Freitag, 1. April 2022

Gelesene Bücher im März 2022

In einer kurzen und knackigen Übersicht stelle ich euch alle Bücher vor, die ich mir im letzten Monat zu Gemüte geführt habe. Ich beschreibe in ein, zwei Sätzen, worum es in dem Buch jeweils geht und erkläre und begründe, wie mir die Lektüre gefallen hat.

Meine Romane im März 2022:

 

Coco Chanel / Paul Morand:

"Die Kunst, Chanel zu sein. Coco Chanel erzählt ihr Leben"

Recht extravagante Biografie einer bemerkenswert eigensinnigen Frau und Künstlerin. Ich habe extrem viel Neues entdecken und viel lernen können, brauchte aber zeitweise ein Wörterbuch, um dem großzügigen Einsatz etlicher Fremdwörter Herrin zu werden. Über manche Passagen kann man auch lange nachdenken. Anspruchsvoll und herausfordernd.

Lori Gottlieb:

"Vielleicht solltest du mal mit jemandem darüber reden"

Eine Psychotherapeutin erzählt von ihren Fällen und ihrer eigenen Therapie. Berührend, informativ, witzig, traurig, unterhaltsam. Viel Fachwissen, das geschickt in eine tolle Geschichte verpackt wurde. Ein Goldstück!

Joy Fielding:

"Herzstoß"

Marcy glaubt, in Irland auf ihre Tochter gestoßen zu sein, die sich vor zwei Jahren das Leben genommen haben soll, deren Leiche aber nie gefunden wurde. Eine abenteuerliche Suche beginnt ...

Der Plot ist arg konstruiert, aber ein Pageturner bleibt es trotzdem, die etwas haarsträubende Story und die Logiklöcher tun dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Mit der Hauptfigur und deren Handlungen konnte ich nicht wirklich warm werden, trotzdem fühlte ich mich gut unterhalten.

Liv Jansen:

"Zornröschen"

Drei obdachlose Frauen nehmen Rache an denen, die sie in diese Lage gebracht haben. Auch hier gibt es Logiklächer und nicht alle Protagonisten sind wirklich sympathisch. Trotzdem witzig und unterhaltsam. Ein bisschen - siehe Titel - märchenhaft anmutend und deshalb nicht sehr realistisch. Wer leichte Leküre und Vergeltungsgeschichten mag, ist hiermit super bedient.

Susanna Leonard:

"Madame Curie und die Kraft zu träumen"

Marie Curies Leben, erst etwas schleppend und langatmig erzählt, später wird es reichlich spannend. Sehr tief, gut und detailverliebt recherchiert. Eins dieser Bücher, die Unterhaltung und Bildung gekonnt miteinander verbinden. Mich animierte das Buch zu neuerlicher eigener Recherche, nicht nur über das Ehepaar Curie, sondern auch über die geheimnisvolle und gefährliche Strahlung, die auch derzeit wieder vielen von uns große Sorgen bereitet.

Anne Catherine Bomann:

"Agathe"

Ein kleines aber feines Büchlein über einen Therapeuten kurz vor dem Ruhestand, der unter Einsamkeit, Sinnlosigkeit und dem Alter leidet und das Leben selbst kaum besser im Griff hat als seine Patienten. Steckt voller zarter zwischenmenschlicher Momente und tiefsinniger Gedanken, über die nachzuzudenken sich lohnt.

Katherine Dion:

"Die Angehörigen"

Großartig erzählter Roman über den Tod und Verluste, das Leben und dessen Gestaltung, Ehepaare und Freundschaften, Eltern und Kinder, Träume und Realitäten. Gene, ein alter Mann, blickt nach dem Tod seiner Frau auf das gemeinsam verbrachte Leben zurück und erlebt so manch berührenden, zuweilen sogar schockierenden Moment. Er zieht damit auch hinsichtlich seiner eigenen Erfahrungswelt Bilanz. Gleichzeitig versucht er, das Leben nun allein zu bewältigen, was manchmal rührend, manchmal traurig und manchmal komisch ist - nicht selten alles zugleich. 

Ein Gefühlsgewitter in klarer Sprache und mit vielen Botschaften, das großen Lesegenuss bietet. Man kann es nicht mehr aus der Hand legen. Realistisch, emotional, kein bisschen sentimental. Großes Kino!

Meine Sach- und Fachbücher im März 2022:

Marie Kondo:

"Magic Cleaning"

Dieses Buch habe ich schon etliche Male gelesen und diesmal erbte ich zufällig wieder ein Exemplar und dachte, ich frische die Lektüre nochmal auf, weil ich mich seit geraumer Zeit auch ausführlich mit dem Thema Minimalismus beschäftige. Ausmisten, aufräumen und das richtige Verstauen sind hier die Inhalte und obwohl ich Frau Kondo durchaus gern via Ferndiagnose eine kleine Neurose attestieren würde, liest sich das Buch so weg und es sind einige gute Tipps drin, vor allem für Menschen, für die solche Themen Neuland sind, weil sie bei Null anfangen. Alle anderen wissen ja: Behalten darfst du nur, was dir Freude macht! 😀

Michael Petersen:

"Perspektiven bei Autismus. Ursachen und Lösungsansätze bei Autismus-Spektrum-Störungen"

Obwohl der Autor eine ganze Menge Informationen zu unterschiedlichen Themen auffährt, scheint mir das Thema verfehlt, denn der Schwerpunkt dieses schmalen Bändchens liegt eindeutig bei ganzheitlicher Naturheilkunde mit ihren verschiedenen Ausprägungen, nicht aber bei Autismus. Nicht nützlich für die Praxis.

Ellen Notbohm / Veronica Zysk:

"1001 Ideen für den Alltag mit autistischen Kindern und Jugendlichen"

Supertolles, hilfreiches, vielseitiges Buch, das ganz viele Themengebiete umfasst. Es geht sowohl in die Breite, weil es übersichtlich eine Vielzahl an Aspekten zum Thema beleuchtet, als auch in die Tiefe, weil es Hintergründe ausführlich erklärt. Zudem gibt es jede Menge praktisch umsetzbarer Übungen und Tipps, die sofort nutzbar sind, zumeist mit wenig Aufwand. Der Blickwinkel eines autistischen Menschen schaut bei der Lektüre immer mit über die Schulter, was für den Umgang sensiblisiert. Für meine Arbeit eine unschätzbare Hilfe!

Das war meine Lektüre im März 2022. Ich hoffe, ihr findet einige Anregungen für euch und wenn das der Fall ist, dann lasst es mich gern wissen. Umgekehrt freue ich mich auch über Buchempfehlungen, vor allem bei solchen Werken, die euch so richtig umgehauen, fasziniert und gefesselt haben! Wie ein Trüffelschweinchen bin ich immer auf der Suche nach literischen Leckerbissen, die mich quasi an das Sofa fesseln und jegliche sonstige Bedürfnisse gleich welcher Art völlig ausschalten!

Bildquelle: Pixabay


Samstag, 19. März 2022

Wie sähe es auf einem Planeten in einer fernen Galaxis aus, auf dem sich Leben entwickeln könnte? Acrylbild just for fun!

Ich höre häufig Hörspiele, Hörbücher und Podcasts. In einer dieser Dokumentationen ging es letztens (mal wieder) um die Frage, ob wir wohl allein im Universum sind oder nicht - und wie unwahrscheinlich es im Grunde ist, dass auf unserem Planeten einst Leben entstehen konnte. Eine Vielzahl von Bedingungen musste stimmen, bevor überhaupt auch nur der erste Einzeller auftauchen und unsere Entwicklung in Gang setzen konnte. Dass diese Voraussetzungen von der Schöpfung - oder wem auch immer - zur Verfügung gestellt wurden und die ganze Sache mit der Pflanzen-, Tier- und Menschenwelt ihren abenteuerlichen Lauf nahm, ist so unwahrscheinlich, dass man es wohl ein Wunder nennen darf, dass wir überhaupt heute hier sind!

Im Alltag macht man sich das selten bewusst, aber das Leben als solches ist ein großes Geschenk, das sich unsagbaren Widrigkeiten zum Trotz entwickelt hat. Eine winzige Abweichung der Bedingungen - eine kleinere oder größere Entfernung zur Sonne, eine andere Achsenneigung, ein diverser zeitlicher Ablauf und unzählige andere Möglichkeiten der Variation - hätten genügt und unsere Mutter Erde hätte niemals Leben hervorgebracht.

In dem Bericht wurden Untersuchungsmethoden erläutert und einige denkbare Planetenkandidaten vorgestellt, auf denen sich rein hypothetisch ebenfalls Leben würde ansiedeln können, vielleicht in einer anderen, fernen Galaxis: Eine Sonne als Wärme- und Lichtquelle bräuchte dieser Planet und weil es etliche rote Zwerge gibt, nahm man an, würde diese wohl rot leuchten. Demnach gäbe es sehr dunkle, fast schwarze Pflanzen, die das wenige Licht besser aufnehmen könnten. Als Vorbild für eine tierische Besiedelung diente unsere Tiefsee mit all ihren bisher kaum erforschten Geschöpfen.

Ich lauschte dieser Doku voller Spannung und Faszination. Und weil mich der Gedanke über das Bewusstsein, wie viel Glück ich hatte, überhaupt hier zu sein, nicht mehr losließ, malte ich dazu ein Bild von der Welt, wie ich sie mir in einem fernen Sonnensystem vorstelle. Wie meistens nutzte ich Acryl und arbeitete ohne jeden künstlerischen Anspruch. Es ging mir darum, das Bild in meinem Kopf auszudrücken und greifbar zu machen, auch als stetige Mahnung an das Geschenk das Lebens, das uns vom Schicksal gemacht wird.

Bei allem Schlimmen und Grausamen, was in der Welt und uns persönlich widerfährt, ist die Gabe des Lebens dennoch eine außerordentlich kostbare.



Hat dich auch schon mal ein Thema so gefesselt, dass eine kreative oder künstlerische Interpretation aus dir herausdrängte? Nicht, um ein hübsches Stillleben zu schaffen, das die Wand eines Hauses oder einer Galerie verzieren soll, sondern einfach nur, um einen Moment lang diese unfassbare Energie einzufangen, die unserem Leben seinen Antrieb verleiht? Es ist ein magischer Prozess, oder?

Freitag, 11. März 2022

Rezension des Buchs "Chakren öffnen, aktivieren und stärken" von Lena Becker

Inhalt:

Die faszinierende Welt der Chakren. Komm mit auf eine Reise zu der Entdeckung deiner Chakren. Dieses Chakra Buch erklärt dir die vielfältigen Aufgaben der Chakren und wie du Sie für deine physische und psychische Gesundheit öffnen und aktivieren kannst.
  • Fühlst du dich manchmal so, als ob etwas in deinem Körper und deiner Seele nicht richtig im Einklang ist ?
  • Hast du körperliche oder psychische Beschwerden, die du dir bisher nicht so recht erklären kannst ?
  • Fühlst du dich blockiert oder fehlt dir die Energie, um dein Leben nach deinen Wünschen zu gestalten ?

Die Lösung deines Problems/ deiner Probleme liegt sehr wahrscheinlich in den Chakren verborgen. Es gibt noch viele andere körperliche und psychische Symptome, die sich mit den Chakren in Verbindung bringen lassen. Die Lösung deiner Probleme liegt sehr wahrscheinlich in den Chakren verborgen. Mit Hilfe dieses Buches kannst du herausfinden, wo genau deine Probleme liegen und wie du sie ganz einfach selber lösen kannst.

Chakren können nicht korrekt geöffnet bzw. blockiert sein. Doch was genau verbirgt sich hinter dem geheimnisvollen Begriff „Chakren“ eigentlich ? Die Chakren sind unsere Energiezentren und leiten unsere Lebensenergie in die richtigen Bahnen. Das interessante daran ist, wie wir selber unsere Chakren zum besseren beeinflussen können.

Du hast es selbst in der Hand – und kannst auf deine Chakren ganz einfach selber Einfluss nehmen. Die Methoden zur Energiearbeit mit deinen Chakren sind z.B.:

  • Chakra Meditation
  • Kundalini Yoga
  • Die Chakren Reinigung
  • Das Öffnen der Chakren

Alle diese Methoden werden ausführlich erklärt und sind somit ganz einfach auch für Anfänger verständlich dargestellt.

In diesem Chakra Buch wird auch ein besonderer Fokus auf die Ernährung für die einzelnen Chakren gelegt. Diese spielt für dein Wohlbefinden und deine optimale Energie nämlich ebenfalls eine wichtige Rolle.

Wusstest du schon, dass auch die Lotusblume in Zusammenhang mit deinen Chakren eine Bedeutung hat ? Ebenso kannst du mit Hilfe von bestimmten Edelsteinen sowie Aromaölen deine Chakren positiv beeinflussen. In der faszinierenden Welt der Chakren gibt es mit diesem Buch viel Interessantes zu entdecken.

Schritt für Schritt kannst du mit Hilfe von diesem Buch in alle Bereiche im Zusammenhang mit den Chakren eintauchen und erlagst somit ein tiefes Verständnis für dich und die Bedürfnisse deiner Seele.

Dieses Buch ist nicht nur zum Lesen! Wie das gemeint ist ? Du findest in diesem Ratgeber nicht nur tolle und informative Texte zum Thema „Chakren“, sondern auch weiterführende Links, die du mit Hilfe vom scannen von QR Codes aufrufen kannst.. Dort findest du z.B. ein Video zur Chakra Meditation oder auch einen Chakren Test bei dem du mit Hilfe von Beantwortung von ein paar Fragen, ganz einfach und schnell herausfinden kannst, welches Chakra dir Probleme verursacht.

Mein Eindruck: 

Das Büchlein besticht sogleich durch seine stringente Struktur und bietet einen Einblick über etliche Themen rund um jene geheimnisvollen Energiezentren im Körper, die wir aus den jahrtausendalten fernöstlichen Pholosophie- und Heilmethoden als "Chakren" kennen. 

Neben einem Exkurs über das Energiesystems und die Art und Weise des Energieaustauschs, aber auch die Lebensenergie selbst ("Prana") und dem Ursprung dieser Lehren werden uns klare Definitionen geliefert und Zusammenhänge rund um die Chakren aufgezeigt. Hernach folgt eine ausführliche Erklärung der einzelnen Hauptchakren, ihre Themen und "Zuständigkeiten", die mit ihnen verbundenen Organe, spezifische Probleme, die sich ergeben können, Hintergründe und Beschwerden, aber auch Möglichkeiten, um die einzelnen Chakren jeweils zu aktivieren und zu stärken. Dabei verweist die Autorin immer wieder auf die Eigenverantwortung, die uns selbst die Pflicht auferlegt UND das Recht schenkt, gut für unsere psychische und physische Gesundheit zu sorgen.

Nach einer Betrachtung über die Lotusblume werden (die klassischen) Methoden zum Chakrenausgleich und zur Chakrenreinigung beschrieben, auch hier wieder mit dem Verweis auf die Wichtigkeit der Arbeit am eigenen Bewusstsein. Das Buch zu lesen genügt also nicht, um davon wirklich zu profitieren: Es ist im Grunde eine nicht ganz simple, aber vielversprechende Einladung zu einer Anpassung des eigenen Lebensstils und der eigenen Denkweise, um wirklich spürbare Resultate zu erzielen. Weitere interessante Betrachtungen erfolgen zu den Themen Kundalini, Yoga und Karma. Das Buch schließt mit einer recht ausführlichen Betrachtung der Edelsteine und Atomaöle ab, sodass sich eine Art Übersicht ergibt, welcher Stein und welches Öl jeweils für jedes Chakra sinnvoll eingesetzt werden können. Die Öffnung des "Dritten Auges" schließlich bietet als Bonus nochmal einen ganz besonderen Einblick.

Die Betrachtung im Buch ist ganzheitlich, vielseitig und gut verständlich. Sprache, Stil und Ausdruck hätten ganz gut einen letzten Schliff vertragen, was aber dem wertvollen Inhalt und dessen Verständnis keinen Abbruch tut. Es ist erstaunlich, wie viel an Informationen dieses doch eher schmale, schnell zu lesende Bändchen bietet. Ich werde es auf jeden Fall zum Nachschlagen nutzen, denn es bringt die Dinge super auf den Punkt und versammelt viele Informationen in verdichteter Weise.

Fazit: 

Als Reikianerin (= Reiki-Praktizierende) und Yogini (Yoga-Praktizierende) hat mir dieses Buch viel bereits bekanntes Wissen in Erinnerung rufen, aber auch ein paar neue Impulse geben können. Für Menschen mit Vorwissen ist es eine schöne Zusammenfassung, für jene, die völlig neu in dem Thema sind, ein guter Einstieg und Überblick. Ich empfehle es gern und werde es auch künftig immer mal wieder zur Hand nehmen.

Das Buch wurde mir von der Autorin zur Verfügung gestellt, wofür ich herzlich danke. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Quelle: Cover und Inhalt

Freitag, 4. März 2022

Rezension: "Das Haus am Deich - Sicherer Hafen" von Regine Kölpin

Inhalt:

In „Das Haus am Deich – Sicherer Hafen“ führt SPIEGEL-Bestsellerautorin Regine Kölpin die Schicksale ihrer Protagonistinnen Frida und Erna in den 1960er und 1970er Jahren zu einem großartigen Höhepunkt. Denn der 3. Band ihrer Familiensaga führt nach Berlin in Zeiten des Mauerbaus und an die Nordseeküste zur Zeit der dramatischen Sturmflut von 1962.

1961: Der Mauerbau droht die langjährigen Freundinnen Frida und Erna zu trennen. Denn Erna lebt jetzt in Berlin, wo sie eigentlich neue Freiheit zu finden hoffte. Als ihr und ihrer Familie die Flucht in den Westen gelingt, erweist sich Frida als starke Stütze. Dabei ist auch deren Leben voller Schicksalsschläge: Als ein Jahr später eine schwere Sturmflut die Nordseeküste trifft, wachsen in ihr Zweifel, ob sie an diesem Ort, geprägt von Wind und Meer, alt werden will. Doch in den Stürmen des Lebens geben ihr letztlich nur zwei Dinge Halt: ihre Freundschaft zu Erna und das Haus am Deich, ihr sicherer Hafen. 

Vor der atmosphärischen Kulisse Norddeutschlands entfaltet sich in „Das Haus am Deich“ das Schicksal zweier Frauen und ihrer Familien: wahrhaftig, atmosphärisch und bewegend!

Band 1: Das Haus am Deich – Fremde Ufer
Band 2: Das Haus am Deich – Unruhige Wasser
Band 3: Das Haus am Deich – Sicherer Hafen

Mein Eindruck: 

Mit großer Vorfreude doch nicht ohne Wehmut nahm ich nun den dritten und finalen Teil der "Haus am Deich" - Saga zur Hand, um ein letztes Mal ein Stück des Weges gemeinsam mit den beiden Frauenfiguren Frida und Erna zu gehen, die in Ostfriesland (und anderswo) ihr persönliches Lebensglück suchen und dabei von allerhand historischen Ereignissen beeinflusst werden.

Diesmal spielt die Geschichte sich in den Jahren der großen Sturmflut und des Mauerbaus in Berlin ab. Wie gewohnt startet Regine Kölpin ihre Geschichte mit einem kleinen Rückblick auf die vergangenen Teile, den sie geschickt in ein aktuell stattfindendes Ereignis einflicht, in diesem Fall Fridas Hochzeit mit ihrem zweiten Mann, von der sie sich Stabilität und ein friedliches, erfülltes Leben erhofft. Freilich ist es kein Versehen, dass dieses prophezeite und ersehnte Glück eher einem Scheinglück entspricht, erkennbar an missklingenden Untertönen zwischen den Zeilen und einer gewissen Symbolik, in der mehr steckt als es auf den ersten Blick scheint. Der Autorin gelingt es erneut, die Gedanken und Gefühle ihrer Figuren auf eine Art zu transportieren, die alles Wichtige enthält, ohne dabei allzu direkt oder gar plump aufzutrumpfen. 

Das Schicksal schreitet voran: Viele bereits bekannte Figuren spielen erneut eine Rolle, andere werden (zu meinem Bedauern) nur am Rand erwähnt, aber natürlich muss alles mal ein Ende haben, auch eine Familiengeschichte - und die Storylines können nicht uferlos in alle Richtungen ausgebaut werden. Mir ist klar, dass das schon aus erzählerischer und praktischer Sicht nicht möglich ist. Aber wünschen würde ich es mir! Denn was Regine Kölpin meisterhaft kann: Sie erreicht, dass man ihre Bücher immer weiter und weiter lesen könnte, wenn das ginge! Zum Glück für uns LeserInnen ist sie außerordentlich produktiv und fleißig und ich gehöre - das kann ich mit Fug und Recht behaupten - inzwischen zur Fanfraktion, als eine Stammleserin, die blind jedes Buch greifen und mitnehmen würde, auf dem "Regine Kölpin" als Autorin steht. 

Auch in diesem letzten Teil spielen neben den gesellschaftlichen sehr bewegenden Ereignissen wieder feministische Themen eine Rolle, wenn auch mehr im Hintergrund, aber doch genügend, um es zu erwähnen. Die Naturschilderungen sind eindringlich und bildhaft, der Plot entwickelt sich dynamisch - die ganze Story ist im Grunde ein glaubwürdiges Schicksal, das sich tatsächlich so ereignet haben könnte, denn so spielt eben das Leben, wir wissen es alle aus eigenen Erfahrungen und / oder Schilderungen unser Verwandten und Vorfahren! Diese "Echtheit" sorgt für Nähe - man kann gar nicht anders, als mitzufühlen.

Mit viel Gefühl habe ich das Buch am Ende auch geschlossen, denn daraus ergab sich ein Abschied, der ein bisschen im Herzen schmerzte. Ich hätte überhaupt nichts gegen einen kleinen Ableger: vielleicht eine Trilogie, die die Erfahrungen der beiden Töchter in der Folgezeit beschreibt?  

Fazit: 

Letztlich sind es die großen Themen, die uns berühren und fesseln: Liebe, Familie, Freundschaft, die Verwirklichung eigener Träume und die Gestaltung des eigenen Lebens. Sie bieten viel Gelegenheit zur literarischen Betrachtung und Regine Kölpin hat diese Betrachtung zu einer Art kleiner Meisterschaft erhoben, auf ihre ganz eigene Weise. Ich bin glücklich darüber, dass ich ein Teil davon sein durfte und habe ihre Frauenschicksal-Bücher selbst schon in mehrfacher Ausführung verschenkt. Und ich verschenke nur, was mich wirklich emotional packt.

Das Buch wurde mir von der Autorin zur Verfügung gestellt, wofür ich herzlich danke. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Quelle: Cover und Handlung

Freitag, 18. Februar 2022

Miniatur-Puppenzimmer selbst herstellen - ein Hobby, das in den Flow bringt, nachhaltig ist und eine Menge Freude bereitet

Seit geraumer Zeit beglücken uns meine Eltern bei vielen Gelegenheiten mit den Sonderausgaben von Playmobil-Männchen (keine Werbung, die sind alle bezahlt!), etwa von Künstlern, Komponisten, Dichtern oder anderen berühmten Persönlichkeiten. 

Obwohl ich die kleinen Dinger niedlich fand (Ich sammle ja Puppen und skurrile Stofftiere), wusste ich lange Zeit nicht so recht, was ich mit ihnen anstellen sollte. Sie einfach zwischen das Dekogedöns und die Bücher in die Schrankwand zu stellen fand ich blöd (es sah einfach aus wie gewollt und nicht gekonnt), sie in der Schublade verschwinden zu lassen erschien mir wiederum zu schade und hätte sich auch ein bisschen shabby angefühlt.

Also schnappte ich mir neulich eine kleine Pappkiste und entschied, den Männchen ein kleines Zuhause zu gestalten. Ich beklebte, grundierte und "malerte" zunächst erstmal das Zimmerchen (= den Karton), legte einen "Teppich" und gestaltete dann aus Pappe, einem Schwamm, Stoff und anderem Zeug, was man eben so zu Hause hat, ein paar Möbel. Dazu das Fenster mit Ausblick und kitschiger Gardine. Freilich brauchten die Männchen in ihrem neuen Heim auch noch Blumen in der Vase, ein paar Bücher und Sofakissen! Es war viel leichter als gedacht, vor allem mit meinem besten Freund, der Heißklebepistole, die beinahe zaubern kann, wenn man mit ihr richtig umzugehen weiß. 

Und schon bald konnten meine Männchen einziehen!





 

Mir machte die Gestaltung so viel Freude, dass ich für die Herren Goethe und Schiller noch auf eine ähnliche Art eine Schreibstube herstellte und für den Herrn Dürer ein buntes Atelier mit winzigen Pinseln, Malpaletten und Buntstiften. Überdies versuchte ich mich in der Herstellung verschiedenen Haushaltszubehörs aus Modelliermasse, was durchaus knifflig ist. Die Ergebnisse dieser Bemühungen werde ich an anderer Stelle präsentieren.

Long story short: Ich habe zufällig aus einer kleinen Not heraus ein tolles Hobby entdeckt, das, wie meine Recherche im Netz ergeben hat, eine große Community begeistert und unglaubliche Endprodukte erschafft. Meine Resultate sind noch bescheiden süß, aber die Freude, die ich dabei hatte, ist mit kaum etwa aufzuwiegen. Zudem ist die ganze Sache nachhaltig, weil jede Menge Müll - von den Kartons über Papp- und Papierreste bis hin zu Eierkartons, Dosen und Deckeln alles Mögliche genutzt und noch einmal aufgehübscht werden kann. Und ich lerne dazu - was, wie man weiß, wenn man mich kennt, wohl eine meiner zentralen Lebensaufgaben zu sein scheint, jedenfalls setzt sich der Drang immer wieder aufs Neue durch.

Und nun muss ich rasch zum Schluss kommen, denn mein kleiner Luther braucht noch sein Studierzimmer auf der Wartburg, mit dem grünen Kachelofen und dem legendären Tintenfleck an der Wand.😁

Suche dir ein paar Reste zusammen und baue dir was Hübsches aus einem alten Schuhkarton! Es ist heilsam, meditativ, erfolgversprechend und sehr, sehr unterhaltsam! Du wirst bestimmt Spaß daran haben. 

Montag, 7. Februar 2022

FÜRSORGE: Ich schenke dir eine Kraftquelle aus meinem neuen Buch "Kraftquellen für den Alltag und in Krisen"!

"Ich hatte das Glück, einen wunderbaren Jungen großziehen zu dürfen und kann im Nachhinein bestätigen, dass das Gebären und Erziehen eines Kindes eine einzige permanente Abfolge von fürsorglichen Gedanken, Gefühlen und Aktivitäten ist. 

Alles dreht sich um das Kind: Man kuschelt sich abends zu ihm ins Bett, liest und singt ihm etwas vor. Man setzt ihm eine Mütze auf, wenn es draußen kalt ist. Man wickelt ihm kalte Lappen um die Waden, wenn es fiebert. Man schmiert Schulbrote, kocht Essen und geht zum Elternabend. Man fragt Vokabeln ab, putzt das Zimmer, sorgt für einen vollen Kleiderschrank. Man schubst es auf der Schaukel an, immer darauf bedacht, dass es nicht runterfällt. Man fährt mit ihm Inlineskaten, zum Picknicken und in den Zoo. Man spart sich Geschenke vom Munde ab, formuliert Bewerbungsanschreiben, bedient die Best Buddys mit Cola und Chips und checkt den Ausgehlook. Man schenkt Ohr und Herz bei Liebeskummer, Schulproblemen und tausend anderen Stolpersteinen, die das Leben mit sich bringt.

Ja, die meisten Eltern sind menschengewordene Fürsorge und es ist ganz erstaunlich und auch ein wenig schade, dass diese Art von liebevoller Aufmerksamkeit in Familien zwar ausdrücklich gewünscht, in allen anderen Bereichen des Lebens jedoch verpönt zu sein scheint und sogar ein wenig verspottet wird. In der Geschäftswelt jedenfalls und überall da, wo wir uns nicht in sehr persönlichen, intimen Kreisen bewegen, werden allzu bemühte Muttis und Vatis gern einmal belächelt und in ihrer eigentlichen Funktion nicht immer ernst genommen.

Wäre es aber doch nicht wunderbar, wenn wir eine Kultur gegenseitiger Fürsorge pflegen würden, in der man darauf achtet, wie es allen geht und sich darum kümmert, wenn jemand etwas braucht? Würden alle Menschen so handeln, wären alle versorgt! Mich erschreckt immer wieder, welch schlechten Stand Herzenswärme in der Gesellschaft hat: Klar, man kann sich nichts mit ihr kaufen, nicht mit ihr angeben und auf den Putz hauen, die eigenen Bedürfnisse nicht eigennützig und sogar auf Kosten anderer durchsetzen. Herzenswärme gilt als schwächlich, weich und (zu Unrecht!) weiblich – und das will in der Welt des Erfolges, in der Status, Einkommen und Erfolg den größten Teil der Persönlichkeit zu definieren scheinen, niemand sein!

Ein solches Umfeld ist kalt, herzlos und einsam. Ich denke und hoffe, es ist endlich an der Zeit, zu Pionieren zu werden und im Sinne einer neuen Ausgestaltung des gemeinsamen Lebens mutig voranzuschreiten! Würden wir uns umeinander kümmern, müsste niemand Hunger, Not, Elend oder Armut leiden, während andere auf Kosten der ökonomisch Schwächeren groteske Geldberge auf ihren Konten scheffeln! Würden wir aufeinander achtgeben, könnte mehr Zuneigung fließen, das Zusammenleben friedlicher gestaltet werden, Konflikte und Auseinandersetzungen sanfter gelöst werden. Es darf auch mal knallen – aber nicht unter der Gürtellinie! Ein wertschätzender, respektvoller, aufmerksamer und gütiger Umgang untereinander käme jedem von uns zugute.

Man mag diese Sicht auf die Welt und die Menschen blauäugig nennen, lächerlich sozialromantisch, ewiggestrig, nostalgisch. Vor allem, weil wir wissen, dass es immer jene Gauner, Schurken, Egoisten und Nutznießer geben wird, die ein System gegenseitiger Hilfe und Rücksichtnahme karikierten, gar ad absurdum führen. Aber man muss auch mal bedenken, warum manche Menschen es nicht schaffen, ihre lichtvollen Seiten zu leben, sondern ständig in ihren Schatten verstrickt bleiben: Da es das ultimativ Böse in all seinen Ausprägungen nicht grundlos gibt, dürften es wohl die Wunden und Verletzungen sein, mit denen „das Böse“ sich vor „dem Bösen“ zu schützen versucht. Und diese Wunden und Verletzungen fügen wir einander zu! Wären wir also milder, nachsichtiger und liebevoller unseren Mitmenschen gegenüber, könnten alte Wunden heilen und neue vermieden werden. Ein heilender Engelskreislauf könnte in Gang gesetzt werden.

Und was wäre denn, würden wir einander die Mützen aufsetzen, wenn der Wind auffrischt? Wir hätten alle warme Ohren! Wir würden uns auf der Schaukel anschubsen und im Fluss dieser Bewegung, bei der jeder mal im Wechsel drankommt, könnten wir alle unser ganz ureigenes Potenzial entfalten!

Fürsorge selbst kann sich in vielen unterschiedlichen Handlungen zeigen, manche davon mit weniger Aufwand, manche mit mehr. Fürsorglich zu sein bedeutet, das Wohl eines Gegenübers im Blick zu haben und bei den eigenen Aktivitäten zu bedenken. Das tut uns nicht weh und es kostet uns nichts.


Mein Sohn und ich
Mein Sohn und ich vor siebzehn Jahren

Zehn Wege, um mehr Fürsorge in dein Leben zu bringen:

1. Lasse fürsorgliche Taten in deinen Alltag einfließen: Koche mal den Kaffee für das ganze Team, wenn du morgens ins Büro kommst (Falls du natürlich der Einzige bist, der das immer tut, ist eine klare Ansage fällig!). Frage deine Kollegin, ob sie ein Brötchen vom Bäcker möchte, wenn du in die Mittagspause gehst. Steck dem Bettler dein Kleingeld zu. Nimm den Müll mit, den ein Umweltferkel im Wald hinterlassen hat, wenn du bei einem Spaziergang darauf stößt. Grüße freundlich. Lächle herzlich. Kommuniziere klar und eindeutig. Halte jemandem die Tür auf, sei höflich und achtsam. Schalte das Licht aus, das ein anderer vergessen hat. Gieße die Blumen, wenn du merkst, dass die Erde ausgetrocknet ist. Frage, ob jemand Hilfe und Unterstützung braucht, wenn du siehst, dass dem so sein könnte. Stelle nötige Informationen zur Verfügung. Bleibe fair und wohlwollend. Kritisiere sachlich und leiste auf eine erwachsene Art Widerstand, wenn es angebracht ist. Du wirst, wenn du ein bisschen aufmerksam bist, sehr schnell merken, wann und wo du fürsorglich sein kannst. Und wenn du dies für dich umsetzt, wird sich auch dein Leben wandeln: Menschliche Handlungsweisen wirken im Schlechten wie im Guten ansteckend.

2. Prüfe den Grad deiner Fürsorglichkeit sehr genau, denn manchmal ist es auch zu viel des Guten. Es kann sein, dass du Menschen Verantwortungen aus den Händen nimmst, die gar nicht für dich bestimmt sind. Es kann Bequemlichkeit und Egoismus fördern. Es kann sogar nerven und als ungefragte Einmischung empfunden werden, wie gut es auch gemeint sein mag. Und es fördert Unselbstständigkeit und Abhängigkeiten, die keiner Seite guttun.

Wie bei allem im Leben ist auch hier Balance gefragt: Weder braucht deine erwachsene Tochter einen Rundum-Haushaltsservice und ständige finanzielle Zuwendungen, die nur verhindern, dass sie lernt, auf eigenen Beinen zu stehen. Noch musst du deine abendliche Verabredung absagen, weil deine Kollegin mit Jammermiene ihre ungeliebte Arbeit und damit eigene Überstunden auf dich abwälzen will. Fürsorge ist gut, Überfürsorglichkeit überspannt den Bogen. Lasse dein eigenes Pendel zwischen den Polen Eigen- und Fremdverantwortung hin und her schwingen und sich sauber in der Mitte platzieren.

3. Bewahre dir dein weiches, zärtliches, offenes Herz, wenn du ein solches hast. Es mag manchmal scheinen, als seien Menschen mit einem solchen Herzen nicht besonders kompetent für die Art von Leben, die zu führen wir angeblich bestimmt sind. Doch wenn wir uns eine neue, andere Art von Leben wünschen – ruhiger, weniger hektisch und weniger stressig, unter der Prämisse anderer Werte – dann kommen wir nicht umhin, selbst dafür zu sorgen, den Lebensstil und die innere Einstellung dazu zu ändern. Dann müssen wir ein Vorbild sein und beispielhaft umsetzen, was wir eigentlich viel lieber leben möchten. Sei du derjenige, der den Anfang macht und dem weiblichen Prinzip wieder zu der Anerkennung verhilft, die es verdient hat und die ihm so lange im Schatten des übertrieben propagierten männlichen Prinzips in unserer Gesellschaft verwehrt wurde!

4. Die Art und Weise, wie du Fürsorge ausdrückst, darf dir genau entsprechen! Meine Oma zum Beispiel backte und kochte riesige Mengen und stopfte alle Besucher mit ihren Leckereien voll – das war ihre Art, sich um ihre Familie zu kümmern. Mein wortkarger und brummiger Opa nahm mich mit aufs Feld und zeigte mir, wie man Gras mit einer Sense mäht, weil er es wohl für sinnvoll hielt, eine Zehnjährige dies wissen zu lassen. Wer wusste auch schon, wozu ich dies im Leben mal brauchen würde? Im Winter stopfte er Stroh in eine große Plastiktüte, auf der ich den verschneiten Berg hinunterrutschen konnte. Meine Schwägerin beschenkt all ihre Lieben mit wärmenden, handgestrickten Socken. Mein Lebensgefährte kümmert sich um kaputte Autos und IT-Probleme und hat eine unendliche Geduld, wenn es um meine Sorgen, Pläne, Wünsche, Ziele und Projekte geht. Meine Eltern und mein Bruder müssen ungefähr sieben Millionen Ohren haben, weil sie immer noch gut hören, obwohl ich ihnen in vielen Gesprächen welche abkaue. Auch sind sie immer mit praktischen Ratschlägen zur Stelle. Meine Schwiegermutter ist eine wahre Königin des Schenkens und Einpackens und mein Schwiegervater erfreute Herzen mit Musik. Mein Sohn glänzt durch uneingeschränkte Loyalität und Hilfsbereitschaft. Ich habe Verwandte, die sofort anpacken, wenn irgendwo Not am Mann ist und Freundinnen, die mich inspirieren, beflügeln und in meiner Entwicklung voranbringen.

So hat jeder seine ganz eigene, sehr persönliche Art, wie er sich am liebsten und besten um seine Mitmenschen kümmert. Finde heraus, welche das bei dir ist und dann gehe ihr nach Herzenslust nach. Vergiss nicht, dich an ihrer Wirkung zu erfreuen!

5. Wage den Blick über den Tellerrand. Vielleicht gibt es etwas, das du für Menschen tun kannst, die du nicht persönlich kennst? Das muss nicht unbedingt materieller oder faktischer Art sein: Jemandem etwa bei einer Shitstorm-Hetze in einem Netzwerk zur Seite zu springen oder auf eine andere Weise Zivilcourage zu zeigen und Stellung zu beziehen, kann auch eine Heldentat sein. An dieser Stelle möchte ich auch ausdrücklich auf die Belange benachteiligter oder unterdrückter Gruppen und Minderheiten hinweisen – und nicht zuletzt auf die Bedürfnisse unserer armen gebeutelten Mutter Natur.

6. Räume in deiner inneren Welt auf. Werde dir darüber klar, welche Werte es sind, die dich führen – und dann richte dein Leben danach aus. Wie auch beim Mitgefühl bist du nur stark und fähig, dich um andere zu sorgen, wenn du dich selbst in deiner Mitte befindest.

7. Selbstfürsorge darfst du auf jede Art praktizieren: Dich im Alltag bewusst ernähren, dir aber auch mal etwas gönnen. Eine Auszeit im Garten in der Sonne oder mit einem Buch auf dem Sofa. Eine Fortbildung, die du dir schon lange wünschst, die aber für deinen beruflichen Weg eigentlich nicht viel hermacht. Das Ausprobieren und Pflegen von Passionen. Heiß baden, kalt duschen, die Wohnräume gemütlich und behaglich gestalten. Einen alten Streit klären oder eine überflüssig gewordene Bindung beenden. Bewegung und Ruhe im Wechsel. Meditation oder Gebete. Zeit für dich selbst, große Träume und Wünsche, eigennützige Projekte. Nein sagen, Grenzen setzen. Ja sagen, dich bekennen. Was immer es ist, was dein Herz zum Strahlen bringt: Tue es regelmäßig!

8. Für-Sorge: In diesem Wort steckt die eigentlich eher unbeliebte „Sorge“, oder? Sie ist nicht zufällig unbeliebt: Sich sorgen ist ein absolut nutzloser Akt, der sinnlos Energie verschwendet. Meistens beschäftigt er sich mit der Vergangenheit, an der nichts mehr zu ändern ist oder der Zukunft, die noch nicht unmittelbar bevorsteht. Mach dich frei von „Sorgen“, die deinen Geist verschmutzen, ohne zu irgendeinem Ziel zu führen!

Fürsorglich sein bedeutet nicht, sich übermäßig zu sorgen, im Gegenteil: Um dich um deine Mitmenschen und dich selbst gut kümmern zu können, brauchst du dein ganzes inneres Potenzial und das ist umso stärker, je weniger geistiger und seelischer Ballast dir Hirn und Herz verstopft.

9. Wenn du in einem helfenden Beruf arbeitest oder in deinem Umfeld viele / besonders hilfsbedürftige Menschen hast, bist du vermutlich schon von Haus aus eine ziemlich fürsorgliche Seele, die schnell einmal über ihre eigenen Grenzen geht, oft unbemerkt. Bleibe in diesem Punkt achtsam und lege dir selbst regelmäßig Rechenschaft darüber ab, ob deine Bilanz noch stimmt. Du verkaufst oder verschenkst nicht nur Lebenszeit, sondern auch Energie – und du solltest dafür nicht nur Geld oder Anerkennung bekommen, sondern eben auch eine Form von Energie! Stimmt das Verhältnis nicht (mehr), wage Veränderungen. Im Zweifel hilft es immer, zunächst das Gespräch zu suchen und die eigenen Beobachtungen und Bedenken zu formulieren. Will man dann mit dir nicht nach einvernehmlichen Lösungen suchen, ist auch dies eine klare Botschaft, aus der du deine Konsequenzen ziehen kannst.

10. Würdige die Fürsorge, die dir entgegengebracht wird. Zeige, formuliere und fühle deinen Dank nicht nur gegenüber den Menschen, die sich um dich kümmern, sondern auch gegenüber der Schöpfung und dem Leben. Auch das Leben selbst mag es, wenn man seine Bemühungen anerkennt und schätzt.

(Auszug aus meinem Buch >>> "Kraftquellen für den Alltag und in Krisen".)

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