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Dienstag, 31. August 2021

Lavendel - der Tausendsassa unter den Aromaölen

Manche Menschen sind kein Freund von Lavendel, manchmal wird ihm sogar ein muffiges, altjüngferliches Odeur nachgesagt. Riecht nach oller Omma, igitt, heißt es zuweilen. Nach dem Spitzentaschentuch, mit dem akribisch die eisverschmierten Mundwinkel mit ein bisschen beherzt aufgetragener Spucke saubergetupft wurden. Oder nach der kratzigen wollenen Stola, die am Ende keiner erben wollte! 

Nicht ganz zu Unrecht, denn schon seit etlichen Generationen nutzt vor allem die weibliche Spezies das vielfältige Vermögen jenes Krauts in Sachen Heilung, Beruhigung und Gesundwerdung. Die "Kräuterhexen" aller Zeiten wissen schon sehr lange um die magische Wirkung des provenzalischen Kräutleins, das viel Gutes für uns im Gepäck hat.

Denn jene, die seinen spritzigen Geruch mögen und nutzen, profitieren in vielerlei Hinsicht davon! Inzwischen sind diese vielfältigen Wirkungen auch in wissenschaftlichen Studien häufig bestätigt worden und sie verhelfen Omas alter Stola und dem Spitzentaschentuch (ohne Spucke) zu neuem Glanz.

In meinem Fall ist das auch der Fall! Das Lieblingsparfüm meiner Oma enthielt eindeutig Lavendel und so kann ich mir, wenn mir danach ist, einen Hauch meiner vor Jahren verstorbenen Großmutter zurückzaubern, natürlich verbunden mit ihrer Herzenswärme, Klugheit und der Liebe, die sie mir unermüdlich zeigte.

Was kann Lavendel?

Der Echte Lavendel (und nur dieser!) wirkt beruhigend, ausgleichend, harmonisierend und angstlösend. Er kann uns vor einer Prüfung oder in einer anderen Situation, die uns nervös macht, nervlich runterfahren und sogar Schlafstörungen entgegenwirken. Innere Unruhe, Angespanntheit und Gereiztheit verringern sich und sogar depressive Verstimmungen können eine Linderung erfahren.

(Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir hilft allein das Bewusstsein, dass ich in seelischen und pschischen "Notfallmomenten" eine Möglichkeit habe, um meinen Gefühlen entgegenzuwirken, um schwierige Situationen besser in den Griff zu bekommen.)

Lavendel bringt außerdem eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung mit und stört Insekten und Motten. Er kann innerlich (Tabletten oder Kapseln, Tee) und äußerlich angewendet werden.

Für die positive Wirkung sind Ätherische Öle, Kumarine, Gerbstoffe, Flavonoide verantwortlich. Sie werden in einem aufwändigen Prozess aus den winzigen lila Blüten gewonnen, entfalten aber nur ihre volle Wirkung, wenn dies auf sanfte und natürliche Weise geschieht (weshalb von Ölen ohne Zertifikat oder mit künstlichen Zusätzen unbedingt Abstand genommen werden muss).

Wie kann er verwendet werden?

Heute zeige ich euch meine vielfältigen Nutzungsformen, mit denen ich mir das duftige Kraut zueigen mache. Es begleitet mich quasi durch den Tag und vor allem durch die Nacht.

Nach der Ernte aus Schwiegermutters Garten trockne ich den Lavendel in kleinen Sträußchen. Die getrockneten Blüten können dann in ein Taschentuch gewickelt oder in ein Baumwollsäckchen eingenäht werden. Das große Säckchen liegt auf meinem Nachttisch und schenkt mir erholsame nächtliche Stunden. Das kleine Säckchen wartet im Kleiderschrank auf Motten (nicht, dass ich je welche gehabt hätte!) und verbreitet dort seinen angenehmen Duft. (Oder man kann es mitnehmen, wenn man zwischendurch daran schnuppern möchte.)

Das Schlafspray ist aus zwanzig Tropfen Lavendelöl, Wasser und einem halben Schnapsglas Wodka fabriziert. Es kann einfach aufs Kissen oder in den Raum gesprüht werden. Die Pumpflaschen bekommt man in der Drogerie oder im Internet für kleines Geld.

Ich nutze meine Aromaöle (nicht im Bild) auch im Wohnzimmer und im Atelier ganz klassisch in der Duftlampe. Manchmal, vor allem nach harten Tagen oder heftigen Erlebnissen, ist Lavendel der passende Seelenstreichler.

Eine neutrale Hautcreme (nicht im Bild) oder ein duftfreies Körperöl kann mit ein paar Tropfen Lavendelessenz versehen und bei Bedarf auf Stirn, Schläfen und Handgelenke aufgetragen werden.

Abends eine Tasse Tee mit einer Mischung, die Lavendel enthält, ist auch stets eine gute Idee. Der Handel hält eine vielfältige Auswahl bereit: Einfach mal die Inhaltsstoffe durchlesen und nach Lust und Laune auswählen. 

Und schließlich ist Lavendel auch immer wieder eine wichtige Komponente für meine selbst hergestellten Seifen, die freilich auch täglich genutzt werden.

Wie funktioniert es?

Lavendel beeinflusst die Nervenrezeptoren im Körper und sorgt dafür, dass weniger Stresshormone ausgeschüttet werden.Stattdessen kommt mehr Serotonin - das Glückshormon - zum Zug. Die Stimmung hellt sich auf, das Nervensystem beruhigt sich, der ganze Organismus findet die Möglichkeit einer Auszeit und Erholung.

Achtung: Schwangere und Stillende sollten sich bei der Nutzung mit ihrem Arzt abstimmen. Für kleine Kinder und Säuglinge ist Lavendelöl nicht geeignet.

Tausendsassa

Ihr seht, Lavendel ist in vielerlei Hinsicht super nützlich und auf verschiedene Arten nutzbar. Es lohnt sich, es mal auszuprobieren und im besten Fall für den Notfall vielleicht sogar ein kleines Säckchen oder die Creme immer dabei zu haben! 

Ich staune immer wieder über die Hilfe, die die Schöpfung uns mit ihren Kreationen zuteil werden lässt und sage an dieser Stelle einmal innigst: Danke, Mutter Erde, für den hübschen, fröhlich blühenden, wohlduftenden Lavendel, der auch noch in meiner Herzensfarbe leuchtet und so viel für mich tut!

 



Mittwoch, 18. August 2021

Reiki und ich: Wie ich die Verbindung zur Schöpfung fand

Ich tue es jeden Tag, oft sogar mehrmals. Ich tue es im Liegen, im Stehen und im Sitzen. Ich tue es im Bett, auf dem Sofa, auf dem Meditationskissen, beim Spazierengehen, im Auto, in der Badewanne. Ich tue es mal kurz und mal richtig lang, bis sich Wohlbehagen und Tiefenentspannung in mir ausbreiten, meine Beine sich schwerelos anfühlen, innere bunte Bilder vor meinem geistigen Auge sich entfalten und mein Körper einen tiefen Seufzer ausstößt.

Die Rede ist von ... Nicht, was ihr jetzt denkt! 😀

Die Rede ist von Reiki!

Neulich habe ich mich bei der wundervollen Reiki-Meisterin Ilona Olenberg in den ersten Reiki-Grad einweihen lassen und praktiziere diese auf Mikao Usui zurückgehende traditionelle japanische Heilkunst durch Handauflegen nun mit Hingabe und Begeisterung. Meine erstaunlichen Erfahrungen möchte ich teilen, um dieser simplen Entspannungs- und Heilmethode eine weitere Stimme zu verleihen, die sie in meinen Augen zweifelsohne verdient hat.

Meine Ausgangsbasis:

Mit fernöstlichen Glaubens- und Heilkonzepten bin ich schon sehr lange vertraut. Vor etlichen Jahren erhielt ich eine ausführliche Einführung in die Geheimnisse des Kriya-Yoga und den Hinduismus, der mir als Glaubensanschauung unter allen Religionen wohl am nächsten steht, obwohl mein Glaube sich "ungebunden" und frei entfaltet, jenseits aller üblichen Konzepte. Ich praktiziere regelmäßig Yoga (allerdings inzwischen andere Versionen) und meditiere regelmäßig. TCM und Ayurveda sind quasi alte, lang vertraute Freunde, weswegen mir das "Ki" - die Lebensenergie, als "Chi" oder "Prana" immer mal wieder untergekommen war. 

Bei Reiki hingegen war ich skeptisch: 

Sollte so etwas Einfaches tatsächlich funktionieren? Etwas, das keiner Anstrengung und Disziplin bedurfte, das sich sozusagen "von selbst" ergab, sofort wirksam war und jederzeit und überall leicht umgesetzt werden konnte? Es erschien mir fast zu unglaublich, aber ich ging offen in das Seminar hinein: wohlwollend gespannt auf das, was sich tun würde - oder eben auch nicht. 

Beides wäre okay gewesen. Ich war bereit für Entwicklungen und neugierig auf neue Erfahrungen. Ich wäre nicht enttäuscht gewesen, wenn sich nachher herausgestellt hätte, dass es, wie viele Menschen meinen, "ja sowieso nicht funktioniert". Nicht jede Heilmethode passt zu jedem Menschen. Aber es zeigte sich, dass Reiki und ich ganz einmalig miteinander funktionieren und schnell zu besten Freunden wurden!

Meine Meisterin fand ich intuitiv: Ich suchte im Netz und blieb eben auf der Internetseite hängen, die mich am meisten ansprach und deren Foto etwas in mir auslöste, mich berührte. 

Ilona nimmt ihre Verantwortung sehr ernst: Erst nach einem Kennenlerngespräch, bei dem man checken kann, ob die Chemie stimmt, kommt es zu einer Terminabsprache. Ich bin sehr froh, dass ich sie mit ihrer einfühlsamen Art und ihrem großen Wissen gefunden habe! 

Sicherlich kein Zufall!

Meine Einweihung:

Die Einweihung war vielseitig, abwechslungsreich, spannend und interessant! Neben reichlich theoretischen Fakten und die geschichtliche Entwicklung wurde auch über die wichtigen Reiki-Lebensregeln gesprochen (über die es explizit noch einen eigenen Blogartikel geben wird), und es kamen eigene, persönliche Themen zur Sprache, welche die Aktivitäten als Reiki-Kanal möglicherweise blockieren oder beeinflussen. 

In dieser Hinsicht wirkt die Ausbildung fast wie ein Coaching oder eine Therapie zur Selbstentwicklung, was auf der einen Seite natürlich positiv zu werten ist, auf der anderen aber auch verdrängte Schatten ans Tageslicht befördern kann, die zunächst zu bearbeiten sind. Dafür muss man bereit sein, es bedeutet Arbeit und ist nicht immer angenehm. Aber aus ganzheitlicher Sicht ist dieses Schürfen im Schlamm wortwörtlich Gold wert und fördert einige kostbare Nuggets zutage!

Bei mir sorgte diese Klärung für tiefe Reflektionen meiner gegenwärtigen Lebensgestaltung und auch im Hinblick auf die Vergangenheit. Alte Wunden kämpften sich ans Licht, die nun genau betrachtet werden wollten. Bedrängend oder verunsichernd war das nicht. Eher eine Art Weckruf mit dem Hinweis, dass der richtige Zeitpunkt für mich gekommen ist, um ein paar grundlegende Dinge völlig über den Haufen zu werfen und Einiges neu zu gestalten. (Passend dazu befinde ich mich derzeit auf mehreren Ebenen in einem radikalen Wandel und kann dafür eine extra Unterstützung sicherlich gut gebrauchen. Auch das - bestimmt kein Zufall!)

Neben den ausführlichen Gesprächen und der Vermittlung des theoretischen Wissens steht bei einer solchen Ausbildung natürlich viel Praxis auf dem Plan: Die Eigenbehandlung, einmal komplett von oben bis unten und von vorn bis hinten. Danach die Ganzbehandlung einer anderen Person, was erstmal ungewöhnlich ist, sind wir doch eine Gesellschaft, in der Berührungen, noch dazu von Fremden, alles andere als trendy sind. Wo und wie sind die Griffe vorzunehmen? Was ist dabei zu tun? Wie habe ich mich vorzubereiten und was ist danach angebracht? Was ist tabu? Schnell fühlt es sich aber auch alles nicht mehr seltsam an, man macht einfach und beobachtet interessiert, was sich daraus ergibt.

Und es ergab sich viel! Vor allem während der vier Einweihungen, die zwar überhaupt nicht spektakulär wirkten, aber umso mehr Fantasie auf den Plan riefen: So sah ich vor den geschlossenen Augen exploderend blühende Blumenwiesen und mein Hirn hatte allerlei zu tun. Schwerer war es, sich auf das Gefühl in den Händen zu konzentrieren: Was fühlt man da gerade eigentlich und was hat es zu sagen? Ich beschloss bald, mich meiner Intuition zu überlassen. Und es lief, als hätte ich nie etwas Anderes getan. Ich agierte intuitiv und brauchte auch bald schon keine Anleitung der Übungsfolge mehr, kreiere heute vielmehr meine eigene aus dem, was ich lernte und lerne und aus dem, was ich selbst hineinbringe.

Das Seminar empfand ich als hochinteressant und lehrreich, aber auch körperlich, mental und energetisch anstrengend. Kein Wunder, ist man ja auch immer gefordert und hat viel Neues zu verarbeiten. Für mich Wissens-Junkie genau das Richtige, um dazuzulernen!

Meine Reiki-Praxis:

Ich praktiziere regelmäßig Reiki, bei anderen Menschen, aber vor allem bei mir selbst. Allem voran und jenseits jeder spirituellen Betrachtung ist Reiki in jedem Fall eine supersimple Entspannungsmethode, die jederzeit und überall anwendbar ist und sofort das Nervensystem runterfährt. Es ist außerdem eine Möglichkeit, mit sich selbst in Kontakt zu kommen, kleine Auszeiten durchzusetzen, die Gedanken runterzufahren, sich selbst liebevolle Fürsorge angedeihen zu lassen. Als Ergänzung zu schulmedizinischen und naturheilkundlichen Methoden, aber auch in Verbindung mit Coaching und Therapie ist Reiki ein toller Weg zu Selbsterkenntnis, innerer Balance und persönlichem Wachstum. Nicht zuletzt: Verbindung! Reiki ist auch und vor allem Liebe, zu den Menschen, zur Welt, zur Schöpfung!

Es versorgt mit Kraft und Energie. Es stärkt das Selbstvertrauen und die Verbindung mit dem Göttlichen, sodass man sich geborgen, beschützt und gut aufgehoben fühlt. Es öffnet Gefühle, vor allem die der Liebe und Harmonie, und löst innerliche Verkrustungen und Verbitterungen. Gut, das will vielleicht nicht jeder, weil Mauern und Panzer solcherart auch schützen. Mich hat die Reiki-Praxis in den letzten Wochen noch sensibler und feinfühliger gemacht. Man mag das bedenklich finden für einen Menschen, der durch seine Hochsensibilität eh schon mit weit offenen Reizfiltern sozusagen schutzlos durchs Leben rennt. Aber gleichzeitig zu dieser Emotionsöffnung gibt Reiki mir auch das Gefühl, besser gegen alles, was an mich herangetragen wird, geschützt zu sein. Es ist Herzöffner und schützende Armee zugleich.

Inzwischen experimentiere ich auch selbst: Ich verbinde zum Beispiel die mir bekannten Yoga- und Meditationstechniken mit Reiki. Ich nutze Heilsteine und Aromaöle dazu. Ich vertiefe mein Wissen mit entsprechender Lektüre und Ausprobieren. Ich befinde mich also auf einem spannenden Weg, auf dem ich jeden Tag dazulerne und neue Erfahrungen machen darf. 

Dinge verändern sich: meine Reaktion auf bestimmte Ereignisse, die früher gewisse Muster losgetreten haben und heute intensiver und anders durchdacht werden. Meine Selbstfürsorge, einst ein nebenbei praktiziertes Anhängsel, nun die wichtigste Ausgangsbasis allen Erlebens. Meine Wahrnehmung und mein Körpergefühl - so entdecken meine Sinne das Dasein um mich herum auf eine eigentümlich tiefere Weise und mein Körper erinnert sich an meine einstige Sportbegeisterung in der Jugend und berichtet leise von dem Wunsch nach einer Reaktivierung. Kleine Wunden verschwinden schneller, die stets kalten Hände bleiben wohlig warm, der Leib befindet sich spürbar in einer wohltuenden Bewegung, die Natur empfängt und nimmt mich auf als einen Teil von sich selbst, ganz selbstverständlich, als sei es nie anders gewesen.

Es gibt tausend kleine und ein paar große Dinge, die sich verändern, wenn man Reiki für sich entdeckt und mit dem Herzen bei der Sache ist!

Meine Verbindung zur Schöpfung habe ich noch nie so intensiv und stabil empfunden wie es seit der Einweihung der Fall ist. Mag es Humbug sein oder Einbildung, Placebo oder Spinnerei: Energien sind real. Sie sind spürbar und nutzbar und jeder, der sie für sich zu entdecken vermag, ist ein Glückspilz!

Leben nach den Reiki-Regeln:

Reiki ist kein Allheilmittel und keine Zauberei. Es heilt keine Wunden und Krankheiten einfach mal eben so oder auf Knopfdruck, schon gar nicht, wenn diese schon seit Jahren oder Jahrzehnten bestehen oder Stellvertreter für ein psychisches (verdrängtes) Leiden sind. 

Reiki ist ein ganzheitliches Lebenskonzept und wenn man sich darauf voll und ganz einlässt und ein bisschen Geduld hat, dann kann es tatsächlich die Wunder bewirken, die Skeptiker und Kritiker gern mal in Frage stellen. Aber mit ein bisschen Hände auflegen ist es eben nicht getan: Wer "heil" und "ganz" werden will, wer innerlich in Balance und sich äußerlich ein erfülltes Leben gestalten will, der tut gut daran, die Regeln im Alltag so gut wie möglich zu erfüllen. 

Das gelingt nicht immer, aber allein das Streben danach hat nachhaltigen Effekt. Seitdem ich Reiki kennengelernt habe, fliegen mir auch andere Methoden, Theorien und Konzepte zu, die mich interessieren und meinen Horizont erweitern. Die Grundlage, sie überhaupt als solche zu erkennen, ist ein tiefsinniger, spiritueller Lebensstil, den modernen Erwartungen zum Trotz, den ich inzwischen in den Mittelpunkt all meines Tuns, Denkens und Fühlens gestellt habe.

Danke.

Ich danke Ilona von Herzen, dass sie mich in Reiki eingeweiht hat. Ich danke den Vorreitern und allen Reiki-Praktizierenden, dass sie diese Kunst wahren, verbreiten und pflegen. Ich danke dem Leben, dass es mir Reiki geschenkt hat.

Mögt ihr alle für euch ein ähnlich kostbares Lebensgeschenk entdecken und für euch nutzen! Möge die Welt dadurch ein bisschen heiler, friedlicher und harmonischer werden, weiß Gott, das haben wir alle nötig und unsere Mutter Erde noch viel mehr!

Wenn Fragen sind, immer her damit! Vielleicht ergibt sich ein erhellender Austausch? Überhaupt freue ich mich auch über Nachrichten von anderen ReikianerInnen, im Sinne einer Vernetzung. 

Nur Mut! 

Bildquelle: pixabay






Mittwoch, 4. November 2020

Die Krisen spitzen sich zu - Überleben in einer absurden Welt

Ich äußere mich öffentlich kaum je politisch und dass, obwohl ich doch etliche Jahre lang intensive politische Arbeit geleistet habe, die weit bis in die Erfahrungswelt des niedersächsischen Landtags hineinreichte. Zudem bin ich Soziologin, habe die Gesellschaft und ihre Entwicklungen studiert und beobachte das Weltgeschehen daher auch immer mit einem distanzierten, wissenschaftlichen Auge - und zunehmend mit großen Befürchtungen. 

Trotzdem hielt ich mich bislang zurück, was Äußerungen zu politischen und gesellschaftlichen Themen anging, weil ich mit meinem Blog einen Rückzugsort schaffen wollte, in dem eben nicht diese Themen im Fokus standen, sondern das, was unser Leben schöner und besser macht.

In letzter Zeit jedoch bemerke ich zunehmend Veränderungen im Außen, die auch mein Inneres nachhaltig erschüttern und ich habe mich dazu entschieden, die bewusst ausgelassenen Themen wieder aufzugreifen. Ich empfinde Angst und Mutlosigkeit, die sowohl meine eigenen Emotionen, als auch die meiner Mitmenschen sind, welche sich in meiner Seele spiegeln und sich mir aufdrängen, ob ich will oder nicht. Ich schlafe nachts nicht mehr gut und kann mich schlecht konzentrieren. Im Grunde zeige ich viele Anzeichen einer Überlastung, obwohl meine persönliche Situation diesen empfundenen Stress nur in Teilen rechtfertigt. 

Lasst mich deshalb ein paar Worte formulieren, die mir im Alltag durch den Kopf gehen. Es sind Gedanken, die mich quälen und belasten, aber aus ihnen entstehen auch solche, die mich trösten, mir Hoffnung geben und mich wieder ein Stück weit zuversichtlicher in die Zukunft blicken lassen.

Vielleicht dienen sie euch auch dazu, euch getröstet, verstanden und zumindest nicht mehr so allein mit euren Kopfgeistern zu fühlen. 

Völlige Reizüberflutung und Überfordung? Missmut, Wut, Angst?

In diesen Tagen traut man sich kaum, den Fernseher anzuschalten. Anschläge in Frankreich und in Wien, in denen wieder Unschuldige ihr Leben lassen, weil die Seuche des Terrors erneut um sich greift. Das Kopf-an-Kopf-Rennen der Präsidentenwahl zwischen dem gefährlichen Hohlkopf Donald Trump und seinem Herausforderer Joe Biden, der - egal, wie er ausgeht - Katastrophen nach sich ziehen kann. Die Corona-Krise mit all ihren Auswirkungen: Kranke, Tote, ein möglicherweise bald überlastetes Gesundheitssystem, eine überforderte Politik, Existenzeinbrüche, die Leugner und Schwurbler, die Unfrieden stiften und die Maßnahmen boykottieren, eine ungewisse Zukunft, Lockdown light, ungeschützte LehrerInnen und SchülerInnen an den Schulen dieses Landes und allerorten viel Ratlosigkeit und Furcht. 

Dazu all die Probleme gesellschaftlicher Art, die wir ja auch vorher schon hatten, wie beispielsweise die himmelschreiende soziale Ungerechtigkeit, die immer weiter zunimmt und der Klimawandel, der das Potenzial hat, nicht nur unsere Spezies, sondern den ganzen Planeten auszulöschen. Und die persönlichen Sorgen und Nöte, die in unserer überkomplexen, unsicheren und unüberschaubaren Welt auch nicht kleiner werden.

Die Nachrichten gleichen einem Horrorfilm mit schlechtem, weil überladenem Plot und inzwischen stellen sich mir die Nackenhaare auf, sobald ich eine der bekannten Nachrichtensprecherstimmen vernehme und ich denke beinahe automatisch: "Was für eine neue Hiobsbotschaft haben sie heute im Gepäck?"

In einer solchen Zeit scheint es schwer möglich, Gelassenheit oder sogar ein bisschen Glück zu finden, weil ein wilder, unangenehmer Gefühlsmix alles überschattet und die Probleme welche sind, auf die man selbst nicht einen winzigen Fitzel Einfluss hat. 

Ohnmacht also, ein schlimmes Gefühl!

Die Wahrheit ist: Unsere Welt ist am Arsch! Und wir sind es mit ihr! Viele Menschen spüren das in diesen Tagen deutlich wie nie und es sieht nicht danach aus, als würde sich die Lage in der nächsten Zeit verbessern. Also, was tun?

No coaching today, sorry.

Heute habe ich keine Coachingtipps für euch. Ein paar Ideen etwa gegen herbstlich-saisonales Unwohlsein zu posten wäre, wie ein Pflaster auf einen Körper zu kleben, der mit zig Messerstichen drangsaliert wurde: Bemüht zwar, aber ein bisschen lächerlich. Ihr müsst euren Weg durch das Dickicht unserer ungemütlichen Zeit also leider selbst finden. 

Aber ich kann euch sagen, was ICH tue, im Rahmen meiner wirklich beschränkten Möglichkeiten, damit es mir besser geht. Vielleicht habt ihr ja ähnliche - oder ganz andere - Gedanken?

Ich lasse zu, dass mein Weltgefüge erschüttert wird und ziehe meine Lehren daraus. (Als Wendekind kenne ich das ja schon. Ich habe schonmal erlebt, dass kein Stein auf dem anderen blieb und meine Welt, wie ich sie kannte, plötzlich nicht mehr existierte.)

In einer Welt, in der die alten Normen und Regeln nicht mehr gelten, in einer Welt, die die Vernunft hinter sich gelassen hat, wäre es idiotisch, sich selbst noch einem überholten Kodex zu verpflichten, der sowieso Makulatur ist! Bis gestern waren Selbstoptimierung, Erfolgsstreben, Ellbogendenken unsere Götzen. Es galt etwas zu erreichen! Höher, schneller, weiter! Niemals verschnaufen, denn das gilt als faul, sich immer weiterentwickeln, besser werden, mehr leisten, mehr dienen und mehr VERdienen, sich stärker verbiegen, um - Ja, warum eigentlich? 

War das nicht ein irrer Alltag, in dem man seine eigene Stimme nicht vernahm, weil alle um einen herum zu laut waren? In dem man die eigenen Bedürfnisse und Grenzen ignorierte, bis man zusammenbrach? Für einen Job, für ein bescheidenes Einkommen, für Prestige und Status, für Konsum - Ja, wofür eigentlich?

Dieses Hamsterrad habe ich - wie viele - zunächst erzwungenermaßen, dann freiwillig verlassen und ich verspüre keinerlei Lust, es wieder zu betreten. Neulich noch versuchte ich über Gebühr, mich anzupassen, allen und allem gerecht zu werden, meinen mir angedachten Platz in der Gesellschaft pflichtbewusst und PERFEKT auszufüllen. Wie viele Menschen sehnte ich mich nach Anerkennung, die nie kam. Wie viele Menschen nahm ich mir kaum je Zeit, die Dinge zu überdenken oder mich zu fragen, worum es in meinem Leben eigentlich wirklich gehen soll. Wie viele Menschen lieferte ich, ohne zu hinterfragen, und begriff erst spät, dass ich auf völlig falschen Pfaden unterwegs war. Dass ich mich von Ängsten und oberflächlichen Wünschen treiben ließ und mich selbst dabei aus den Augen verlor. Dass meine Antreiber von außen kamen und meinen eigenen echten Sehnsüchten nicht mal im Ansatz entsprachen!

Diese Zeiten empfinde ich als vorbei. Sie werden nicht zurückkehren, wenn Corona vorüber ist und auch die anderen Krisenherde sich beruhigen. Jedenfalls für mich nicht! Im Grunde ist mein Wunsch, mein Leben mit Tätigkeiten zu verbringen, die mich erfüllen, die ich gut kann, die etwas Gutes in die Welt tragen. Ich möchte mit Leidenschaft und Überzeugung tätig sein. Ich möchte meine Aufgaben sorgfältig, in Ruhe und mit Liebe erledigen. Wenn mich etwas berührt, schenke ich ihm meine ganze Kraft, meine volle Aufmerksamkeit und mein gesamtes Potpourri an wunderbaren Fähigkeiten! Unter den gewohnten Arbeitsbedingungen ist das bislang schwer bis gar nicht möglich gewesen, da wird sich Einiges ändern müssen. Zum Glück, darauf vertraue ich, wird früher oder später auch das starrste und widerspenstigste aller Systeme zu Veränderungen gezwungen, wenn es sich selbst überlebt hat. 

Ich weiß jetzt, wer ich bin, was ich kann, was ich will, denn ich hatte viel Zeit, um nachzudenken.  

Und ich möchte nicht mehr perfekt sein müssen, kein perfektes Leben mehr führen müssen. Ohne Scham und Schuld will ich alles an mir anerkennen, was da ist, Fehler machen, Schwäche zeigen, irren, fallen, aufstehen und es neu versuchen. Die Welt ist ja auch nicht perfekt, wie sie wohl bewiesen hat! Woher nähme sie die Arroganz, dies von mir zu verlangen? 

Ich nehme mir die Freiheit heraus, die Dinge neu und anders zu bewerten.

Denn auch die eigene innere Einstellung spielt eine große Rolle! 

Die Götter von gestern entlarven sich selbst als Gespenster, deren Spuk nicht mehr wirkt: Es braucht kein Schulterklopfen von außen, es braucht lediglich die eigene innere Überzeugung, das Richtige zu tun! Es braucht innere Unabhängigkeit und den Mut, den alten Göttern nicht mehr zu huldigen! Es braucht neue, frische Ideen und andere Wege. 

Die „alten“ Werte lagen mir nie, ich war für diese Welt der aufgepimpten Egos immer schon zu sensibel. Aber welche Werte bleiben, wenn die hochgehaltenen Flaggen der Vergangenheit im Wind nur noch müde wedeln? 

Menschlichkeit, Mitgefühl, eine unbedingte Verpflichtung zur Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit – all diese Werte, die in der elitären Welt voller gegeneinander kämpfenden Individuen belächelt und verächtlich in die Ecke des Versagens geschoben wurden. Jetzt sind sie wichtiger denn je! Daran sollten wir immer denken, wenn wir schimpfen, jammern, Neid, Groll oder Wut empfinden, unter dem Spaltenden und Trennenden leiden, die Abgründe zwischen uns und anderen bewusst vergrößern. 

Wir alle haben es ein Stück weit selbst in der Hand, mutig unserem echten Weg zu folgen oder ihn zu verweigern. Und wir selbst können entscheiden, wie wir der Welt und den Menschen darin begegnen: Heucheln wir Scheinharmonie? Fechten wir blutige Schlachten aus, um unseres eigenen Vorteils willen? Jagen wir verheißungsvollen Trugbildern hinterher? Oder besinnen wir uns auf das, was uns allen dient und die herumfliegenden Trümmer zu einem neuen Bild zusammenfügt?

Wenn jetzt nicht die Zeit ist, sich zu diesen positiven Werten zu bekennen, wann dann? 

Es ist an der Zeit, all die Pioniere und Visionäre endlich zu hören! Die Kreativen und Verrückten, die klugen Köpfe, die Weltverbesserer und Utopisten! Nicht mehr zu kämpfen, vor allem nicht gegeneinander. Solidarität und Verbundenheit zu spüren! Im besten Fall selbst etwas zu den Visionen von morgen beizutragen! Denn das ist alles, was bleibt, wenn unsere alte Welt zusammenbricht und nur, wenn wir im Schulterschluss stehen, können wir uns aus den Trümmern eine neue bauen. 

Der erste Schritt ist, sich selbst als liebenswertes und liebendes Geschöpf zu begreifen, nicht mit dem Verstand, sondern mit dem Herzen. Der zweite ist, der Welt diese Überzeugung auch mitzuteilen. Der dritte, eine gesunde, faire Balance zwischen den eigenen und fremden Bedürfnissen zu finden. Und der vierte – ein Königsweg freilich – dem Gegenüber auf Augenhöhe zu begegnen, in Kommunikation zu kommen (und zu bleiben), und Konflikte fair auszutragen.

Für mich bedeutet das in der Konsequenz außerdem, dass ich Scheinheiligkeit und Lügen noch weniger dulde als früher schon. Sie verursachen in mir ebenso Übelkeit und Widerwillen wie Ungerechtigkeit, Dummheit und blinder Aktionismus, und dieses Gift will ich nicht länger schlucken. Nicht zuletzt aus diesem Grund entsteht gerade dieser Artikel. Ich werde mich zeigen, mit meiner Angst, meinem Mut, meinem Zorn, meiner Hoffnung, meiner Liebe. Ich werde mich äußern. Ich werde mich der Welt so zumuten, wie die Schöpfung mich gedacht hat.

Ich verbinde mich.

Es gibt heutzutage prima Technologien, um sich überall und jederzeit mit Menschen, denen man sich nahe fühlt, zu verbinden. Nähe entsteht nicht im Raum, sondern in der Seele! Zu diesem Punkt gibt es nicht mehr zu sagen.  

Oder doch? 

An der Stelle ein liebevolles und herzliches Dankeschön an die Menschen, die ihre Leben mit mir teilen! Diese Menschen machen mein Dasein hell und sinnvoll. 

Du weißt, wenn auch du gemeint bist! :-) Und lächelst jetzt, da bin ich sicher. 

Ich konzentriere mich auf das Wesentliche.

Rückzug ins Private verlangt nicht nur der Lockdown per Definition – es scheint zunehmend immer weniger reizvolle Alternativen zu geben. Natürlich fehlt auch mir die Möglichkeit, kulturelle Veranstaltungen zu erleben, denn die haben wir früher häufig und gern mitgenommen. Auch das Reisen vermisse ich sehr, weil mein Hirn manchmal nach neuen Eindrücken giert. Aber wisst ihr was? Das Genörgel und Gemecker, was alles nicht mehr geht, (auch mein eigenes!) geht mir ziemlich auf den Wecker! Es geht nämlich noch eine ganze Menge!

Für mich ist das Wesentliche scheinbar klein und unbedeutend, doch bei näherer Betrachtung ist es das Eigentliche: Wenn ich ein Essen zubereite, selbstversunken Gemüse schneide, im Topf rühre und der Duft von Kräutern und Gewürzen sich in der Küche verteilt, dann empfinde ich Glück! Wenn ich durch das, was von unserer schönen Natur noch übrig ist, laufe, die Vögel singen und das Wasser plätschern höre, auf einen Baum klettere oder das bunte, weiche Laub unter den Füßen spüre, denn wird meine Kehle ganz eng vor lauter Ehrfurcht und Zuneigung – und dann empfinde ich Glück! Ich kann eine tolle Serie gucken, ein Spiel spielen, ein Bild malen, ein Buch lesen oder eins schreiben! Ich kann heißen Tee auf dem Sofa trinken, eingemummelt in eine kuschelige Decke. Ich kann ein Tier streicheln, den Himmel betrachten, wenn die Wolken darüber hinwegziehen, einen Kuchen backen, Sport machen. Ich kann mich geborgen in die Arme meines Lebensgefährten schmiegen und mich für den Moment sicher und beschützt fühlen, während draußen der Sturm um das Haus fegt. Ich kann mich an den Farben um mich herum erfreuen, an jenen, die ich am Leib trage und jenen, die mein Heim schmücken. Ich kann einen Igel und einen Maulwurf und eine Schnecke beobachten und den Frosch, der seit dem Frühjahr in unserem Teich wohnt. Ich kann mich austauschen oder streiten, ich kann nachdenken, ich kann lust- und angstvoll meine inneren Kämpfe ausfechten, ohne mich dafür zu verurteilen. Ich kann in einem sauberen Bett schlafen, ich kann neue Ideen aus meinem Kopf holen, ich kann mit meiner Imaginationskraft atemberaubende Welten erschaffen. Bei alldem fühle ich Glück – und weil ich mir dies auch bewusst machen, vergesse ich nicht, mich über dieses Glück zu freuen.

Ja, auch ich habe schon die ein oder andere Hölle gesehen, aber heute, in dieser Sekunde, ist es NICHT die Hölle, die mich umgibt, sondern es bleibt ein Meer an Möglichkeiten. Und es stünde uns manchmal maßlos anspruchsvollen Menschlein gut zu Gesicht, hin und wieder dankbar für alles zu sein, was eben doch gut und richtig in unserem Leben ist. Denn auch - und gerade - in einer absurden Welt gibt es Dinge, die gut und richtig sind. Das wusste schon Albert Camus und ich wiederhole es gern. Auch und besonders für mich selbst!

Ich bin.

Ich bin hier - ich denke und fühle, ich handle und agiere, ich bin ein Sandkorn unter vielen in der Wüste. Aber ich bin da. Wie jedem von uns sitzt mir tagtäglich der Tod im Nacken und er mahnt, die Zeit nicht zu verschwenden. Denn diese begrenzte Zeit in einem begrenzten Raum, die uns zur Verfügung gestellt wird, ist meine einzige Gelegenheit, eine Spur zu hinterlassen, und mag sie auch noch so klein sein. 

Ich habe fertig.

Der Artikel ist lang geworden und hält sich weder an journalistische Vorgaben, noch an die Art, wie ich eigentlich schreibe. In gewisser Weise ist er authentischer als alles, was ich sonst schreibe. Es ist, als sei meine Persönlichkeit einfach herausgeploppt wie ein Korken aus der Flasche, um sich mal richtig die Augen zu reiben und sich nach dem Erwachen in der Welt umzusehen. Zurück in die Flasche kann sie nicht! 

Ein reißender Strom, der sich einmal über die Ufer seiner Grenzen erhoben hat, kann es sich nie wieder in einem viel zu engen Flussbett behaglich machen.

Ich wünsche euch alles Liebe, bleibt gesund, besonnen und innerlich stark. 

Bildquelle: Pixabay

 

 

 

 

Donnerstag, 3. September 2020

Das Buch und ich - eine immerwährende Liebe

Aus der Autorenwerkstatt

Das Klischee stimmt: Ich konnte bereits vor der Einschulung lesen und das erste, was ich am Anfang eines jeden Grundschuljahres tat, war, das neue Lesebuch von Anfang bis Ende einmal durchzuackern, was dazu führte, dass ich mich im laufenden Schuljahr ein bisschen langweilte und demzufolge noch mehr lesen musste, um meinen gierigen Geist zu füttern.

Nein, ich muss früher beginnen: Vielleicht war in meinem Möhrchenbrei, den ich mit Verve und Eigensinn durch die Küche spuckte, eine Art Mikrochip versteckt, den außerirdische Büchermonster zu Experimentierzwecken dort installierten! Den Chip hab ich geschluckt, zweifelsohne. Aus Versehen? Gelenkt durch eine höhere Macht? Absichtlich geleitet von meinem weisen Ich, das bereits wusste, was gut für mich sein würde? Man weiß es nicht. Vielleicht hatte meine Mutter auch durch irgendeinen absurden Zufall eine kleine Schreibmaschine im Bauch, auf der ich probeweise mal an bisschen herumhämmerte, während ich behaglich im Fruchtwasser trieb?

Wie auch immer: Ich kann mich an keinen bewussten Augenblick meines Lebens erinnern, in dem ich Bücher nicht von Herzen liebte!

Meine Eltern lasen uns Kindern vor: Allabendlich war es ein vertrautes Ritual, unter der am Ofen gewärmten Bettdecke zu liegen und sich von Papa vorlesen zu lassen. Wir tauchten in die Traumwelten seiner eigenen Kinderbücher rund um "Birliban", "Zwiebelchen" und andere DDR-Klassiker ein. Aber das genügte nicht, es musste mehr her - meine Neugier auf die Welt und auf die Geschichten war unersättlich. 

War mein Vater auf Dienstreise, brachte er mir jedes Mal ein "Trompeterbuch" für meine Sammlung mit. Ich las im Bett und auf dem Sofa, im Sitzen am Schreibtisch, im Stehen am Fenster, drinnen und draußen, beim Essen und in der Schule unter der Bank. Ich las alles, was ich in die Finger bekam und wurde tatkräftig vom Elternhaus und der Grundschule gefördert, indem mir immer neue Lektüren bereitgestellt wurden.

Das reichte mir aber immer noch nicht! Wenn meine Eltern morgens aus dem Haus gegangen waren, griff ich als Neunjährige zum reich bestückten Regal und zog mir einen der dicken Klopper heraus, um mir die Zeit bis zum Schulbeginn zu vertreiben. Ich weiß noch, dass Hans Fallada darunter war, der mich mit einer Geschichte über eine Frau, die ihren Ehering verlor und sich dann in die Hand hackte, um den Verlust vor ihrem Ehemann zu verbergen, schockierte und gleichzeitig maßlos faszinierte. Die Welt der Literatur schenkte mir viele weitere Leben neben meinem eigenen.

Mit fünfzehn entdeckte ich - unter anderem auch durch den Deutschunterricht - die Klassiker: Hermann Hesse, Franz Kafka, Johann Wolfgang von Goethe, Rainer Maria Rilke, die Romantiker und soweiter. Meine Deutschlehrerin war entzückt und bediente sofort meine Lust nach Oscar Wilde und anderen exotischen Exkursen, die meinem schwärmerischen jugendlichen Gemüt entsprachen. Dazu gesellte sich der Bereich der Unterhaltungsliteratur, wo ich mich unter anderem für Stephen King begeisterte und ein Werk nach dem anderen verschlang. Ob im Badezimmer, im Auto, am Strand oder sonstwo - Katharina gab es nur lesend, manchmal auch heimlich unter der Bettdecke. Einmal pro Woche spazierte ich in die riesige Eisenacher Bibliothek und kam mit sieben, acht Büchern wieder heraus, viele Jahre lang.

Ich wollte studieren, natürlich Literatur. Und Psychologie. Bücher und Menschen - das war meine Welt! Aber ich hatte ein kleines Kind und der Ernst des Lebens hielt mich fest im Griff. Da studierte man aus Vernunftgründen keine brotlosen Künste! Ich absolvierte eine solide (und langweilige) Ausbildung, hakte meine Leidenschaft fürs Erste ab und las in der Freizeit. Doch sie ließ mich nicht los, diese Liebe zum Buch. Irgendwann packte es mich wieder und machte mich rast- und ruhelos. 

Ich dachte, wenn ich schon nichts über Literatur lernen kann, dann schreibe ich sie eben selbst! Es war, als ob sich die Liebe zum Buch einfach ihren Weg in mein Leben hinein erzwang und erkämpfte, gegen alle Zweifel und Hindernisse. Nach vielen ersten, niedlichen Versuchen kleinerer Geschichten seit der sechsten Klasse nahm ich mir also bewusst vor, ein richtiges echtes Buch zu schreiben, erdachte eine Geschichte und schrieb drauflos. Während mein Baby sein Mittagsschläfchen hielt, entstand mein erstes Manuskript "Sternklare Nacht", das freilich niemals verlegt wurde. Aber darum ging es auch gar nicht. Ich schrieb fortan immer und zu fast jeder Zeit meines Lebens an irgendeinem Buch und war ziemlich glücklich damit.

Trotzdem blieb die Sehnsucht, das Handwerk von der Pike auf zu lernen, mehr Autoren und Bücher kennenzulernen und zu durchdringen, selbst auch besser zu werden. Manchmal ist der Ruf so stark, dass alles Ohrenzuhalten nichts mehr nützt: Nach Beendigung meiner Lehre kickte ich die Vernunft in den Rinnstein, zog mit Kind und Schreibmaschine nach Niedersachsen und meldete mich für ein Magisterstudium der Germanistik und Soziologie an. Ihr wisst schon: Bücher und Menschen!

An der Universität erlebte ich ein El Dorado: Unzählige neue Autoren wie Stefan Zweig, Brigitte Kronauer, Ingeborg Bachmann, Heinrich von Kleist kreuzten meinen Weg... Ein inniger, wissenschaftlicher, tiefgehender Austausch fand statt! Ich war außer mir vor Freude. Jeder Tag an der Uni war ein glücklicher Tag, ich liebte sogar Hausarbeiten und Klausuren! Zwar studierte ich nicht nur Erzähltheorie und Literaturwissenschaft, sondern auch Mediävistik und Didaktik, doch blieb einer meiner Schwerpunkte die erzählte Geschichte. Natürlich - was auch sonst?

Ich möchte an der Stelle nochmal erinnern, dass mir ein Studium, noch dazu in meinem Wunschfach, einst utopisch erschienen, jetzt aber zur Realität geworden war. Umso ernster nahm ich es und umso mehr Herzblut steckte ich hinein. Im Lauf der Studienjahre entdeckte ich für mich außerdem eine Vorliebe für John Irving, Vladimir Nabokov, Irvin Yalom, Pascal Mercier, Henry Miller und andere Autorinnen und Autoren, denen ich noch immer treu bin. Eine Literaturliebe, die mein Herz einmal erobert hat, gebe ich nicht so schnell wieder frei.

Schließlich durfte ich 2004 im Verlag Personalnovel mein erstes Werk veröffentlichen: "Die Zeit mit ihr" wurde kein Knüller, aber meine Liebe zur Literatur hatte auf den ersten Grundsteinen schneller einen kleinen Palast erbaut, als man ihn jemals wieder einstürzen konnte. Der wuchs mit jeder Zeile, die ich tippte. Und keine Erfahrung in der Buchwelt konnte meiner Liebe zum Buch auch nur das Geringste anhaben. Im Gegenteil: Indem ich mir das Rüstzeug erwarb und weiterhin auch als Leserin Erfahrungen sammelte, wurde meine Literaturliebe zu einem Bollwerk, das mich sogar vor den Widrigkeiten des Lebens zu schützen vermochte. Der Weg bis dahin war nicht immer leicht und mit Problemen verbunden, die aber an dieser Stelle den Rahmen sprengen würden. (Sie erfahren gesonderte Behandlung an anderer Stelle.) Das Buch war und blieb mein ständiger Begleiter, in guten und in schlechten Tagen.

Heute bin ich immer noch leidenschaftliche (allerdings inzwischen auch kritische) Leserin. (Denn das Leben ist kurz und man muss sorgfältig wählen, womit man seine Zeit verbringt.) Und ich habe mich frei geschrieben. Ich habe meinen Stil und meine Sprache gefunden und die Geschichten, die erzählt werden wollen, finden in schlafwandlerischer Sicherheit zu mir.

Mit diesem kleinen Bericht über die Liebesgeschichte zwischen mir und dem Buch möchte ich in meine Serie über meine Arbeit als Autorin starten. Ich wünsche dir viel Freude dabei und hoffe, du erfreust dich an einer ebenso innigen Liebe zu etwas, wie ich sie für das gedruckte Wort empfinde! 

Dienstag, 12. Mai 2020

Warum NICHT ICH die Blumen verdient habe - Über Mentoren und Unterstützer

Kürzlich stand ein Mann vor unserer Haustür, der hinter dem riesigen Blumenstrauß, den er in den Händen hielt, fast verschwand. Ich wunderte mich sehr! Wann bekommt man schonmal Blumen geliefert? Und dann auch noch in Wagenradgröße? Das Geheimnis war mit einem Blick auf die beiliegende Karte schnell gelöst - und rührte mich tatsächlich fast zu Tränen.

Die Karte mit Glückwünschen zum neuen Buch kam von meiner ehemaligen Deutschlehrerin im fernen Eisenach!

Über zwanzig Jahre ist es her, dass sie mir Goethe, Hesse und Rilke vermittelt, die Fehler in meinen Aufsätzen angestrichen und mit Rotstift ihre Noten unter meine Arbeiten geschrieben hat. Und sie hat mich doch nicht vergessen! Aber das Rührendste an der Geschichte ist nicht, dass diese resolute, warmherzige und fähige Frau, die inzwischen längst in Rente ist, so stolz auf mein Wirken als Autorin ist. Das wirklich Rührende ist, dass ich ohne sie niemals da stehen würde, wo ich heute bin!

Damals in der Schule war sie Diejenige, die mich nicht nur alles über Literatur, Wörter und Texte lehrte, was sie selbst wusste, mir die Klassiker nahebrachte und mich in meiner eigenen Ausdrucksfähigkeit wachsen ließ. Sie wurde auch nie müde, mir immer wieder zu sagen und zu zeigen, wie erstaunlich sie mein Talent und meine Liebe zum Schreiben fand. Dieses positive Urteil prägte sich in mein Herz ein und half mir all die Jahre auch über Durststrecken hinweg. Denn ich wusste immer: Da ist jemand, sogar jemand vom Fach, der glaubt an dich!

Irgendwann war mir die Gewissheit, zum Schreiben geboren zu sein, in Fleisch und Blut übergegangen, sie hat mich menschlich und literarisch verändert. Wenn ich heute schreibe, dann mit der festen Überzeugung, dass meine Arbeit genauso ist, wie sie sein soll, dass ich mit ihr mein Bestes gebe und der Literatur einen guten Dienst erweise. Und daran hat meine alte Mentorin einen großen Anteil: Wer weiß, vielleicht hätte ich nie ernsthaft geschrieben, wenn meine Deutschlehrerin nicht gewesen wäre?

Im Lauf der vergangenen Jahre und Jahrzehnte hatte ich etliche Mentoren:

Wunderbare Dozenten und Professoren von der Universität Oldenburg, toughe Vorgesetzte oder ältere Verwandte zum Beispiel. Menschen, die Vertrauen in meine Fähigkeiten hatten, mich über Grenzen schickten, mir Neues beibrachten und mich in verschiedener Hinsicht wachsen ließen. Über jeden dieser Menschen würde ich am liebsten einen eigenen Beitrag schreiben, weil ich so dankbar über diese Begegnungen  und Begleitungen bin. Aber dieser Blumenstrauß, der mich gerade rosa und lila und violett anlacht, der stammt von der ersten Mentorin meines Lebens überhaupt - Und wie könnten je Worte ermessen, wie wichtig so jemand für einen Menschen ist?

Mentoren haben viele Geschenke dabei: Sie teilen ihr Wissen und Können. Sie entdecken und fördern Talent. Sie trösten und bauen das Selbstbewusstsein auf. Sie analysieren Fehler und helfen, etwas besser zu machen und dazuzulernen. Sie prägen eine Persönlichkeit auf jede nur erdenkliche Weise. Und das tun sie nur aus einem einzigen Grund: Weil sie an jemanden glauben. 

Ich schließe heute mit einem großen Danke und einer Umarmung. Beides kommt aus der Ferne und von Herzen. Über die Blumen freue ich mich natürlich sehr, aber wirklich verdient hat sie die Frau, die sie geschickt hat.

Allen Leserinnen und Lesern lege ich ans Herz: Sucht euch Menschen, die euch etwas beibringen und euch fördern können. Ihr werdet eines Tages sehr dankbar für jede dieser Begleitungen sein. Und habt den Mut, Fragen zu stellen, Dinge wissen zu wollen, gesehen zu werden. Auch, Fehler zu machen, etwas auszuprobieren, gern mit eurem Mentor im Rücken. Nur so könnt ihr der Mensch sein, der tatsächlich in euch steckt! Und wer weiß: Eines Tages seid ihr vielleicht selbst ein Mentor für jemanden, der eure Erfahrung und euer Wissen bewundert und von euch lernen möchte.




Dienstag, 7. April 2020

Vierzig Dinge, die mich glücklich machen.


Man wird nur einmal im Leben vierzig und, na ja, bei mir war es gesten soweit.

Und weil mein Blog ein Glücksblog ist, möchte ich diesen Anlass nutzen, um auf ein paar positive Dinge zu schauen. Sonnenschein und Freude machen es uns allen ein bisschen leichter, die schwierige Zeit zu überstehen. 

Ich werde euch vierzig Dinge auflisten, die mich persönlich glücklich machen und mir auch in harten Zeiten Stabilität und Halt geben. Ihr könnt meine Vorschläge gern als Anregung nutzen und selbst mal überlegen, was euch denn eigentlich glücklich macht! Und wenn ihr diese Dinge – so viele, wie ihr alt seid – gesammelt habt, dann macht euch daran, sie so oft wie möglich umzusetzen und in euer Leben zu integrieren.

Was mich glücklich macht:

  1. Der Ort, den ich mein Zuhause nennen darf. Hier kann ich mich geborgen fühlen und entfalten.  
  2. Mein Lebensgefährte ist das Beste, was mir das Leben geben konnte. Wir sind verbunden in Liebe, Wertschätzung, Harmonie und Gemeinsamkeiten. Es geschieht selten im Leben, dass etwas so perfekt passt!
  3. Mein Sohn. Ich durfte ein Kind gebären, beim Aufwachsen begleiten, es beschützen und liebhaben und ihm die Welt zeigen. Es braucht keine weiteren Worte, um zu beschreiben, warum das pures Glück ist!
  4. Meine Herkunftsfamilie. Natürlich war nicht immer heile Welt bei uns – die gibt es ja sowieso nicht. Aber ich hatte eine behütete Kindheit und bin in Liebe großgeworden. Meine Eltern sind kluge Menschen mit einem guten Herzen. Diese Erfahrung ist ein Geschenk: sehr kostbar und nicht selbstverständlich.
  5. Die Menschen in meinem Leben: Meine Schwiegerfamilie, meine anderen Familienmitglieder, meine engsten Freunde: Ich bin dankbar und glücklich darüber, dass es so tolle Menschen in meinem Leben gibt. 
  6. Literatur. Seit ich ein kleines Mädchen war, begleiten mich Wörter und Bücher! Als Leserin unterhalten und trösten sie mich, schenken mir Informationen und Wissen, regen mich zum Nachdenken an, gestalten die Welt für mich bunt und vielfältig. Als Autorin gestatten sie es mir, mein Inneres mit anderen Menschen zu teilen und Geschichten zu schreiben, die berühren. Und sogar als Coach ist die Literatur ein Segen, denn sie eignet sich wunderbar, um das eigene Leben zu bereichern und zu reflektieren. Das geschriebene Wort ist meine Religion. 
  7. Kunst. Schöpferisch tätig zu sein, brauche ich wie die Luft zum Atmen. Ebenso gern betrachte ich die Werke anderer Künstler. Die Kunst ist es, die uns besonders macht. Ohne Kunst wäre die Welt ein trauriger Ort.
  8. Mein Job als Lehrerin. Obwohl die Arbeitsbedingungen, wie durchaus bekannt ist, zum Weglaufen sind, verspüre ich immer noch im Umgang mit jungen Menschen und Kindern dieses warme, wunderbare Gefühl, das mir den Sinn meiner Tätigkeit aufzeigt. Ebenso wird mir Herzenswärme entgegengebracht, mit Worten, Blicken und Gesten von Verbundenheit. Mein Job ist wertvoll und gut, umso mehr, da die Umstände, unter denen ich ihn leiste, ihn zu einer fast unbezwingbaren Herausforderung werden lassen! 
  9. Lernen. Ich liebe es, Neues zu erfahren, mich auszuprobieren, mir Wissen anzueignen! Nichts erfüllt mein gieriges Hirn mehr als der unendliche Wissenspool, der sich immer wieder für mich öffnet! Als Scanner sind meine Themen vielfältig. Zum Glück gibt es immer Zugang zu allem, was ich wissen will! 
  10. Hausarbeit. Ich bin ein Ordnungsfreak und sortiere meine Klamotten nach Farben und meine Bücher nach Autoren. Ich liebe es, aufzuräumen und alles hübsch herzurichten. Nahezu jede Art von haushälterischer Tätigkeit, vor allem bügeln und kochen, erdet und beruhigt mich. Ein Hoch auf den Staubwedel!
  11. Die Natur. Ich bin nahezu täglich draußen, vor Corona immer in der Umgebung, künftig bleibt uns immerhin der Garten. Pflanzen und Tiere erfreuen mein Herz. 
  12. Filme und Serien. Ein zünftiger Fernsehabend mit sorgfältig ausgewähltem Programm ist Entspannung und Anregung zugleich – eine wunderbare Mischung. 
  13. Musik. Ich bin und bleibe ein Kind der Neunziger: Zwischen Hip Hop, Eurodance, Techno und den berühmten Klassikern wie Jacko, Queen und Co.  bin ich vor allem mit Gothic aufgewachsen und bleibe der Richtung auch für den Rest meines Lebens treu: Dark Wave, Gothic, Industrial, Symphonic Metal und Electro sind genau mein Ding, auch, wenn ich heute auch keine schwarzen Samtkleider und Korsetts mehr trage. 
  14. Johann Sebastian Bach. Ich MUSS ihn extra benennen, ich bin Eisenacherin! Und nein, es gibt niemanden, niemanden, niemanden wie Johann Sebastian. Er ist der Held meiner Herzensmelodien! Ein Kapitel über eine Begegnung mit Bach in Echtzeit gibt es in meinem Buch „Fredi“. Selbstredend! 
  15. Kaffee und Tee. Ja, da gibt es so einen ewig alten Streit zwischen Kaffee- und Teeliebhabern. Da stehe ich genau dazwischen, weil ich beides mag und auch beides täglich zu mir nehme. Kaffee gern als lösliches Pulver, beim Tee sind alle Kräutersorten meine Favoriten. 
  16. Schmuck. Er muss nicht teuer und darf gern selbstgemacht sein. Inzwischen kaufe ich keinen mehr, ich mache ihn seit Jahren selbst. Schön bunt und abwechslungsreich und immer passend zur Kleidung. Dafür kaufe ich jede Menge Bastelkram, um daraus Schmuck zu fabrizieren. 
  17. Düfte. Neben frisch gemähtem Rasen, gedruckten Büchern und Wald bin ich durchaus auch duftbesessener Fan von eigens angemischten Kreationen und verfüge über eine ansehnliche Parfümsammlung. Ich trage die Düfte morgens passend zu Outfit, Schminke, Schmuck und Laune auf. Meine Favoriten verrate ich nicht, sonst kriege ich Ärger wegen Schleichwerbung. Schnuppert halt mal an mir. 
  18. Scandi-Style. Ja, googelt mal. Wenn jemand wissen will, woran ich zu erkennen bin: Genau DAS ist mein Stil, ich wusste nur lange nicht, dass er so heißt. Sich in seiner Kleidung wohlzufühlen ist jedenfalls der erste Schritt, um einen guten Tag zu haben. Und meine Kids in der Schule sind erstaunliche Beobachter: Sie erkennen meine Tagesform an meiner Kleidung. Tatsache! 
  19. Harmonie. Zwar schätze ich anregende und respektvolle Diskussionen, doch bin ich überhaupt kein Mensch, der Unfrieden und Konflikte genießt. Ich mag es, wenn die Chemie stimmt und die Wellen miteinander schwingen. Und ich hasse Schläge unter die Gürtellinie, Manipulation oder Druck. So, nun wisst ihr es. 
  20. Zeitschriften. Siehe Bücher. Ich bin auch ein Junkie dieser kurzlebigen Druckwerke und werde von der Familie mit Abos verwöhnt. Bunte Bilder, interessante Themen und Unterhaltung sprechen mich immer an. Am liebsten lese ich Mindstyle- und psychologische Zeitschriften oder solche, die viel Fachwissen aus Medizin, Politik und Gesellschaft mitbringen. 
  21. Authentizität. Es ist anstrengend und energieraubend, sich zu verstellen und einem Menschen entsprechen zu wollen, der man nicht ist. Keiner braucht Selbstdarsteller oder falsche Persönlichkeiten. Sprecht mit mir, wie euch der Schnabel gewachsen ist. Ich mach das auch. Ist für alle Seiten am unkompliziertesten. 
  22. Harry Potter. Ist das Werbung? Ja. Egal. Das Potter-Universum hat mein Leben auf einzigartige Weise bereichert! 
  23. Echte Helden. Starke Frauen der Geschichte, Menschen, die Mutiges für Andere getan haben, Alltagshelden und Friedensstifter – sie sind das, was uns immer wieder zusammenbringt!  Ob real oder fiktiv: Wir brauchen Vorbilder, um als Menschen zu reifen. 
  24. Magische Momente I: Wenn eine Schülerin, die eben noch in Tränen aufgelöst war und sich weigerte, einen Vortrag zu halten, nach einem ruhigen, warmen Gespräch plötzlich frei ihr Thema präsentiert, dann ist dieser Augenblick unbezahlbar. 
  25. Studieren. Ich bin Germanistin. Ich bin Soziologin. Um das werden zu dürfen, „musste“ ich sechs Jahre studieren. Und es war die schönste Zeit, die man sich vorstellen kann! Wunderbare Dozenten und Professoren, viel Input, viel Bestätigung, viel Freiheit, viel Wissen, tolle Begegnungen: Dass ich so lange Teil des universitären Betriebs war, hat mich wirklich glücklich gemacht. Leider ist es vorbei. Aber Fortbildungen kann man ja immer wahrnehmen!
  26. Der FLOW. Wenn ich schreibe, male oder bastle, bin ich sehr rasch und tief in diesem wunderbaren Zustand, in dem ich alles um mich herum vergesse. Jeder, der das auch tut, weiß, was ich meine. 
  27. Tagebuch. Ich schreibe, male, zeichne, bastle, kritzle, klebe und stelle tausend andere kreative Sachen mit meinen Tagebüchern an. Ich lege Art Journals an oder schreibe Seiten voll. Dieser Prozess ist gleichermaßen Therapie wie Kunst und weil er beides verbindet, wirkt es so gut. 
  28. Humor. Manchmal ist mein Humor feinsinnig und manchmal schwarz. Wenn ich unausgeglichen bin, ist er das Erste, was mir abhandenkommt. Ich hege und pflege ihn, denn er macht das Leben leichter! 
  29. Essen. Meine Großeltern hatten einen Bauernhof und es gab zu jeder Mahlzeit Berge an selbstgekochtem Essen, immer Torten und Kuchen und üppige Feiern! Das Händchen für Nahrungszubereitung habe ich zum Glück geerbt. Die Neigung, auf alles Gute und alles Schlimme im Leben mit einer intensiv zelebrierten und zusammen verbrachten Mahlzeit zu reagieren, ebenfalls. Allerdings esse ich heute weitgehend gesund mit viel Obst und Gemüse, achte auf Qualität und vermeide Zucker, Wurst und Fleisch. 
  30. Mein Schreibpullover. Meine liebe Kollegin und Freundin hat mir einen rosa Pullover geschenkt, den ich nur zum Schreiben trage. Wenn ich ihn anziehe, weiß ich, jetzt geht’s los, und schon fließen die Ideen.  
  31. Farben. Altrosa, violett, lila. Ach was, ich liebe alle Farben! Sie um mich zu haben macht mich happy! 
  32. Kleine Dinge ganz groß. Ich habe eine lange Zeit häufig Menschen fotografiert, aber inzwischen ist mein liebstes Motiv das ganz Kleine, eher Versteckte. Meistens ziehe ich mit einem Ultramakro durch die Gegend und erfreue mich an winzigen Wasserstropfen, Blütenpollen oder Eiskristallen. 
  33. Reisen. Nicht Thailand oder die Malediven. Unsere Urlaube finden inländisch statt, denn auch hier gibt es viel zu entdecken. (Im Moment natürlich nicht. Aber hoffentlich bald wieder!) Downshiften und Rückzug in ruhige Gegenden ist das Gebot der Stunde, wenn man im Alltag viel Lärm und Trubel um sich herum hat. Ich liebe Deutschland! Echtjetzt! 
  34. Sonne. Garten, Hollywoodschaukel, Kissen, Buch, Kaffee, Obstteller. Vogelgezwitscher, Blätterrauschen, Bienensummen. Muss ich mehr erklären? 
  35. Magische Momente II: Mit der Familie am Nordseestrand. Mutter und Tochter schlurfen durch den Sand und halten den Blick gesenkt, damit ihnen keine Muschel entgeht. Die Jackentaschen sind ausgebeult, die Hände eiskalt, die Mütze hängt über den Augen, die Sonne lacht vom blauen Himmel. Die Mutter schenkt der Tochter ein besonders schönes Exemplar und zum Schluss finden beide ein Schneckenhaus. So geht Glück! 
  36. Magische Momente III: Der Liebste hat einen winzigen Babyfrosch bei der Gartenarbeit gefunden. Große Ahs und Ohs, dann darf das Tierchen weiterziehen. Ein Babyfrosch! Kaum zu glauben, dass es so etwas Schönes gibt! 
  37. Vögel. VÖGEL! Die Rabauken, die die Vogelhäuser leerfressen und den Garten zu einem Bahnhof machen. Der Liebste füttert mit Hingabe und die Flattermänner danken es mit ihrer Schönheit und ihrem Gesang. 
  38. Flieder. Von allen Blumen ist der Flieder meine ganz persönliche zarte, lebensfröhliche Königin. 
  39. Yoga. Yoga macht alles heile, was kaputt ist. Körper, Seele, Geist. Ist Fakt! Probiert es mal aus! 
  40. Du! Ja, wirklich! Ich wollte immer mit Menschen arbeiten und es ist grandios, dass ich das auch tagtäglich tun kann! Ich helfe Menschen dabei, ihren Weg im Leben zu finden, Zuversicht und Mut zu entdecken und nach ihrer eigenen Fasson zu leben. Das gibt mir viel zurück.

Das waren vierzig Dinge, aber ich könnte ewig so weitermachen! Mögen auch die nächsten vierzig Jahre glücklich und sinnerfüllt werden! Ich teile alle guten Wünsche mit den Menschen, die ich liebe – es ist genug für uns alle da! Macht es hübsch und vergesst eure eigene Happy-Liste nicht!