mich seit geraumer Zeit auch ausführlich mit dem Thema Minimalismus beschäftige. Ausmisten, aufräumen und das richtige Verstauen sind hier die Inhalte und obwohl ich Frau Kondo durchaus gern via Ferndiagnose eine kleine Neurose attestieren würde, liest sich das Buch so weg und es sind einige gute Tipps drin, vor allem für Menschen, für die solche Themen Neuland sind, weil sie bei Null anfangen. Alle anderen wissen ja: Behalten darfst du nur, was dir Freude macht! 😀

Michael Petersen:

"Perspektiven bei Autismus. Ursachen und Lösungsansätze bei Autismus-Spektrum-Störungen"

Obwohl der Autor eine ganze Menge Informationen zu unterschiedlichen Themen auffährt, scheint mir das Thema verfehlt, denn der Schwerpunkt dieses schmalen Bändchens liegt eindeutig bei ganzheitlicher Naturheilkunde mit ihren verschiedenen Ausprägungen, nicht aber bei Autismus. Nicht nützlich für die Praxis.

Ellen Notbohm / Veronica Zysk:

"1001 Ideen für den Alltag mit autistischen Kindern und Jugendlichen"

Supertolles, hilfreiches, vielseitiges Buch, das ganz viele Themengebiete umfasst. Es geht sowohl in die Breite, weil es übersichtlich eine Vielzahl an Aspekten zum Thema beleuchtet, als auch in die Tiefe, weil es Hintergründe ausführlich erklärt. Zudem gibt es jede Menge praktisch umsetzbarer Übungen und Tipps, die sofort nutzbar sind, zumeist mit wenig Aufwand. Der Blickwinkel eines autistischen Menschen schaut bei der Lektüre immer mit über die Schulter, was für den Umgang sensiblisiert. Für meine Arbeit eine unschätzbare Hilfe!

Das war meine Lektüre im März 2022. Ich hoffe, ihr findet einige Anregungen für euch und wenn das der Fall ist, dann lasst es mich gern wissen. Umgekehrt freue ich mich auch über Buchempfehlungen, vor allem bei solchen Werken, die euch so richtig umgehauen, fasziniert und gefesselt haben! Wie ein Trüffelschweinchen bin ich immer auf der Suche nach literischen Leckerbissen, die mich quasi an das Sofa fesseln und jegliche sonstige Bedürfnisse gleich welcher Art völlig ausschalten!

Bildquelle: Pixabay