Dienstag, 14. September 2021

Kraftorte aus spiritueller und aus psychologischer Sicht

Letztes Jahr im Urlaub in der Nähe von Lüneburg entdeckten wir einen etwas versteckten, geheimnisvollen Ort, der mich auf eine ganz ungewohnte Weise ansprach. 

Es handelte sich um einen Steinkreis aus unfassbar alten, zum Teil riesigen Steinen, in dessen Mitte sich ein weiterer großer Felsen und daneben ein kleiner Baum befanden.

Mein Kraftort:

Dieser Ort übte eine ganz besondere Anziehungskraft auf mich aus. Meine Wahrnehmungen schienen geschärft, die Sonne strahlte heller, der Stein unter mir war behaglich warm und in den umliegenden Bäumen rauschte intensiv der Wind, als wollten die Blätter mir etwas zuflüstern. 

Ich nutzte unseren Aufenthalt nicht nur, um mich über die Entstehung dieser merkwürdigen Steinformationen zu informieren, sondern ich spürte auch, wie ich mehr und mehr zu mir selbst kam und mich uneingeschränkt mit der Schöpfung und dem Universum verband. Es war, als hätte ich einen direkten Draht gelegt und könne plötzlich Energien fühlen, die ich zuvor gar nicht bemerkt hatte. Und ich sah Bilder, Worte, ganze Geschichten, weshalb ich mir rasch einige Notizen im Handy machte, weil ich nichts zu schreiben dabei hatte. (Aus diesen Notizen entstanden später Gedichte, Texte, ganze Geschichten.)

Am Ende wollte ich gar nicht mehr gehen! Ich war nicht nur in Verbindung mit der Schöpfung, sondern auch mit allen Menschen, die vor mir schon an diesem Ort gewesen waren, verbunden über Raum und Zeit hinweg. Ich konnte einen winzigen Blick in die Unendlichkeit des Universums werfen und mich an seiner unfassbaren Schönheit erfreuen. Es war ... magisch.

Dieser Ort, der mich andocken und ankommen ließ, muss ein Kraftort gewesen sein.

Ich möchte dir heute etwas über Kraftorte erzählen. Es gibt zwei Arten, die für mich relevant sind, jene reale Orte in der Welt, von denen ich ja eben diesen einen besucht hatte, und jene imaginierten in meinem Kopf, die ganz besondere Geschenke in petto haben.

Spirituelle Kraftorte:

Schon immer haben Menschen bestimmten Orten geheimnisvolle, vielleicht sogar magische Kräfte zugeschrieben, an denen Energien besonders intensiv fließen sollen. In demütiger Verehrung und tiefer innerer Verbundenheit begegneten die Menschen früherer Zeiten diesen Orten, etwa Steinkreisen, gewissen Landschaften mit markanten Merkmalen, Quellen und Wasserfällen oder Bergen, auch Gebäuden, etwa Kirchen, und niemand fand etwas seltsam dabei. Das war jene Zeit, in der man noch besser auf die Botschaften der Schöpfung eingestimmt war und mehr im Einklang mit der Natur lebte.

Diese magischen Orte, um die sich so manche Geschichte und vielen Mythen ranken, gibt es bis heute. Und es gibt auch immer noch Menschen, die das Bedürfnis haben, sie aufzusuchen und sich an ihrer Kraft zu laben, vielleicht eine höhere Schwingung zu erreichen oder die Bewusstseinsebene zu verändern, Klarheit, inneren Frieden und mehr Energie zu erlangen. Beispiele für Kraftorte sind etwa Ayers Rock in Australien, Stonehenge in Großbritannien, die Pyramiden von Gizeh oder die Externsteine im Teutoburger Wald. Aber nicht nur berühmte und touristisch massiv überlaufene Orte können ein Kraftort sein - du kannst genauso gut einen solchen Kraftort in deiner unmittelbaren Umgebung finden, denn sie sind überall vorhanden.

Was da genau vor sich geht an einem solchen Ort, kann die Wissenschaft - wie so vieles - nicht erklären. Für einen sensiblen Menschen reicht es aber, still zu werden und sich einfach bereitwillig darauf einzulassen, um sich mit einem Kraftort zu verbinden.

Wie kannst du den Kraftort für dich nutzen?

Wenn du dir ein bisschen Zeit und deiner Seele Raum zum Atmen gibst, empfängt dich dein Kraftort mit einer deutlichen Botschaft, die du vielleicht nicht erkennst, aber in jedem Fall deutlich fühlst. Lass dich dort nieder, schenk dir ein paar entspannte Minuten, nimm um dich herum die Landschaft in all ihren Einzelheiten wahr.

Gehe dann in dich und verliere dich selbst in einer kleinen Meditation, wobei du dich nur auf deine gleichmäßige und ruhige Atmung konzentrierst. Spüre, was um dich herum vorgeht, spüre, was in dir selbst passiert. Was macht der Ort mit dir? Steigen Bilder oder Worte auf? Ideen? Gib dich hin und vertraue deinem Kraftort. Bitte ihn, dich mit frischer Energie und Stärke zu versorgen. Stell dir vor, wie diese Energie deinen Körper, deinen Geist und deine Seele in sanften Farben umhüllt. Fühle dich im Arm der Schöpfung geborgen. Tanke alles, was du brauchst und lass alles los, was du nicht mehr benötigst.

Wenn du das Gefühl hast, es genügt, dann löse dich langsam von deinem Kraftort und vergiss nicht, dich bei ihm zu bedanken. Du kannst vor deinem Abschied auch ein Mandala aus Naturmaterial legen oder deinem Kraftort anderweitig ein Geschenk machen (aber bitte nichts, was nachher als Müll liegenbleibt!). 

Kehre an deinen Kraftort zurück, wann immer du es brauchst. Suche immer wieder nach neuen Kraftorten, wenn du irgendwo unterwegs bist. Man bekommt mit der Zeit ein Gespür für die "richtige" Schwingung, fühlt sich dort geborgen und von der Schöpfung getragen, versöhnt und mit allem um sich herum in Frieden. Daran erkennst du diese Kraftorte!

Und auch, wenn es traditionelle und kulturell geprägte Kraftorte gibt, an denen sich viele Menschen tummeln wollen, so gibt es doch auch jene kleinen versteckten Plätze, die nur für dich ein Kraftort sind! Es bereitet große Freude und Erfüllung, sich auf die Suche nach einem Ort zu machen, der die Zeit für dich eine Weile anhält, eine heilige Andacht ausstrahlt und einen neuen Blick auf die Welt ermöglicht. 

Psychologische Kraftorte:

Für diese Art von Kraftort, wie er in vielen psychotherpeutischen Methoden genutzt wird, musst du dich nicht vor die Tür begeben, ja, dich nicht einmal großartig bewegen! Er existiert nämlich nicht im Außen, sondern wird dank deiner Fantasie in deiner Vorstellung erschaffen. Dafür begibst du dich in einen Zustand der Entspannung und visualisierst deinen inneren Kraftort mit allen möglichen Sinneseindrücken und in vielgestaltigen Einzelheiten. Wenn du das ein paar Mal geübt hast, kannst du deinen Kraftort in jeder Situation - auch prekären oder schwierigen - vor deinem inneren Auge abrufen.

Er wird so etwas wie ein mentaler Schutzbunker, in dem du Kraft und Energie sammeln oder dich gegen Angriffe wappnen kannst. Gerade, wenn die äußere Welt einem bedrohlich, gefährlich oder feindlich vorkommt, ist ein sicherer innerer Rückszugsort, an dem man Kraft tanken kann, Gold wert!

Das Beste ist: Weil du deinen Kraftort selbst erschaffst, kann er aussehen und sich anfühlen, wie auch immer du willst! Du kannst ihn nicht verlieren, du hast ihn immer bei dir! Und in wirklich jeder Situation wird es möglich, ihn für dich zu nutzen.

Wie kannst du dir einen solchen Kraftort schaffen?

Am einfachsten klappt die innere Reise an den eigenen Kraftort mit einer geführten Meditation, wie zum Beispiel dieser hier von "Deiner Entspannungsfee".

Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Anregungen ein bisschen weiterhelfen.

 



Montag, 6. September 2021

Meine Erfahrungen mit der kunsttherapeutischen Methode "Neurografik"

Diese aus Russland stammende kunsttherapeutische Methode ist mir kürzlich (zufällig???) begegnet, als ich das Universum angesichts der radikalen Veränderungen in meinem Leben und mit den damit einhergehenden seelischen Erschütterungen um mehr Klarheit und Reflexion bat.

Sie war superleicht umzusetzen und sorgte für erstaunliche Ergebnisse!

Neurografik? Was ist das?

Im Rahmen dieser Methode werden innere Blockaden gelöst und das Hirn wird "neu programmiert", indem nach einem bestimmten Ablauf und regelgerecht "Kritzeleien" zu Papier gebracht werden, die nachher noch bunt eingefärbt werden. Durch diesen Prozess werden Synapsen neu verdrahtet und mit dem Problem in Beziehung gesetzt. Sowohl das Tun selbst als auch das nachher entstehende, durchaus interpretierbare Resultat bewirken Veränderungen und Bewegungen im Denken, Fühlen, Handeln und schlussendlich dadurch auch im eigenen Leben.

Wie kam ich dazu?

Ich fand meine Informationen dazu bei einem der offensichtlich führenden Praktizierenden, Jörg Lehmann, was mir zunächst die ersten Grundlagen vermittelte und mich mit der Methode vertraut machte. Fortan klickte ich mich fasziniert durchs Netz, völlig hingerissen von den vielfältigen Kunstwerken, die da entstehen. Die Werke selbst stehen allerdings nicht im Vordergrund, es geht vielmehr um den therapeutischen Nutzen und die Konsequenzen der kreativen Tätigkeit, fernab von jedem künstlerischen Anspruch. Ich bekam Lust, es selbst auszuprobieren.

Meine zweite Quelle war Sylvia Grübl, die unter dem Stichwort "Neurodings" im Rahmen eines kleinen Büchleins und in Form von Seminaren eine ganz ähnliche Methode praktiziert. Ihre Anleitungen sind ebenso sofort ohne Vorbereitung umsetzbar und ganz leicht zu befolgen.

Wie ging ich vor und was kam dabei heraus?

Ich probierte neben dem "Lebensbaum" auch mehrfach konkrete Blockaden und Probleme aus, die ich mit Neurografik bzw. Neurodings bearbeiten wollte. Ließ mich intuitiv auf den Prozess ein. Versank ins meditative Tun, schob mein Thema spielerisch von A nach B und über hundertfünf Ecken. 

Am Ende hielt ich Bilder in den Händen, die mir sofort unverschlüsselt und direkt offenbarten, was sie mir an Botschaften mitzugeben hatten. Und ich spürte, dass Gefühle in den Fluss kamen, die zuvor irgendwo versiegt waren. 

Meinem Neuroexperiment schlossen sich konkrete Planungen für Dinge an, die ich vorher nicht mal im Ansatz durchschaut und verstanden hatte. Auch brauchte es intensiver schriftlicher Verwertung (im Tagebuch und in Gesprächen), um das Erkannte und Verstandene auch nutzen und umsetzen zu können.

Aber den wichtigsten Anstoß haben mir meine Bilder dafür gegeben, die so einfach und mühelos entstanden, als wären sie vom Himmel gefallen. Sie ergaben sich wie von Zauberhand und sie sprachen mit klaren Worten.

Künftig werde ich die einfache und hilfreiche Methode öfters nutzen, vor allem, weil sie sich nicht nur für Probleme eignet, sondern im Grunde für jedes konzeptuelle Thema, für das man ansonsten vielleicht "nur" eine Mindmap oder eine Liste erstellen würde. Auf diese Art und Weise kommen viel tiefergehende und kreativere Denkprozesse zustande, die man wiederum für Alltag, Arbeit und Lebensgestaltung nutzen kann.

Alles, was man braucht, sind ein paar Stifte (schwarzer Filzstift, schwarzer Fineliner, Buntstifte in verschiedenen Farben), Papier und etwas Zeit und Ruhe.

Probiere die Methode gern mal aus, wenn ihr Zeit und Lust habt!

Es gibt zuhauf Anleitungen im Internet, nicht nur auf den von mir verlinkten Seiten, sondern auch von begeisterten Malenden bei youtube. 

Auch Anregungen für Einsatzideen und Gestaltungsmöglichkeiten findet man dort. Im besten Fall hast du nachher Klarheit über deine Konflikte und Sorgen - und im "schlechtesten" ein hübsches Bild und ein entspanntes Innenleben, weil der gesamte Prozess freilich auch beruhigend und meditativ wirkt.

Und denk dran, das Ziel ist nicht, ein Künstler zu werden, der für seine Resultate bewundert wird, sondern dir selbst ein Stück weit näherzukommen. Und vergiss nicht, dass du selbst der Spezialist für deine einmalige und wertvolle Innenwelt bist - niemand auf der Welt kann dich so gut verstehen und erkennen, wie du dich selbst, wenn du es zulässt.

Dienstag, 31. August 2021

Lavendel - der Tausendsassa unter den Aromaölen

Manche Menschen sind kein Freund von Lavendel, manchmal wird ihm sogar ein muffiges, altjüngferliches Odeur nachgesagt. Riecht nach oller Omma, igitt, heißt es zuweilen. Nach dem Spitzentaschentuch, mit dem akribisch die eisverschmierten Mundwinkel mit ein bisschen beherzt aufgetragener Spucke saubergetupft wurden. Oder nach der kratzigen wollenen Stola, die am Ende keiner erben wollte! 

Nicht ganz zu Unrecht, denn schon seit etlichen Generationen nutzt vor allem die weibliche Spezies das vielfältige Vermögen jenes Krauts in Sachen Heilung, Beruhigung und Gesundwerdung. Die "Kräuterhexen" aller Zeiten wissen schon sehr lange um die magische Wirkung des provenzalischen Kräutleins, das viel Gutes für uns im Gepäck hat.

Denn jene, die seinen spritzigen Geruch mögen und nutzen, profitieren in vielerlei Hinsicht davon! Inzwischen sind diese vielfältigen Wirkungen auch in wissenschaftlichen Studien häufig bestätigt worden und sie verhelfen Omas alter Stola und dem Spitzentaschentuch (ohne Spucke) zu neuem Glanz.

In meinem Fall ist das auch der Fall! Das Lieblingsparfüm meiner Oma enthielt eindeutig Lavendel und so kann ich mir, wenn mir danach ist, einen Hauch meiner vor Jahren verstorbenen Großmutter zurückzaubern, natürlich verbunden mit ihrer Herzenswärme, Klugheit und der Liebe, die sie mir unermüdlich zeigte.

Was kann Lavendel?

Der Echte Lavendel (und nur dieser!) wirkt beruhigend, ausgleichend, harmonisierend und angstlösend. Er kann uns vor einer Prüfung oder in einer anderen Situation, die uns nervös macht, nervlich runterfahren und sogar Schlafstörungen entgegenwirken. Innere Unruhe, Angespanntheit und Gereiztheit verringern sich und sogar depressive Verstimmungen können eine Linderung erfahren.

(Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir hilft allein das Bewusstsein, dass ich in seelischen und pschischen "Notfallmomenten" eine Möglichkeit habe, um meinen Gefühlen entgegenzuwirken, um schwierige Situationen besser in den Griff zu bekommen.)

Lavendel bringt außerdem eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung mit und stört Insekten und Motten. Er kann innerlich (Tabletten oder Kapseln, Tee) und äußerlich angewendet werden.

Für die positive Wirkung sind Ätherische Öle, Kumarine, Gerbstoffe, Flavonoide verantwortlich. Sie werden in einem aufwändigen Prozess aus den winzigen lila Blüten gewonnen, entfalten aber nur ihre volle Wirkung, wenn dies auf sanfte und natürliche Weise geschieht (weshalb von Ölen ohne Zertifikat oder mit künstlichen Zusätzen unbedingt Abstand genommen werden muss).

Wie kann er verwendet werden?

Heute zeige ich euch meine vielfältigen Nutzungsformen, mit denen ich mir das duftige Kraut zueigen mache. Es begleitet mich quasi durch den Tag und vor allem durch die Nacht.

Nach der Ernte aus Schwiegermutters Garten trockne ich den Lavendel in kleinen Sträußchen. Die getrockneten Blüten können dann in ein Taschentuch gewickelt oder in ein Baumwollsäckchen eingenäht werden. Das große Säckchen liegt auf meinem Nachttisch und schenkt mir erholsame nächtliche Stunden. Das kleine Säckchen wartet im Kleiderschrank auf Motten (nicht, dass ich je welche gehabt hätte!) und verbreitet dort seinen angenehmen Duft. (Oder man kann es mitnehmen, wenn man zwischendurch daran schnuppern möchte.)

Das Schlafspray ist aus zwanzig Tropfen Lavendelöl, Wasser und einem halben Schnapsglas Wodka fabriziert. Es kann einfach aufs Kissen oder in den Raum gesprüht werden. Die Pumpflaschen bekommt man in der Drogerie oder im Internet für kleines Geld.

Ich nutze meine Aromaöle (nicht im Bild) auch im Wohnzimmer und im Atelier ganz klassisch in der Duftlampe. Manchmal, vor allem nach harten Tagen oder heftigen Erlebnissen, ist Lavendel der passende Seelenstreichler.

Eine neutrale Hautcreme (nicht im Bild) oder ein duftfreies Körperöl kann mit ein paar Tropfen Lavendelessenz versehen und bei Bedarf auf Stirn, Schläfen und Handgelenke aufgetragen werden.

Abends eine Tasse Tee mit einer Mischung, die Lavendel enthält, ist auch stets eine gute Idee. Der Handel hält eine vielfältige Auswahl bereit: Einfach mal die Inhaltsstoffe durchlesen und nach Lust und Laune auswählen. 

Und schließlich ist Lavendel auch immer wieder eine wichtige Komponente für meine selbst hergestellten Seifen, die freilich auch täglich genutzt werden.

Wie funktioniert es?

Lavendel beeinflusst die Nervenrezeptoren im Körper und sorgt dafür, dass weniger Stresshormone ausgeschüttet werden.Stattdessen kommt mehr Serotonin - das Glückshormon - zum Zug. Die Stimmung hellt sich auf, das Nervensystem beruhigt sich, der ganze Organismus findet die Möglichkeit einer Auszeit und Erholung.

Achtung: Schwangere und Stillende sollten sich bei der Nutzung mit ihrem Arzt abstimmen. Für kleine Kinder und Säuglinge ist Lavendelöl nicht geeignet.

Tausendsassa

Ihr seht, Lavendel ist in vielerlei Hinsicht super nützlich und auf verschiedene Arten nutzbar. Es lohnt sich, es mal auszuprobieren und im besten Fall für den Notfall vielleicht sogar ein kleines Säckchen oder die Creme immer dabei zu haben! 

Ich staune immer wieder über die Hilfe, die die Schöpfung uns mit ihren Kreationen zuteil werden lässt und sage an dieser Stelle einmal innigst: Danke, Mutter Erde, für den hübschen, fröhlich blühenden, wohlduftenden Lavendel, der auch noch in meiner Herzensfarbe leuchtet und so viel für mich tut!

 



Freitag, 27. August 2021

Rezension: "Der Zug der Nonnengänse" von Franka Michels

Inhalt:

Vom Gehen und Kommen des Glücks:

»Der Zug der Nonnengänse« ist ein bewegender Roman über eine besondere Frauen-Freundschaft, schicksalhafte Entscheidungen und die inspirierende und tröstende Kraft der Natur.

Wenn sich der Himmel über der Insel Langeoog mit mächtigem Flügelrauschen füllt, dann kehren die Nonnengänse heim in ihr Winterquartier.
Nichts gibt der 60-jährigen Amelie so viel Trost und Kraft zugleich wie Wanderungen in der sich stetig wandelnden Natur des Wattenmeers und der Anblick der eleganten Zugvögel – ganz besonders jetzt, wo ihr wegen einer Krebs-Erkrankung nur noch wenig Zeit bleibt. Eine einzige Sache würde Amelie gerne noch ins Reine bringen, wenn sie nur wüsste, wie …
Als Bente auf der Insel eintrifft, ahnt Amelie sofort, was in der 20 Jahre Jüngeren vorgeht: Zu gut kennt sie selbst die widerstreitenden Gefühle, die Bente umtreiben.
An langen Nachmittagen in der Natur Langeoogs, wo die beiden Frauen Amelies geliebte Nonnengänse beobachten, entsteht eine tiefe Freundschaft, die schließlich beiden den Weg weisen wird.

Franka Michels lebt selbst an der Nordsee-Küste und liebt es, Tiere in ihren natürlichen Lebensräumen wie beispielsweise der Salzwiese zu beobachten. Die auch auf der Insel Langeoog rastenden Nonnengänse haben die Autorin zu ihrem Roman über eine Frauen-Freundschaft inspiriert, die sich im Rhythmus der Natur entfaltet und schließlich beiden Frauen hilft, eine wichtige Frage zu beantworten: Was bedeutet Glück?

Mein Eindruck:

Was für ein herzerwärmendes - nein: herzzerreißendes - Buch! Ich las es quasi in einem Rutsch durch und kam nicht umhin, mir das ein oder andere Tränchen aus dem Augenwinkel zu reiben.

Schon auf den ersten Seiten fingen mich die malerischen Landschaftsbeschreibungen ein, die mit einem liebevollen Blick fürs Detail und mit zarter Feder ausgeführt werden. Mitreißende Wetterphänomene lassen neben den inneren Geschichten, die sich kraftvoll entwickeln, auch eine äußere Welt entstehen, in die ich am liebsten sofort eintauchen wollte. So war es nicht schwer, sich direkt in die Szenerie hineinziehen zu lassen und sich dort behaglich auszustrecken. Überhaupt steckt in diesem Buch eine Gemütlichkeit und eine Behaglichkeit, die trotz der zuweilen harten Schicksale der Protagonisten den Blick auf das Hoffnungsvolle und Schöne lenkt und ich ertappte mich öfters bei dem Gedanken: "Ach, da möchte ich jetzt auch gerade mittendrin sein und gemütlich Tee vor dem flackernden Feuer trinken, während draußen Wind und Regen toben!" Ich sah, roch und fühlte, was die Figuren wahrnahmen. Die Autorin hat ein ganz treffliches Händchen dafür, meine Fantasie direkt anzuzapfen und auf Wanderschaft zu schicken!

Das Buch zeichnet sich durch warmherzige, sympathische und allzu menschliche Figuren aus, die wiederum auch ihre Fehler, Macken und Makel haben und trotzdem - oder gerade deshalb - etwas ganz ureigen Menschliches in mir selbst berührten. Es ist eine Liebeserklärung an die Nordsee, aber auch eine an die Liebe und die Freundschaft, die Verbundenheit, die Menschen untereinander spüren und die Menschen zur Natur fühlen. Nicht zuletzt auch durch die vielfältigen Informationen und Einzelheiten über die Flora und Fauna und vor allem die Welt der Wattenmeervögel konnte ich außerdem einiges Neues erfahren und dazulernen, was besonders reizvoll war, da es sich bei einigen der Settings ja um mein eigenes Lebensumfeld handelt.

Die Geschichte entfaltet sich sanft und leise, hat es aber auf mehreren Ebenen in sich. Sie beschäftigt sich mit Fragen rund um das Sterben und die Endlichkeit und Vergänglichkeit des Lebens, aber viel mehr als das ist sie auch ein Manifest auf das Leben und all seine Möglichkeiten. Aus den Erfahrungen der Älteren kann die jüngere Frau im Rahmen ihrer frischen und doch innigen Freundschaft wertvolle Schlüsse ziehen, doch der Lebensbericht der sterbenden Amelie hilft nicht nur der verwirrten Bente weiter: Auch mir als "lesender Beobachterin" zeigte er auf eine einfühlsame Art, worauf es letztlich im Leben doch wirklich ankommt: authentisch sein, aufrecht und ehrlich bleiben, den Blick immer wieder auf die kleinen Dinge des Daseins richten, die oft selbstverständlich erscheinen, es aber keineswegs sind. Freude und Erfüllung in diesen Dingen suchen. Und auf sein Herz zu hören, auch, wenn es Irrwege vorschlägt und man manchmal in Sackgassen landet! 

Wie heilsam und kostbar die Verbindung zur Natur ist, wird ebenfalls nochmal verdeutlicht, aber natürlich muss man eine gewisse Offenheit und Bereitschaft dafür mitbringen, wenn man sich im Schoß der Schöpfung zu Hause fühlen will. Dieser Prozess der inneren Öffnung für sich selbst und das Leben als solches ist wunderbar und gut nachvollziehbar beschrieben. Und so kann sich lösen, was verkrustet ist und feststeckt und es kann etwas ganz Neues ins Fließen kommen. Dabei ist das Buch niemals lebensfremd oder kitschig. Es beschreibt in einer Geschichte Lebensumstände und Probleme, die wir alle auf die ein oder andere Art kennen und manchmal nicht gern ertragen, ohne die Dinge maßgeblich beeinflussen zu können. Damit dient es nicht nur der Unterhaltung, sondern taugt auch ein Stück weit zur Lebenshilfe.

Die Natur spendet in dem Roman Trost, Klarheit, innere Ruhe - beispielhaft. Und so manch innerer oder familiärer Konflikt findet Wege in Richtung möglicher Lösungen, wenn man der Hektik des Alltags einfach mal entflieht, so, wie es Bente gemacht hat, um im wahrsten Sinne des Wortes wieder zu sich selbst zurückzufinden. Wir überhören nämlich oft die Stimme unserer Seele, weil sie nicht so laut ist wie alles andere um uns herum und weil sie sich aufgrund ihres zarten Wesens nur selten nachhaltig Gehör verschafft. Und dann tun wir gut daran, der Seele ein bisschen Zeit und Raum zu schenken, damit sie sich wieder bemerkbar machen und entfalten kann.

Alles in allem ist das Buch ein kleines Lehrstück in Sachen Achtsamkeit und es steckt voller feiner philosophischer Gedanken.

Fazit:

Existenzielle Fragen, zwischenmenschliche Konflikte, die eigene persönliche Entwicklung, die Verbundenheit zu anderen Menschen - und all das in den geborgenen Armen der Schöpfung höchstselbst - das sind die Themen, die in diesem wundervollen Buch Platz gefunden haben. 

Es war mir ein außerordentliches Vergnügen, es zu lesen und manchmal frage ich mich, ob die Autorin irgendeine Art von Magie beherrscht, die es schafft, so tief in meinem Inneren anzudocken, dass es mich ein bisschen gruselt. Aber auf eine sehr schöne Art!

Das Buch wurde mir von der Autorin zur Verfügung gestellt, wofür ich von Herzen danke. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.

Quelle: Cover und Handlung