Samstag, 18. Januar 2020

Rezension: "Weltentaucher - Nicht von dieser Welt" von Hilke-Gesa Bußmann

Handlung:

Nicht von dieser Welt

Der Beginn der Weltentaucher-Saga
Ich erzähle dir ein Geheimnis. Versprich mir, es für dich zu behalten. Verstanden?
Diese Welt mit all ihren Lebewesen ist nicht einzigartig! Es gibt unzählige andere Welten und Wesen. Wundervolle, schreckliche, friedliche, gefährliche, Elfen, Nymphen und Dämonen. Sie alle haben nur ein Ziel: Euren Untergang.
Seit Jahrhunderten beschützen wir Weltentaucher diese Welt und bewahren euch vor der Vernichtung.
Warum ich dir das verrate? Wir sind zu wenige geworden. Wir brauchen deine Hilfe!
Bist du bereit, dem Kreis der Weltentaucher beizutreten? Gleich, wie du dich entscheidest, es gibt kein Zurück. Bist du einmal ein Weltentaucher, wirst du für immer einer bleiben.
Wir warten auf dich.
Thanathos


Eine Reise auf andere Welten

Tauche ein in das Universum der Weltentaucher und begleite Neela, Ben und Ian bei ihren spannenden Abenteuern im phantasievollen Schottland.

Lerne die Weltentaucher kennen, traue dich, den Dämonen die Stirn zu bieten und die Geheimnisse um den Campbell-Clan zu lüften.

Mein Eindruck:


In diesem Buch, das ein sehr schönes, stimmungsvolles Cover ziert, gibt es kein Vorgeplänkel: Der Autorin Hilke-Gesa Bußmann gelingt ein direkter und selbstverständlicher Einstieg in ihre Geschichte, die mich sofort in den Bann zog. Atmosphärisch dicht und in einer fast schon poetischen Sprache entfaltet sie Welten, die unserer sehr ähnlich sind und doch ihren ganz eigenen Zauber besitzen. Es wird im Wechsel über die Erlebnisse der drei befreundeten Hauptfiguren - ein Mensch, eine Dämonin und ein Alchemist - berichtet, was für Abwechslung und Spannung sorgt. Die Charaktere handeln glaubwürdig und bieten genug Projektionsfläche, um auch in weiteren Bänden noch eine Entwicklung zu erfahren. Dabei ist der Aufbau der Geschichte sauber strukturiert und hält sich an die klassische Einteilung von Prolog, Kapiteln, Epilog. Bis ins kleinste Detail hinein, etwa bei den Namen oder der Beschreibung des jeweiligen Settings, wirkt die Geschichte durchdacht und mit Begeisterung und Köpfchen durchkomponiert.

Der Roman zeichnet sich durch Vielseitigkeit aus: Geheimnisvolle magische Elemente bekommen viel Raum, denn natürlich geht es um geheime Treffen, wunderliche Wesen wie Zwerge, Elfen und Zauberer und das Herumreisen im Universum. Aber das ist noch nicht alles! Eine verschwundene Hauptfigur und Hinweise auf dämonische Aktivitäten sorgen für Thriller-Elemente. Zwischenmenschliche Dramen und Verlusterfahrungen bringen Gefühl hinein. Man könnte also sagen, es ist für jeden Leser etwas dabei und das macht die Lektüre sehr kurzweilig. Orte und Situationen sind sehr gut vorstellbar, denn die Geschichte ist reich an Bildern: Lebhafte Dialogszenen, Landschaftsbeschreibungen, eindringliche Wettermetaphorik - alles wirkt wie aus einem Guss und wird von einer großen Imaginationskraft getragen. Neben der Erde treffen wir auf weitere Welten, doch sie wirken nicht abgehoben oder erschreckend fremd. In genau dem richtigen Maß wechseln Identifikation und Andersartigkeit, Vertrautheit und Übersinnliches, Bekanntes und Erdachtes. Man kann die Geschichte als eigenes abgeschlossenes Werk lesen, man kann sich aber auch auf die folgenden Bände freuen, denn mit diesem Roman wurde ein ausbaufähiger Grundstein für weitere Geschichten gelegt. Sowohl der Plot als auch die Figuren bieten dafür die Gelegenheit.

Das Buch wurde mir zum Vorablesen von der Autorin zur Verfügung gestellt.
Dafür danke ich herzlich! Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.


Das Buch ist erhältlich ab dem 26.01.2020! Es kann vorbestellt werden.

 

Fazit:


Der Roman ist der gelungene Auftakt zu einem mehrteiligen Werk mit einigen vielversprechenden Handlungssträngen. Es lässt sich gut lesen, verliert an keiner Stelle die Spannung und sorgt mit seiner bildhaften Sprache für ein großes Lesevergnügen.


Quelle Bild und Handlung: Amazon

Dienstag, 14. Januar 2020

Coaching für Kids: Ziele richtig setzen

Es gibt jede Menge Modelle und Möglichkeiten für Menschen, sich erreichbare Ziele zu setzen und jede Menge Methoden, um sie auch umzusetzen. Da die meisten der für Erwachsene gedachten Modelle für die Kleinen jedoch zu schwierig sind, möchte ich ein kleines Konzept vorstellen, das auch Kinder und Jugendliche gut verstehen und sich gut merken können.

Ich habe als Grundlage das bekannte und beliebte SMART-Modell genommen und es für kindliche Bedürfnisse etwas angepasst.

1. Schritt: Ziele richtig definieren


Zunächst ist in der Gruppe einmal zu besprechen, was Ziele überhaupt sind, wie sie sich von Wünschen unterscheiden und wozu sie gut sind. Mit diesem Input kann ein Tafelbild entworfen werden, das aus vielleicht unrealistischen, unklaren oder von außen eingegebenen Ziele welche machen kann, die wirklich dem eigenen Willen entspringen und auch umsetzbar sind.
Gute und "ungeeignete" Ziele können gegenüber gestellt und die Merkmale erklärt werden.

Gute Ziele sind:

  • Genau: Sie müssen also konkret umschrieben und eingegrenzt werden.
  • Realistisch: Sie müssen mit den gegebenen Mitteln unter gegebenen Voraussetzungen erreichbar sein.
  • Angenehm: Sie müssen ihren Ursprung im Kind haben, nicht in den Eltern, Lehrern oder anderen Bezugspersonen, die gern einmal, sogar in bester Absicht, Ziele vorgeben, die sie für richtig und angemessen halten. Außerdem sollen sie positiv formuliert werden, sodass der Gedanke an das Ziel sich gut anfühlt und Motivation zum Handeln bietet.
  • Fest: Sie brauchen einen fixierten Endpunkt, an dem überprüft werden kann, ob und wie das Ziel erreicht wurde.
Sodann ergibt sich aus den Anfangsbuchstaben der wichtigen Merkwörter auch schon der berühmte "GRAF Ziel", der mit seiner magischen Kraft dabei behilflich sein wird, richtig gute Ziele zu schaffen.

Natürlich dürfen Beispiele nicht fehlen:

Ungeeignetes Ziel wäre: "Ich will in der Schule besser werden."

Ein gutes, von Graf Ziel getragenes Ziel wäre: "Ich werde mich zunächst dem Fach Mathematik widmen, in dem ich von einer Fünf auf eine Vier kommen will. (Genau und realistisch) Ich möchte dies, weil ich auf ein gutes Abschlusszeugnis hinarbeite und mich für Berufe interessiere, in denen Mathematik wichtig ist. (angenehm). Ich werde meine Note bis zum Ende des Halbjahres verbessern. (fest)

Weitere ungeeignete Ziele:
  • Ich will mehr Ordnung halten in meinem Zimmer.
  • Ich will mehr im Haushalt helfen.
  • Ich will keine Fünfen mehr schreiben.
  • Ich will meine Kontakte nicht so vernachlässigen, weil ich so viel vor dem PC sitze.
Beispiele, auch eigene der Kinder, können gemeinsam exemplarisch von ungeeigneten zu guten Zielen umgewandelt werden, sodass die Kinder das Prinzip verstehen und sich die Merkmale guter Ziele anhand von GRAF Ziel einprägen können.

Sodann darf jedes Kind drei eigene - schulische oder persönliche - Ziele auf diese Weise bearbeiten.

2. Vom Ziel zur Umsetzung


Nun sollen Wege präsentiert werden, wie es möglich ist, das Ziel zu erreichen. Dafür dürfen die Kinder sammeln, gern auch in der Gruppe, brainstormen, kreativ werden. Am Ende wählen sie drei konkrete Schritte, die geeignet sind, um ihrem Ziel näherzukommen.

Für unser Beispiel "Mindestens eine Vier in Mathematik" könnte das sein:
  •  Ich übe regelmäßig jeden Tag eine halbe Stunde und vor Klassenarbeiten zwei Tage lang eine Stunde.
  • Ich bitte Mitschüler, Lehrer oder Eltern um Hilfe, wenn ich etwas nicht verstanden habe.
  • Ich besuche den Nachhilfekurs XY bei XY. 

Die drei Schritte können grafisch wie in einer Landkarte vom Ist zum Soll dargestellt werden. Im laufenden Prozess kann immer wieder geprüft werden, ob die Schritte immernoch passend sind und ausreichen. Und nun darf natürlich mit GRAF Ziel im Schlepptau der kleine Umbau des eigenen Lebens mutig begonnen werden!

3. Überprüfung: Habe ich mein Ziel erreicht?


GRAF Ziel steht kurz vor Ablauf auf der Matte, um zu schauen, ob das Ziel erreicht wurde! Bin ich da, wo ich hinwollte? Wenn ja, wie habe ich es geschafft? Wenn nein, was sind die Gründe dafür und was könnte ich anders machen? Dann dürfen die Schritte 1 und 2 korrigierend wiederholt werden. Oder sie werden ergänzt, zum Beispiel, indem die geschaffte Vier in Mathe nun zu einer Drei werden darf.
Der ganze Prozess soll spielerisch bleiben und keinen Druck erzeugen. Die Selbstwirksamkeit und das Selbstvertrauen können dadurch verbessert werden und die Kinder erobern sich schrittweise die Fähigkeit, selbst gesetzte Ziele (nie mehr als drei auf einmal!) zu erreichen.

Viel Spaß dabei!

Quelle Foto

 

Donnerstag, 2. Januar 2020

Rezension: "Ich bin hier und alles ist jetzt" von Dr. Edith Eva Eger

Handlung:


Die erfolgreiche Psychologin und weltweit gefragte Rednerin Dr. Edith Eger ist eine der letzten Überlebenden des Holocaust. Ihre erschütternde Geschichte ist ein zutiefst bewegendes Zeugnis des Sieges der Menschlichkeit über den Hass und zeigt uns, dass wir im Leben immer die Freiheit haben, uns zu entscheiden.

Im Alter von 16 Jahren wurde Edith Eger 1944 aus ihrem Heimatland Ungarn nach Auschwitz verschleppt. Dort musste sie Unvorstellbares erleiden: Sie sah ihre Mutter in die Gaskammer gehen und musste danach vor Josef Mengele tanzen. Es grenzt an ein Wunder, dass Edith die Grauen der nationalsozialistischen Lager überlebte. In den USA baute sie sich an der Seite ihres Mannes ein neues Leben auf und wurde Psychologin und Therapeutin. Ihr warmherziges und lebensbejahendes Buch ist mehr als die außerordentliche Geschichte einer Holocaust-Überlebenden. Wie Victor Frankl in „…trotzdem Ja zum Leben sagen“ weist uns Edith Eger durch ihr persönliches Schicksal und anhand von Fallbeispielen aus ihrer therapeutischen Praxis den Weg, wie wir uns aus dem Gefängnis unserer eigenen Psyche befreien können, indem wir uns bewusst machen: Wir haben immer eine Wahl im Leben.

 

Mein Eindruck:

 

Es passiert selten, dass ich ein Buch in einem Rutsch durchlese. Noch seltener kommt es vor, dass ich eine beendete Lektüre schließe und minutenlang verharre, bis ich aufstehen und etwas anderes machen kann. Dieses Buch zog mich derart in seinen Bann, dass mir ein bisschen die Worte dafür fehlen, was für eine Rezension natürlich fatal ist!

Zunächst fällt an dem wunderbar dicken Buch sofort auf, dass es handwerklich und stilistisch auf einem ganz hohen Niveau mitspielt! Die Handlungsstruktur ist sinnvoll, logisch und sehr aufgeräumt, die Wortwahl ist treffend, der Spannungsbogen ist perfekt! Umso erstaunlicher, da es sich ja um einen Tatsachenbericht handelt, der nicht nach Gutdünken sortiert und aufgebaut werden kann, sondern sich an die Realität halten muss. Und die ist natürlich harter Tobak! Dr. Eger beschreibt ihre Erfahrungen in der Kindheit und im KZ Auschwitz so detailliert und sachlich, dass das abstrakte Grauen plötzlich ein Gesicht bekommt, das man nur schwer wieder loswird. Natürlich weiß man, was damals los war... Man kennt es aus dem Geschichtsunterricht und anderen Zeugnissen. Aber diesen Weg mit Dr. Eger noch einmal mitzugehen, ist faszinierend und abstoßend zugleich, gewaltig und eindringlich, berührend und grausam. Zum Glück endet Dr. Eger nicht an dieser Stelle, denn ihre eigene Geschichte ist ja zum Glück noch nicht zu Ende erzählt!

Sie bettet ihre Kriegserfahrungen in ein weiches Bett aus einem Davor und einem sehr ausführlichen Danach: Wir erfahren von ihrem Leben, das sie nach Kriegsende führte, von dem beschwerlichen und langen Weg ihrer körperlichen und psychischen Heilung, von ihrer Familie und ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung, ihren Fallstricken und Hindernissen und ihren Hoffnungen. Schließlich erklärt Dr. Eger anhand ihrer Patienten in ebenso interessanten Fallbeispielen, wie nicht nur sie, sondern auch andere Menschen unter ihrer sanften und akzeptierenden Leitung ihren Frieden finden, wie gequält sie sich auch fühlen.

Und sie zeigt uns, wie das geht: Frieden finden! Die Therapeutin Eger hat in ihre eigenen und die fremden Erfahrungen ihre ganze Theorie um das menschliche Sein hineingewebt und beschreibt Wege, wie ein Mensch dem Grauen begegnen kann, ohne daran zugrunde zu gehen. Dabei ist sie niemals belehrend oder von oben herab: Aus jeder Zeile klingt eine große Liebe zum Leben und zu den Menschen an. Keine platten Floskeln, keine besserwisserischen Tipps: Dr. Eger nimmt ihren Leser an die Hand, wie sie es bei ihren Patienten tut und vermittelt ihnen, dass auch sie eine Wahl haben, wie sie mit den Ereignissen in ihrem Dasein umgehen wollen. Sie hat auch keinerlei Hemmungen, ihr eigenes Verhalten mutig zu reflektieren, Fehler zu erkennen, Schuld und Scham anzuerkennen. Allerdings war es bis dahin ein weiter Weg und auf diesen Weg nimmt Dr. Eger ihre Leser mit. 

Es wundert überhaupt nicht, dass Dr. Eger offenbar eine sehr erfolgreiche Psychologin ist, denn sie ist unglaublich warmherzig und dem Leben zugewandt, dabei so klug und mitfühlend! Sie teilt mit uns nicht nur ihre Geschichte - und die Geschichte aller Menschen - sondern auch eine Möglichkeit, die uns bleibt, wenn wir das Gefühl haben, mit dem Rücken zur Wand zu stehen. Für Menschen mit PTBS, Depressionen und anderen Störungen ist sie ein Segen! Für jeden von uns kann sie ein Vorbild sein, ein Leitstern, nach dem man sich in dunklen Zeiten ausrichten kann.

 

Fazit:


In diesem Buch steckt ein großes menschliches Geschenk zwischen den Seiten, denn es wurde mit gütiger Liebe verfasst, die durch jede Zeile schimmert. Handwerklich ist es herausragend gut gemacht: Es liest sich so weg, transportiert dabei zahlreiche Informationen und behält sprachlich immer souverän die Oberhand. Diese Lektüre gehört auf jeden Nachttisch und - nicht zuletzt - auf jeden Schultisch!


Quelle Bild und Handlung: www.amazon.de