Freitag, 27. Mai 2022

Drei wunderbare Mantren zum Rezitieren oder Chanten

"Mantra", aus dem Sankrit stammend und "Spruch", "Lied" oder "Hymne" bezeichnend, ist eine Silbe, ein Vers oder eine Art Gedicht, die heilige Kräfte manifestieren und spirituelle Energien freisetzen kann. Es gibt sie seit Jahrtausenden, es gibt sehr viele davon und ihre Wirkung kann unglaublich magisch sein, wenn man sich darauf einlässt.

Mantren werden im Rahmen eines Gebets oder einer Meditation wiederholt gesprochen - laut, flüsternd oder in Gedanken. Sie können auch gesungen werden. 

Bei der wiederholten Rezitation von Mantren werden Kräfte frei, die in Körper, Geist und Seele zu spüren sind. Sie haben eine positiveWirkung, die sich - je nach Mantra - sehr unterschiedlich ausprägen kann, etwa anregend, beruhigend, glückverheißend, herzöffnend oder erdend. 

Zahlreiche Künstler haben es sich zur Aufgabe gemacht, bekannte Mantren zu vertonen und daraus sind wunderschöne kleine Kunstwerke entstanden.

Heute stelle ich euch meine drei liebsten Mantren vor, die mich schon lange durchs Leben begleiten, und verlinke euch jeweils die Version eines Musikers / einer Musikerin, die ich derzeit am liebsten höre.

Mul Mantra

Das Mul Mantra schenkt uns Vertrauen ins Leben, inneren Frieden und Lebensfreude. Es hilft uns, Kontakt mit unserem eigenen inneren Seelenkern aufzunehmen und zu vertiefen. Als Wurzel aller Mantras stellt es eine Art Kompass auf dem Weg in unsere eigene Spiritualität dar und schärft unser Bewusstsein für unsere eigene Stärke und jene Kraft, die der Glaube uns schenkt.

>>> Mul Mantra - Snatam Kaur

Om Namah Shivaya

Dieses Mantra schenkt uns Kraft, innere Stärke und Hoffnung. Es ist dem indischen Gott Shiva gewidmet, der alles, was uns schadet und ausbremst, zerstört und damit Raum und Gelegenheit für einen Neuanfang schafft. Das Mantra erinnert uns daran, dass alles beständig im Fluss ist und sich wandelt. Es kann ein großer Trost darin liegen, dass nichts bleiben wird, wie es ist. Auch schwere Zeiten gehen irgendwann vorüber.

>>> Om Namah Shivaya - Vicki Hansen

Om Mani Padme Hum

Dieses Mantra bedeutet "Schutz für den Geist" und ist das Mantra des liebenden Mitgefühls. Es ebnet uns den Weg zur Erleuchtung, löst Spannungen und sorgt für Gelassenheit und Wohlbefinden. Die heilenden Energien wirken auf uns wie eine geistige Streicheleinheiten und docken direkt in unserem Herzen an.

>>> Om Mani Padme Hum - Deva Premal

Ich höre diese Mantren beim klassischen Nichtstun oder bei geliebten Tätigkeiten, etwa dem Basteln oder beim Yoga. Du kannst sie aber auch zum Anlass nehmen, um mithilfe ihrer Kraft selbst etwas auszudrücken, indem du zum Beispiel eine kleine intiuitive Malsession zu einem Thema deiner Wahl (oder gänzlich frei) einlegst oder selbst aktiv zum Instrument greifst, um das, was das Mantra in dir auslöst, auszudrücken. Es kommt nicht selten vor, dass heilende und spirituelle Musik etwas in uns auslöst, was uns dazu drängt, selbst aktiv oder kreativ zu werden.

Ich wünsche dir viel Freude, Erfüllung und Erkenntnis dabei.

Bildquelle: Pixabay


Freitag, 20. Mai 2022

Meine Schatzkiste: Entspannung und Regeneration

Über dieses Thema habe ich mit meinem Kleinen Seelenschmaus schon ein ganzes Buch geschrieben, das etliche wunderbare Tipps enthält.

Trotzdem will ich euch zusätzlich meine Schatzkiste vorstellen, die ein paar Dinge enthält, welche ich im Alltag nutzen kann. 

Wenn man sich gestresst und unter Druck fühlt, ist es schwer, sich geeignete Gegenstrategien spontan aus den Fingern zu saugen. Vielmehr macht es Sinn, diese Gegenstrategien schon im Vorfeld parat zu haben, dann kann man sie einfach nutzen, wenn es nötig ist, ohne erst groß darüber nachgrübeln zu müssen.

Schlafbrille:

Als Hochsensible machen mir Lärm und Licht oft zu schaffen. Um die Welt mal einen Moment ganz auszuschließen, nutze ich dieses kleine Werkzeug, bevorzugt in Kombination mit einer Meditation oder einer Reiki-Selbstbehandlung.

Ohrstöpsel:

Für die gilt das gleiche wie bei der Schlafbrille bereits beschrieben. Sinnesorgane aus - innere Welten an!

Massageball:

Den kennt wohl jeder und wie er genutzt wird, ist auch kein Geheimnis. An der Stelle möchte ich auch auf meine Yogamatte verweisen, die mir unschätzbare Dienste leistet, aber freilich zu groß für meine kleine Kiste ist.

Akupressurring:

Er wird zur Selbstberuhigung genutzt, indem man ihn langsam mehrfach über alle Finger streift. Geht auch beim Lesen oder vor dem TV. 

Rosenquarz-Stick:

Er ist perfekt geeignet für eine kleine Nackenmassage.

Aromaöle: 

Meine Wahl fiel auf Kamille, Orange, Rosenholz und Rose - alles Düfte, die für ihre beruhigende, harmonisierende und entspannende Wirkung bekannt sind. Ich habe so eine kleine Auswahl und kann nach Stimmungslage entscheiden.

Steine:

Grüner Jade, Hämatit und Aventurin liegen nicht nur angenehm glatt in der Hand, sondern beruhigen auch durch ihre wunderschönen Farben und ihre jeweilige Wirkung. Sie sind kleine Booster gegen Hektik und Stress.

Schmetterlingskette:

Ich hab sie selbst gebastelt und sie macht mir einfach Freude, nicht nur durch ihre sanften Farben, sondern auch durch den Symbolgehalt des Krafttieres "Schmetterlings", der die Dinge eher leicht und locker nimmt und mir damit auch ein bisschen Unbeschwertheit und Gelassenheit schenkt.

Bemalter Stein:

Bei einem Spaziergang am See gefunden. Lässt mich gedanklich zu jenem Moment zurückreisen - schöne, entspannte Stunden mit meinem Liebsten - und erinnert mich daran, dass ich ein Teil der Schöpfung bin. Ich fühle mich bei seinem Anblick sowohl mit der Natur wieder verbunden als auch mit den Menschen, denn immerhin hat irgendein Mensch den Stein so hübsch bemalt und ihn dann dorthin gelegt, damit ich ihn finde.

Herz:

Von meiner Schwiegermutter. Wie immer steht für mich die Verbindung zu Partner, Familie und Freundinnen absolut im Zentrum all meines Denkens und Fühlens. Mein Puls senkt sich sofort auf Normalmaß, wenn ich mich selbst an meine Einbettung in das soziale Netz erinnere und dieses Herz fordert mich symbolisch dazu auf.

Dies sind alles kleine, sofort umsetzbare SOS-Tools, die sogar auch überall mit hingenommen werden könnten, wenn man das für notwendig hält. Sie können augenblicklich Linderung von Stress und Erleichterung verschaffen und dann weitet sich auch wieder der eigene Blick und man kann schwierigen Momenten besser begegnen und Probleme besser lösen.

Das Kästchen ist geeignet, noch viel mehr Dinge zu behergen und sicher würden mir auch noch mehr einfallen! Aber dafür ist vielleicht auch mal wieder ein neues Buch der geeignete Rahmen?

Freitag, 13. Mai 2022

Journal Art - gefülltes Tagebuch und ganz viel Lebensfreude

Als große Anhängerin des Tagebuch-Führens habe ich auch auf diesem Blog schon einige Beiträge zu diesem Thema vorgestellt, zuletzt mein dreiteiliges aktuelles Journal, das ich euch schon gezeigt habe. Die drei (zusammengehörenden) Exemplare sind also derzeit bei mir in Benutzung und bislang noch fast jungfräulich, mit blanken Seiten und viel Raum für neue Eintragungen und therapeutische oder einfach nur schöne Kunstwerke.

Das "alte" Tagebuch

Dem neuen Schatz ging aber natürlich ein gefülltes Buch voraus, nämlich das, was ich zuvor nutzte. Und es ist mehr als prall gefüllt! 

Dieses Buch enthält Facetten meines Lebens, in Worten, in Bildern, in Fotos. Es zeigt, wer und was ich bin, auch, wer und was ich nicht sein will oder unbedingt sein will. Es enthält ganz viel von meinen Sehnsüchten, Träumen, Ängsten, Sorgen, Wünschen und natürlich alles, was ich in den letzten bewegenden Monaten erlebt habe. Es zeigt meine Essenz, authentisch und ungetrübt. 

Nicht zuletzt deshalb erfüllt es mich mit einem ganz warmen, weichen Gefühl, wenn ich es zur Hand nehme und denke: "Ja, da wurde etwas vollbracht." Nicht nur im Buch, sondern in der manchmal recht schwierigen Kunst des Lebens, die nicht immer gut gelingt, aber doch jeden Tag wieder versucht werden möchte.

Ganz schön fett

In der Journal-Szene nennt man aufklaffenden Bücher wie diese "Krokodilmäuler" und sie kommen zustande, weil zu viele Seiten in ein zu schmales Buch gestopft werden. Mehr noch, wenn diese Seiten durch eingeklebte Fotos oder andere Dinge weiter wachsen und wachsen, während es gefüllt wird. Diese Krokodilmäuler werden nicht gern gesehen und ein echter Bastelprofi passt den Buchrücken entsprechend schon bei der Produktion des Buches an. Für mich fühlt es sich aber genau richtig an: Dieses Buch ist voll, weil die Monate, die es dokumentiert, voll waren. Sie stecken voller Leben, prall und ungestüm, überquellend und überfließend - und so bin ich eben auch. 

Goodbye, Tagebuch!

Dieses Exemplar findet nun seinen Platz in einem Regal. Der Spruch auf dem Cover stammt übrigens von der von mir heiß und innig verehrten Glennon Doyle, deren Buch "Ungezähmt" mein ganzes Denken einmal gründlich durcheinander gewirbelt und das Unterste zuoberst gekehrt hat. 

In diesem Tagebuch war ich eine Pionierin, Tag für Tag, Stunde um Stunde. Es ist Zeugnis meines ganz eigenen So-Seins, meines Selbsts, meiner Substanz. Es wird noch da sein, wenn ich eines Tages nicht mehr bin. Und davon sprechen, wie sehr ich das Leben geliebt habe, obwohl ich es zuweilen auch verfluchte, wie es wohl jeder von uns von Zeit zu Zeit tut. Ein bisschen runtergerungst sieht es auch aus - naja, so wie ich eben auch, nach einem harten Tag.😁

Wozu dieser ganze Sermon?

Eigentlich will ich euch heute nur eins ins Gedächtnis zurückrufen: Den Gedanken daran, dass nichts Materielles Bestand hat, das Erlebte in der Seele jedoch ewig gespeichert bleibt.

Liebe Leute, sammelt Erinnerungen! Sie sind das, woraus letztlich euer Leben bestanden haben wird, wenn es Geschichte ist - wenn IHR Geschichte seid. Weil euer Leben die Geschichte ist, die IHR schreibst, ob mit einem Stift auf Papier oder einfach nur so in den weitläufigen Raum des Universums: Es setzt sich aus Momenten zusammen, die es wert sind, festgehalten zu werden. 

Freitag, 6. Mai 2022

Gelesene Bücher im April 2022

In einer kurzen und knackigen Übersicht stelle ich euch alle Bücher vor, die ich mir im letzten Monat zu Gemüte geführt habe. Ich beschreibe in ein, zwei Sätzen, worum es in dem Buch jeweils geht und erkläre und begründe, wie mir die Lektüre gefallen hat.

Meine Romane im April 2022:

 

Richard Chizmar: "Gwendys Wunschfeder"

Der Nachfolger des von Chizmar mit Stephen King zusammen verfassten (guten!) Büchleins "Gwendys Wunschkasten" ist eine Enttäuschung. In der langweiligen Fortsetzung passiert nahezu nichts, das von Belang wäre, es fehlen Tiefe, Hintergründe und Erklärungen und das Ende ist, vorsichtig ausgedrückt, haarsträubend und. 

Schade, weil die Story auch aufgrund des Vorgängers mega viel Potenzial gehabt hätte - da war so viel rauszuholen und alles ist verpufft!

Wunderbar zu beobachten ist allerdings, wie schlecht einer Geschichte gedient ist, wenn jemand die Ich-Form als Perspektive und die Gegenwart als Zeitform wählt, diese Kunstgriffe aber nicht wirklich beherrscht. Wäre ich Uni-Dozent in Literaturwissenschaft, würde ich möglicherweise diese Novelle als schlechtes Beispiel meinen Stundenten vorstellen, sie hat alles, was man dafür braucht. 

Ursula Poznanski: "Fünf"

Der erste Kaspary-Wenninger-Fall mit einer schrägen Geoaching-Suche, die mit reichlich Leichen und einem originellen Twist aufwartet. Obwohl ich recht rasch die Auflösung bereits erahnte - als Autor dieser Geschichte hätte ich das Ende GENAU SO gestaltet! - war ich gefesselt und hingerissen. Ich bin seit "Erebos" und "Saeculum" ein Poznanski-Fan und wurde auch mit diesem Serienauftakt nicht enttäuscht.

Ursula Poznanski: "Blinde Vögel"

Teil zwei musste sich sofort anschließen, Kaspary und Wenninger also zum Zweiten. Hier wurden Morde rund um eine ominöse Lyrik-Gruppe bei Facebook untersucht. Ebenso kurzweilig und spannend. Glaubwürdige Figuren, interessanter Plot, toll erzählt.

Ursula Poznanski: "Stimmen"

Und auch Nummer drei durfte nicht warten, diesmal drehte sich alles um einen toten Arzt in einer Psychiatrie. Was soll ich sagen - Ich hab's verschlungen.

Megan Goldin: "The Escape Game"

Atemberaubender Thriller über vier in einen Fahrstuhl eingeschlossene, skrupellose Banker mit einer packenden Hintergrundgeschichte. Fesselnd und beklemmend.

Regine Kölpin: "Oma macht klar Schiff"

Dieses Buch habe ich hier rezensiert.

Meine Sach- und Fachbücher im April 2022:

 

Stefan Bonner / Anne Weiß: "Generation Doof"

Nicht mehr neu, aber immer noch schlimm. 😔 Eine für mich eher bittere als lustige Abrechnung mit der Generation, der ich altersmäßig auch angehöre und die etwas pauschal und sehr überspitzt als lebensunfähige und inkompetente Masse an tumben Idioten präsentiert wird. Einzelbeispiele und reichlich statistisches Material untermauern das Urteil, über das zu diskutieren wäre. Aufgrund des definitiv wahren Kerns machte die Lektüre aber weniger Spaß als erwartet und Lösungsvorschläge für das Problem hat sie auch nicht wirklich parat. Deprimierend.

Lorenz Wagner: "Der Junge, der zu viel fühlte"

Geschrieben ist es eigentlich als Roman, aber in einem solch sachlichen und sprachlich einfachen Stil, dass ich es auch aufgrund der vielen Informationen, die außerdem enthalten sind, eher dieser Kategorie als zugehörig empfinde. In diesem Buch wird ein Teil der Lebensgeschichte des Hirnforschers Henry Markram und seines autistischen Sohns Kai beschrieben, verbunden mit der Forschung nach neuen Erkenntnissen, die sich deutlich von den bisher in der Wissenschaft etablierten Theorien abheben: 

So behauptet die "Intense Mind Theory", dass Autisten eher zu viel als zu wenig fühlen, wie bisher propagiert wurde - und stellt damit das bislang bekannte und anerkannte Bild über die Störung völlig in Frage. Ich persönlich finde die Theorie absolut faszinierend und kann mich sehr gut mit ihr anfreunden. Zudem berührt mich, wie weit eine Familie und ein Forscherteam geht, um nach Heilung und Linderung für ein Kind zu suchen, das ihnen am Herzen liegt und damit letztlich allen Betroffenen zu helfen vermag.

Die Geschichte selbst ist faszinierend, schenkt neue Perspektiven und bringt auch gleich wie nebenbei jede Menge Informationen zum Autismus mit. Mit dem Schreibstil bin ich allerdings gar nicht warmgeworden. Mit seinen Ellipsen und dem Stakkato-Stil lädt das Buch nicht so wirklich zum stundenlangen genüsslichen Schmökern ein. 

Für alle, für die das Thema Autismus relevant ist, trotzdem ein Muss, gerade weil es einmal eine ganz andere Perspektive aufzeigt und out of the box denkt.

Petra Bock: "Mindfuck Job"

Neben Mindfuck, Mindfuck Coaching und Mindfuck Love (die ich auch alle kenne), ist dies das vierte Buch aus der Reihe, das sich mit klassischen Denkblockaden beschäftigt, mit denen wir uns das Leben (in diesem Fall die Karriere) ruinieren oder zumindest schwermachen. Es zeigt Ursachen und Lösungsansätze auf, ist gut zu lesen, bietet definitiv einen Mehrwert. Interessanterweise empfand ich die Lektüre trotzdem am Ende als irgendwie "überflüssig" und öde. Ich bin mit diesem Buch nicht in Resonanz gegangen, was aber vermutlich am Thema lag. Anderen, die gerade (so wie ich früher sehr lange Zeit auch) mit ihrem Job hadern, hilft es sicher prima weiter! 

Annette Bokpe / Annette Müller: "AmazinGrace"

Eine nervtötende Werbebroschüre für die angeblich perfekte Geistheilungsmethode, in der die Propaganda für das eigene Gesundheitszentrum mehr als schlecht verpackt ist. Ich hatte mir von diesem Buch viel versprochen, da ich offen für diese Themen und immer auf der Suche nach neuem Input bin. Aber es kommt nichts als heiße Luft, seitenweise Lobhudeleien und Stimmen angeblicher Kunden und Werbeteilnehmer, die in den höchsten Tönen schwärmen. Dabei bleibt die eigentlich Methode aber seltsam schwammig und wenig greifbar - Fakten sucht man vergebens. Schließlich wird das jahrtausendalte und etablierte Reiki als "Konkurrenz-Methode" auch noch als "zu schwach" verunglimpft und spätestens an dieser Stelle hatten die Autorinnen mich (Reiki 2. Grad und ziemlich zufrieden mit dieser "schwachen" Methode, die weltweit Verbreitung findet) verloren. Ich empfehle eine kritischere Perspektive auf das eigene Tun und einen Marketing-Basiskurs!

Deepak Chopra: "Die sieben Schlüssel zum Glück"

Eine für westliche Gemüter eher ungewöhnliche Art, auf Glück und Erfüllung im Leben zu blicken. Mit Praxistipps, daher recht gut umsetzbar. Die Tauglichkeit derer muss freilich im Alltag erst getestet werden. Gefiel mir gut, aber das ist bei Chopra in der Regel meistens so. 

Freitag, 29. April 2022

Rezension: "Oma macht klar Schiff" von Regine Kölpin

Inhalt:

Die 72-jährige Frauke Hansen staunt nicht schlecht, als sie einen alten Kutter erbt – und ihre Freundin Barbara die Idee hat, daraus ein schwimmendes Café zu machen, um der Langeweile der Seniorenresidenz in Burhave zu entkommen. Tatkräftig unterstützt von Teenager Keno, der Tischler werden möchte, wird der Kutter umgebaut. Bald fahren sie damit die umliegenden Häfen an, machen neue Bekanntschaften – unter ihnen auch Kenos Opa, der Fraukes Jugendliebe sehr ähnlich sieht. Frauke ist außer sich. Zum Glück steht ihr die kleine Crew des Kutter-Cafés stets mit Rat und Tat zur Seite – selbst wenn sich Turbulenzen abzeichnen sollten …

Mein Eindruck: 

Das humorvolle Buch, in dem eine rüstige und im Kopf quietschfidele Rentnerin beweist, dass man auch in seinen Siebzigern noch lange nicht zum alten Eisen gehört, fand sich überraschend in meinem Briefkasten. Es sorgte mit seiner herzerwärmenden, lebensnahen und berührenden Geschichte für viel Lesevergnügen, das mich einige Stunden lang an das Sofa fesselte. 

Mit seinen charmanten, liebevoll gestalteten und bewusst etwas überzeichneten Charakteren, die über Ecken und Kanten verfügen, ist das Buch witzig, unterhaltsam und voller Situationskomik. Die Figuren sind auch deshalb so reizvoll, weil sie nicht nur klassisch menschliche Wünsche, Sehnsüchte und Träume repräsentieren, sondern weil sie auch Werte wie Zusammenhalt, Freundschaft und familiäre Bindungen in den Fokus nehmen. 

Somit lehrt dieser Feel-Good-Roman über drei Generationen auf eine unterhaltsame, nicht belehrende Weise, worauf es im Leben eigentlich ankommt: auf die Bindungen, die man sich schafft, pflegt und erhält. Auf das Miteinander und die gemeinsam verbrachte Zeit, auf zusammen realisierte Projekte, die von allen Beteiligten getragen werden. Auf gegenseitige Hilfe und Unterstützung, wenn es mal hart auf hart kommt.

Und es offenbart sich noch mehr Lebensweisheit: Die Gestaltung des eigenen Lebens passt nur dann exakt zu einer Person, wenn sie diese individuell auf die eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen zuschneidet - und die können sich bei jedem Menschen anders ausprägen. Erfüllung und Glück gibt es nicht von der Stange, nicht nach Maß und schon gar nicht, indem man sich bei der Suche danach ausgiebig nach links und rechts orientiert, statt auf die Botschaft im eigenen Inneren zu hören - es ist letztlich das eigene Herz, das einem den richtigen Weg weist. Dabei gibt es kein Richtig oder Falsch. Jenseits aller Vergleiche und Urteile ist der eigene Weg nicht deshalb erstrebenswert, weil er sinnvoller oder besser ist als die der anderen Menschen. Er ist der richtige Weg, weil er den eigenen Seelenplan verwirklicht. Und genau deshalb sollte er unser aller Richtschnur sein, an der wir uns orientieren, ohne uns beirren zu lassen.

All das teilt uns der Roman mit. Jedoch bedient er sich dabei niemals der Schwafelei oder eines erhobenen Zeigefingers. Wie in all ihren Büchern ist auch in diesem der Erzählstil kurzweilig und luftig, sodass sich die Seiten auf locker-leichte Art so weglesen und man am Ende erstaunt zur letzten Seite blättert und denkt: "Ach! Schon vorbei!" Freilich mit einem kleinen Bedauern. Zum Glück hat Regine sehr, sehr viel geschrieben und es ist noch eine sehr lange Weile Nachschub möglich.

Nicht zuletzt nährt das für Regine Kölpin typische maritime Flair erneut die Nordsee-Liebe eines jeden Lesers. Mehr Landschafts- und Ortsbeschreibungen hätten es von mir aus auch noch sein dürfen, etwa in Dangast, wo ich regelmäßig meine emotionalen Akkus auftanke. (Werde ich dort jemals wieder am Strand oder Hafen stehen können, ohne Omas aufgemöbelten roten Kutter mit dem lustigen geschlechtsneutralen Namen vor mir zu sehen? 😁)

Fazit: 

Mit einem Buch von Regine Kölpin macht man nie etwas falsch, so also auch mit diesem nicht. 

Mir gefällt besonders, dass eine eher selten in der Literatur im Zentrum stehende Figur - weiblichen Geschlechts und bereits verrentet sowie verwitwet - die Hauptrolle spielt, um die herum sich die gesamte Geschichte entfaltet. 

Das Buch wurde mir von der Autorin zur Verfügung gestellt, wofür ich herzlich danke. 

Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.   

Quelle: Cover und Handlung

Freitag, 22. April 2022

Tagebuch mal anders: Art Journal, Script Journal, Lesetagebuch und Schattenjournal

Zeit meines Lebens führte ich Tagebuch. Aber inzwischen sind es nicht mehr einfach nur Texte in Notizbüchern, rasch hingeworfen mit irgendeinem Kuli, den ich gerade zur Hand habe, in aller Eile und ohne jede Muße.

Mein Tagebuch ist meine Spielwiese, auf der ich all meinen Leidenschaften nachgehe: dem Schreiben, der Kunst, dem Malen und Basteln, dem Eintauchen in psychologische Zusammenhänge und zwischenmenschliche Geheimnisse, dem Genuss von Auszeiten und Relaxmomenten, dem Festhalten schöner Momente, dem Fixieren von Informationen, die mir wichtig erscheinen. Ein simpler Ringblock oder ein Heftchen reicht mir dafür längst nicht mehr aus.

Ein Notizbuch, das alles und noch mehr können muss:

In meinem Tagebuch brauche ich nicht nur viel Platz, sondern auch diverse Varianten von Papier, um es für alles nutzen zu können, was mir wichtig ist: Weiße Seiten, auf denen ich male und kritzele. Linierte oder karierte Seiten, auf denen ich schreibe. Bunte und vielfältig gestaltete Seiten, auf denen nachher kleine Kunstwerke und Collagen zu den Themen entstehen, die mich gerade beschäftigen. Manchmal notiere ich dort auch nur ein kleines Zitat oder klebe Bilder ein, wie in ein Fotoalbum. Ich nutze alle möglichen Arten von Kunst und Worten, um mich auszudrücken und auszuleben.

Wo bitte gibt es ein solches Tagebuch zu kaufen?

Mein Tagebuch ist also ein All-in-one-Tausendsassa! Ahnst du, wo das Problem liegt? Ein solches Buch gibt es nirgendwo auf der Welt! Es ist so speziell, dass ich es nicht kaufen kann, sondern entsprechend selbst gestalten muss. Gesagt, getan! Grundlage war ein Umschlag vom großen A, das ich collagenmäßig aufhübschte und verzierte.

Der Tagebuch-Teil:

Das von mir derzeit genutzte Diary besteht aus drei Signaturen mit den oben genannten Papiervarianten. Die Signaturen habe ich einfach nebeneinander eingenäht.

Wie du ein solches Buch herstellen kannst, habe ich hier beschrieben.

Der Lesetagebuch-Teil: 

Bislang habe ich die von mir gelesenen Bücher und gesehene Filme oder Serien samt kurzer Inhaltsangabe und persönlichem Eindruck im klassischen Tagebuch mit aufgeführt. Das wurde mir aber zu unübersichtlich, weil ich gern auch mal auf einen Blick hätte, wann ich welches Buch gelesen habe, ohne ellenlange Texte oder aufwendige Kunstwerke dazwischen. Also lautete die Lösung, ein farblich passendes Extra-Büchlein dafür herzustellen. Es lässt sich in einer Tasche in der Innenseite des großen Tagebuchs verstauen.

Der Schattentagebuch-Teil:

Manchmal bin ich am Jammern, Herumätzen, Nörgeln und Schimpfen. Gerade im Tagebuch bietet sich der optimale Platz für hin und wieder aufkommenden Frust, um zu verdauen, zu verstehen, zu reflektieren oder auch loslassen zu können. Allerdings nervte mich irgendwie, dass diese Seiten voller negativer Energien sich zwischen den bunten Kunstwerken oder alltäglichen Beschreibungen des Alltags wiederfanden. Ich wollte sie da raushaben. Ich wollte meinem Schatten (siehe: C. G. Jung!) seinen Platz in meinem Erleben nicht wirklich zugestehen. Ich wollte, dass es mich fröhlich stimmt, wenn ich durch die Aufzeichnungen meines Lebens blättere.

Nun wissen wir aber alle, was geschieht, wenn wir den eigenen Schatten - unsere ungeliebten, verdrängten Anteile, die wir derart verleugnen, dass wir manchmal nicht einmal ihre bloße Existenz anerkennen - aus unserem Denken und Fühlen ausklammern. Und es tut ja auch gut, sich auch mal das Schlechte und Schlimme im eigenen Kopf anzuschauen, es in die Arme zu nehmen und Frieden mit seiner Anwesenheit zu schließen. 

Meine Idee war dann, dem Schatten ein eigenes Buch zur Verfügung zu stellen, in dem er nach Lust und Laune herumwüten und seine blöden Vibes versprühen kann. 

Auch das Schattenjournal gestaltete ich farblich passend zu den anderen beiden Schätzchen. Es ist ebenfalls in das große Buch integriert, aber herausnehmbar. Und schon darf der Schatten sein - aber eben nicht überall sein Unwesen treiben.

Das Tagebuch als Lebensbegleiter

Mein Tagebuch ist tatsächlich alles für mich: ein geduldiger Zuhörer, ein warmherziger Tröster, ein kluger Ratgeber. Es lässt mir Kopf und Herz frei werden, ermöglicht mir viele verschiedene Arten des Künstlerisch-Aktiv-Werdens und ergibt letztlich ein sorgsam geführtes und liebevoll gestaltetes Dokument meines Daseins. 

Fun Fact: Die Spitze, mit der der Buchrücken verziert ist, hat mir meine Stiefoma überlassen, denn sie ist eigens von meiner Uroma höchstselbst hergestellt worden. Eine nette Verbindung zu meinen Ahnen, die jeden Tag im Leben ersichtlich wird, oder?

Der Frage, warum Tagebuch-Schreiben eine so wunderbare Sache ist, bin ich übrigens hier mal nachgegangen.

Wenn du selbst Lust auf Schreiben und / oder Gestalten hast, dann beschäftige dich doch mal mit der Idee, dies in einem einzigen Buch zu tun, das du immer bei dir haben und ständig zur Hand nehmen kannst. Oder wahlweise, wenn du auch so ein Ordnungsfreak bist wie ich, in verschiedenen Büchern, die sich thematisch unterscheiden und all deine unterschiedlichen Wünsche bedienen.

Viel Spaß dabei!