Dienstag, 26. November 2019

Glaube an dich selbst! - Die wertvolle Arbeit des Jugendcoachs Daniel El Khatib

Der Besuch des Motivationscoachs Daniel El Khatib stellt für die SchülerInnen der Klasse 8a nicht nur eine willkommene Abwechslung dar - er sorgt auch dafür, dass ein eigentlich geplanter Rechtschreibtest ausfällt.

Insofern sind alle Kids recht dankbar, als am Donnerstagmorgen dieser smarte Typ vor ihnen steht und freundlich darum bittet, einen Gesprächskreis zu bilden. Noch etwas müde schieben die Jungs und Mädels ihre Taschen und die Tische beiseite und bauen den gewünschten Stuhlkreis auf. Und dann beginnt Daniel El Khatib mit seiner Geschichte.

Daniel ist seit frühester Kindheit ein Wanderer zwischen den Welten. In unglückliche Familienverhältnisse hineingeboren und nicht so genau wissend, ob er nun sich nun eher im deutschen oder im arabischen Teil der Familie zu Hause fühlen soll, hat er den Eindruck, das Leben sei wohl nicht ganz einfach. Eine frühe schwere Krankheit und die Trennung der Eltern prägen ihn. In der Schule kommen Misserfolge, Übergewicht und Mobbing durch die Mitschüler hinzu. Daniel gerät auf falsche Wege und findet eine Zeitlang nicht zurück. Vom Mobbing-Opfer wird er schließlich selbst zum Täter und lernt die andere Perspektive kennen. Ein verpfuschtes Leben, möchte man meinen. Und so fühlt es sich für den Jugendlichen Daniel auch an.

Es dauert keine fünf Minuten, da hat Daniel El Khatib alle in den Bann gezogen. Er gestaltet seinen Bericht mit kleinen Anekdoten und würzt ihn mit Humor. Das ist gut, denn die Geschichte selbst ist harter Tobak, der erst einmal für große Augen sorgt. Die Stille im Raum - sehr ungewöhnlich für die 8a - dehnt sich ins Uferlose. Alle Kids hängen dem Redner an den Lippen, nur vereinzelt fällt mal ein Kommentar oder erklingt gedämpftes Gelächter.
Der Coach spricht die Sprache der Jugendlichen. Er redet auf eine Art, die Einlass in ihre Köpfe findet und wirkt dadurch glaubwürdig. Ich verstehe euch, scheint seine implizierte Botschaft zu sein. Manchmal ist das Leben ziemlich hässlich zu einem und manchmal ist man selbst ziemlich hässlich zu anderen Menschen. Die Betroffenheit, die Daniel auslöst, schwebt wie Nebel im Raum. Nicht nur, weil seine Erlebnisse Mitgefühl wecken. Sondern weil nicht Wenige ihre eigene Situation vor Augen sehen. Sich vielleicht an Momente erinnern, in denen sie Mobbing-Erfahrungen gesammelt oder sich durch eine Null-Bock-Phase selbst geschadet haben.

Daniel hatte keine einfachen Starbedingungen und er hat einige falsche Entscheidungen im Leben getroffen. Aber er hat die Kurve damals bekommen. Mit einem Schulabschluss in der Tasche und der Erkenntnis, welche Stärke eigentlich in ihm steckt, gelangen ihm berufliche Erfolge und schließlich entdeckte er seine Berufung. Seither möchte er seine Botschaft in Schulen tragen.

Glaube an dich selbst, ist sein Rat an die Kids. Dann wirst du alles erreichen, was dir wichtig ist. Diese Botschaft kommt an, vor allem auch, weil Daniel El Khatib nicht, wie es Erwachsene sonst ganz gern einmal tun, von oben herab belehrt. Er berichtet einfach von seinen Erfahrungen und zeigt Wege auf, wie er selbst es geschafft hat, sein Leben in den Griff zu bekommen. Auch seine Werte transportiert er in unaufdringlicher Weise: Familie, Freundschaft, Zusammenhalt. Und immer wieder der Hinweis, dass die Kraft aus einem Menschen selbst kommt. Sie ist immer da, auch, wenn man sie nicht gleich findet.

Es ist ziemlich schwer, eine Gruppe voller Pubertierender eine Stunde lang ohne jegliche Störung zum Zuhören zu bewegen. Daniel El Khatib hat das sogar achtzig Minuten lang geschafft. Am Ende bietet er den Kids an, sich bei ihm zu melden, wenn sie das Bedürfnis nach einem Gespräch haben. Ganz unkompliziert, meint er. Geht auch über Insta, und reicht seine Karte herum.

Nach der Stunde bedanken sich vier Mädchen explizit für den eindringlichen Bericht. Andere Schüler erzählen, dass sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Viel Gefühl hängt im Raum. Niemand macht blöde Scherze oder benimmt sich daneben. Die Geschichte wirkt nach. Eine spätere Evaluation ergibt: Die Kids sind ergriffen. Sie fühlen sich verstanden und auf eine ungewöhnliche Art geborgen. Und das alles nur durch ein Gespräch. 

Daniel El Khatib leistet wunderbare Arbeit in den Schulen. Er bringt die Kids zum Nachdenken und auch dazu, selbst einmal die Perspektive zu wechseln. Er spricht Probleme an und nimmt auch bei Tabus kein Blatt vor den Mund. Alles an ihm wirkt unangestrengt und authentisch. Er fängt das auf, was Schulen allein nicht mehr schaffen angesichts der riesigen Schwemme an psychischen und sozialen Problemen, die Kids heutzutage mitbringen. Er ist ein Leuchtturm für Kinder, die sich unverstanden, benachteiligt oder verloren fühlen.

Neben den Vorträgen bietet Daniel El Khatib auch Workshops und Einzelcoachings an. Ihm liegen besonders die Gewaltprävention und die Stärkung von Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen am Herzen.

>>> Webseite: Daniel El Khatib

Bilder: Ilona Schröder 


Montag, 25. November 2019

Neues Buch! Der kleine Seelenschmaus - Rezepte für Entspannung und mehr Energie


Mein erster Ratgeber ist auf dem Markt!

Eine wundervolle Mischung aus Kunst und Coaching-Ideen. 


Gestresst zu sein ist heutzutage scheinbar der Normalzustand - leider, muss man sagen! Kaum noch jemand von uns hat genug Zeit und Muße, sich um die eigene Seele zu kümmern. Entspannung und Erholung bleiben auf der Strecke und plötzlich sind unsere Batterien leer und wir haben nicht einmal gemerkt, wie wir uns zu lange zu sehr überfordert haben.

Dabei stärkt es auch unseren Geist und unsere Gesundheit, wenn wir innerlich in Balance sind. Wir sind fitter, fröhlicher und erfüllter. Wir lösen Probleme leichter und treffen Entscheidungen sicherer. Wir wissen, wohin wir im Leben wollen und warum! Wir wissen, wer wir sind und was wir können. Wir erreichen unsere Ziele und haben Zugang zu unserer Kreativität.

Der "Kleine Seeelenschmaus" hilft auf verschiedenen Wegen dabei, sich zu entspannen und neue Kraft zu tanken. 

 

Er erklärt, warum Stress entsteht und wie er wirkt. Zahlreiche kleine Übungen und Anleitungen helfen bei der Erholung im Alltag. Rezepte für Powersnacks, die leicht herzustellen und lecker sind, sorgen für Glückshormone und eine gute Konzentration. Rezepte für selbst gemachte Kosmetikprodukte verhelfen nicht nur zu mehr Schönheit, sondern vor allem zu Wohlbefinden. Ein Special über Aromatherapie und die Wirkung der Farben auf unsere Psyche runden die Trickkiste für die Seele ab. Der "Seelenschmaus" erteilt die ausdrückliche Erlaubnis, sich selbst zu verwöhnen und für sich selbst gut zu sorgen! Er zeigt Wege auf, wie dies unkompliziert und auf angenehme Art gelingt. Er enthält außerdem Texte voller Herz, die uns ein positives Gefühl und vielleicht sogar eine gewisse Erkenntnis schenken.

Das Buch ist liebevoll mit vielfältigen, bunten Collagen gestaltet, die wirken, als wären sie aus einer anderen Welt. 


Die Bilder stellen auch Fragen, die zum Nachdenken anregen und dazu einladen, sich mit den Bedürfnissen der eigenen Seele auseinanderzusetzen.

Nimm dir Zeit für dich! Genieße die Lektüre und probiere all die wunderbaren Dinge aus, die der "Kleine Seelenschmaus" für dich bereithält. 


Das Buch eignet sich auch sehr gut als Geschenk!

Paperback
128 Seiten
ISBN-13: 9783740762193
Preis: 8,99 Euro


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Donnerstag, 21. November 2019

Ich bin unperfekt! Nieder mit dem Selbstoptimierungswahn!

In unserer Leistungsgesellschaft scheint es das ungeschriebene Gesetz zu geben, dass der menschliche Wert sich aus der Leistung ermisst, die ein Wesen bringt. Und dass diese Leistung nicht nur gut zu sein hat, sondern ausnahmslos hervorragend. Sich immer mehr steigern muss, als wären wir Maschinen, deren Kapazität sich unendlich ausweiten lässt.

Gut ist nicht mehr gut genug. Nett ist die kleine Schwester von Scheiße. Ehe wir uns versehen, hängen wir in der Perfektionsfalle. Dann reicht es nicht mehr, allen Rollen, die wir ausüben, gerecht zu werden - wir müssen unschlagbar darin sein. Dann genügt es nicht mehr, seinen Job vernünftig zu erledigen - wir müssen zig Überstunden leisten, bevor wir überhaupt am Mindestsoll kratzen. Dann langt es nicht mehr, ein gutes Elternteil zu sein, wir müssen Höchstleistung in dieser Disziplin vollbringen. Wir sollen perfekt aussehen, perfekt agieren, ein perfekter Partner, Freund oder Mitarbeiter sein und selbst unsere Freizeit zu einem Highlight machen, das wir dann auf perfekte Weise den sozialen Netzwerken präsentieren.

Natürlich SIND wir nicht perfekt! Aber wir müssen zumindest versuchen, es zu werden! Alles dransetzen, jeden Versuch unternehmen, niemals nachlassen, uns niemals mit dem Durchschnitt zufriedengeben.

Ganz schön anstrengend, oder?


Eine Lebensweise wie diese baut ungeheuren Druck auf. Es gibt keinen Bereich des Lebens mehr, ob beruflich oder privat, in dem wir das Gefühl haben, wir können mal Fünf gerade sein lassen oder uns so zeigen, wie wir tatsächlich sind. Manchmal, wenn wir zu erschöpft sind, um noch mitzuhalten, wagen wir es aber doch. Ausbleibende Anerkennung kratzt dann an unserem Selbstwertgefühl und wir verdoppeln und verdreifachen unsere Anstrengung. Wir werden so, wie wir glauben, wie die Anderen uns haben wollen. Und bezahlen diesen Optimierungswahn mit unserer inneren Ruhe und unserer Lebensqualität.

Und wir machen uns etwas vor, denn egal, wie einmalig unsere Leistungen sind: Irgendwo gibt es immer irgendjemanden, der uns überholt. Und dann stehen wir wieder da, wo wir am Anfang waren und fühlen uns unfähig, mickrig und minderwertig. Burnout und Zusammenbrüche markieren den Endpunkt dieser Entwicklung. Ganze Generationen leiden unter den astronomischen Ansprüchen, die von der Gesellschaft toleriert oder sogar gefördert werden, obwohl niemand (!) ihnen gerecht wird.

Der Selbstoptimierungswahn hat inzwischen Züge angenommen, die auf eine zynische, menschenverachtende Art alles zerstört, was uns wertvoll und wichtig ist. Er funktioniert nur, weil so viele ihm blind folgen. Er würde in Frage gestellt, wenn Menschen sich ihm verweigern würden.

Heute zeige ich zehn Möglichkeiten, um diesem Wahn zur Selbstoptimierung zu entkommen:


1.  Schraube deine Ansprüche runter.

Es reicht, wenn du einmal die Woche joggen gehst, jeden Tag muss nicht sein. Der Urlaub an der Nordsee im Ferienhaus ist auch schön, selbst, wenn du dann keine Bilder von den Malediven bei Facebook posten kannst. Du musst nicht ständig glutenfreies Brot backen, um deine Kinder gesund zu ernähren und nicht in die XS passen, um attraktiv zu sein. Bringe deine eigenen Maßstäbe und Ansprüche auf ein gesundes Maß und gestehe dieses Maß auch deinen Mitmenschen zu.

2. Dezimiere die Anzahl deiner Pflichten.

Du tanzt auf hundert Hochzeiten und wunderst dich, dass du überfordert bist? Job, Familie, Haushalt, Ehrenamt und Deutschlands neuer Superstar? Lege für dich fest, welche deiner Rollen dir wirklich wichtig sind (oder welche du nicht einfach abstreifen kannst) und dann konzentriere dich darauf. Die übrigen streiche rigoros. Wenn du Vollzeit arbeitest, musst du nicht auch noch für den Kindergartenbasar den Kuchen backen. Wenn du selbst große Probleme hast, die eine Lösung brauchen, kannst du nicht immer als Ratgeber und Tröster im Freundeskreis zur Verfügung stehen. Wenn deine Aufgabenliste im Büro schon von hier bis Timbuktu reicht, ist nicht der richtige Zeitpunkt für das siebenhundertste Projekt. Setze Grenzen und fokussiere dich auf die Rollen, die in deiner jetzigen Lebensphase zu dir passen und dir wichtig sind.

3. Wende das Pareto-Prinzip an.

Es besagt, dass du mit 20 % Aufwand 80 % Ertrag erreichst. Um die übrigen 20 % zu schaffen, musst du hingegen 80 % investieren. Gut ist also doch gut genug! Überprüfe deine Aufgaben und Pflichten hinsichtlich ihres Aufwands im Verhältnis zum Erfolg und beschränke dich darauf, maximal 80 % Leistung zu erbringen. Das schont deine Ressourcen und genügt trotzdem. Wenn das jemandem nicht gefällt - und das wird es, rechne mit Gegenwind! - dann ist das sein Problem, nicht deins! Meistens passieren aber keine schlimmen Dinge, wenn eine Mail mal mit einem Tippfehler rausgeht, weil du sie nur dreimal gecheckt hast (statt fünfmal) oder wenn du mit einer nur leidlich gebügelten Bluse auf Arbeit erscheinst. Schlimme Dinge passieren vor allem dann, wenn man sich selbst derart ausbeutet und überfordert, dass man irgendwann zusammenklappt.

4. Specke deine To-do-Liste ab.

Du hast nur 24 Stunden am Tag zur Verfügung und an den meisten davon musst du arbeiten oder schlafen. Teile die übrigen klug auf. Nimm dir nur eine realistische Anzahl an Aufgaben vor und baue dir Puffer für Unvorhergesehenes ein. Auch Tätigkeiten, die deiner Erholung dienen, gehören verbindlich auf deine To-do-Liste.

5. Frage dich: Sind das überhaupt deine eigenen Ziele und Ansprüche?

Überprüfe regelmäßig, wessen Ansprüche du da eigentlich gerade erfüllst. Wenn sie gar nicht oder schwer erreichbar sind, ist das umso wichtiger! Sind es die deines Chefs, deiner Mutter, Frau, Tochter, etc? Dann setze Grenzen und kommuniziere diese. Oder finde Kompromisse in einem klärenden Gespräch. Aber werde dir klar darüber, ob du nicht vielleicht einem fremden, nicht zu dir gehörenden Anspruch nachjagst oder ein fremdes Ziel verfolgst. Dazu gehören auch die Ansprüche von längst Verstorbenen oder noch lebenden Verwandten, die du vielleicht verinnerlicht hast. Deshalb kommen sie dir womöglich wie deine eigenen vor. Mach dir klar, dass die Ansprüche anderer Menschen nicht dein Maßstab sein müssen, wenn du das nicht willst! Du kannst selbst entscheiden und einen Maßstab schaffen, der zu dir und deinem Leben passt. Du musst dir weder fremde Ziele noch fremde Erwartungen überstülpen lassen.

6. Kultiviere Selbstliebe.

Würdest du deinen besten Freund zur weiterer Höchstleistung antreiben, wenn dieser völlig erschöpft vor dir steht und ihm längst die Zunge aus dem Hals hängt? Natürlich nicht? Warum machst du das dann mit dir selbst?
Lerne, positive, ermutigende und aufbauende Gespräche mit dir selbst zu führen. Tröste dich, wenn etwas schief geht. Gestatte dir Schwäche. Begegne dir selbst mit Mitgefühl, Liebe und Verständnis.
Behandle dich als einen Menschen, den du sehr gern hast und dessen Wohlergehen dir wichtig ist. Du hast es verdient und du darfst das. Niemand ist für dich so wichtig wie du selbst!

7. Reite keine toten Pferde.

Es zeugt von Willensstärke und Biss, wenn man an Zielen festhält. Grundsätzlich stimmt das auch, aber manchmal verbeißen wir uns in Ziele, die nicht (mehr) erreichbar sind oder keinen Sinn ergeben. Vielleicht, weil wir auf die Umstände zu wenig Einfluss haben oder weil die Ziele uns nicht mehr entsprechen. Habe den Mut, zu erkennen, wenn ein Ziel verloren ist und lasse es bewusst los. Vielleicht wird dein Buch nie geschrieben, dein Traumjob nie realisiert, dein Kind nie geboren, dein Marathon nie gelaufen. Darüber darfst und sollst du trauern. Aber du sollst nicht das verlorene Ziel krampfhaft festhalten und dir dadurch die Chance auf andere, vielversprechende Ziele nehmen. Lass los, dann hast du die Hände für etwas Neues frei.

8. Ziehe Grenzen.

Manchmal ist es nicht so leicht, einzuschätzen, was deins und was nicht deins ist. Das gilt nicht nur für Ansprüche und Erwartungen (siehe Punkt 4), sondern auch für Aufgaben, Haltungen, Zuständigkeiten, Verantwortungen. In einem falschen (= fremdbestimmten) Leben wirst du dich nicht wohlfühlen und obwohl ein gewisses Maß an Fremdbestimmung unabdingbar ist, gibt es doch einen großen Bereich an Freiheit, der uns selbst gehört. Nur oft haben wir nicht den Mut, diesen deutlich abzustecken, weil wir niemanden vor den Kopf stoßen wollen. Dies zu lernen ist unbedingt nötig für ein erfüllendes und zufriedenes Dasein.

9. Bewerte Scheitern neu.

Du hast einen Job nicht bekommen oder bist gekündigt worden? Ein Projekt ist gründlich daneben gegangen? Deine Torte schmeckt nicht? Dein Kunstwerk wird verrissen?
Scheitern fühlt sich blöd an. Minderwertigkeitsgefühle und Scham treffen auf Groll, Wut und Ärger auf uns selbst und die ganze Welt. Dazu gesellen sich unerfüllte Sehnsüchte und unbefriedigende Bedürfnisse. Blöde Mischung!

Aber hast du mal dein Konzept von "Scheitern" in Frage gestellt? Wer bestimmt, wann und warum wir gescheitert sind? Gibt es überhaupt ein gemeingültiges Kriterium dafür und warum unterwirfst du dich diesem so bereitwillig?

Ein paar gedankliche Anregungen für dich:

Was könnte das "Scheitern" an Positivem mit sich bringen?
Wer ist wohl immer erfolgreich und scheitert nie?
Wie (schwerwiegend) sind diese Auswirkungen des Scheiterns wirklich?

10. Erlaube dir Fehler.

Wir alle machen welche. Und da ist nichts dabei. Manche sind schlimm, die meisten aber nicht. Sie alle bringen uns etwas Wichtiges bei. Wir müssen lernen, wieder eine Kultur zu werden, in der Fehler nicht derart überbewertet werden, dass sie zu einer Katastrophe oder etwas Peinlichem werden, das man verbergen und totschweigen muss. Wenn du mutig genug bist, mach doch mal den ein oder anderen Fehler ganz bewusst und schaue, was passiert!

(Bildquelle)

Samstag, 16. November 2019

Rezension: "Das Institut" von Stephen King

Böse Zungen behaupten ja, der von mir sehr geschätzte Herr King könne inzwischen eine Einkaufsliste veröffentlichen und würde immer noch wie blöd gekauft werden. Andere meinen, er muss dank seines phänomenalen Ruhmes nun erst recht abliefern, weil er von Fans und Feinden mit kritischem Auge beäugt wird, sobald er ein neues Schätzchen auf den Markt wirft.

Sicher ist: King versucht sich im "Institut" an einem anderen Genre, denn mit Horror hat die Geschichte nicht viel zu tun. Übersinnliches taucht nur am Rande auf, der Horror ist menschengemacht und erhält einen fast schon alltäglichen Anstrich. Es stecken reichlich politische Anspielungen im Roman, dafür lässt sich tiefgehender Grusel lange suchen.

Cover und Klappentext der deutschen Ausgabe erscheinen reizvoll genug, um im Laden zuzugreifen, verraten beide aber nicht allzuviel, was zusätzliche Spannung weckt. Das Buch ist angenehm umfangreich und zum Glück nicht nur so ein dünnes Bändchen, wie es sein Vorgänger war.

Die Handlung:


"In einer ruhigen Vorortsiedlung von Minneapolis ermorden zwielichtige Eindringlinge lautlos die Eltern von Luke Ellis und verfrachten den betäubten Zwölfjährigen in einen schwarzen SUV. Die ganze Operation dauert keine zwei Minuten. Luke wacht weit entfernt im Institut wieder auf, in einem Zimmer, das wie seines aussieht, nur dass es keine Fenster hat. Und das Institut in Maine beherbergt weitere Kinder, die wie Luke paranormal veranlagt sind: Kalisha, Nick, George, Iris und den zehnjährigen Avery. Sie befinden sich im Vorderbau des Instituts. Luke erfährt, dass andere vor ihnen nach einer Testreihe im »Hinterbau« verschwanden. Und nie zurückkehrten. Je mehr von Lukes neuen Freunden ausquartiert werden, desto verzweifelter wird sein Gedanke an Flucht, damit er Hilfe holen kann. Noch nie zuvor ist jemand aus dem streng abgeschirmten Institut entkommen."

(Quelle Handlung und Bild: Amazon)


Mein Eindruck:


Die Geschichte ist schnell erzählt, weil sie simpel gestrickt ist. Sie verläuft weitgehend und chronologisch und erinnert ein bisschen an Aufsätze im Deutschunterricht: "...und dann... Danach... Dann passierte...." Überraschende Twists fehlen völlig. Allerdings schafft King es in dem ihm eigenen Erzählstil trotzdem, die Spannung Stück für Stück aufzubauen.

Er erweckt sympathische Charaktere zum Leben und bringt etliche Details in einem eher soften Tempo unter. Die Charaktere bleiben mir allerdings insgesamt zu eindimensional: Die Bösen sind eben böse und die Kinder alle unschuldig. Eine wichtige Figur taucht nur am Anfang und Ende auf.

Zudem bleibt lange im Dunkeln, wer denn nun eigentlich hinter diesem Institut steckt und warum die Personen tun, was sie tun. Diese den Leser hinhaltende Erzählweise weckte irgendwann meinen Unmut, sodass ich am Ende gar nicht mehr so scharf auf die Auflösung war, sondern einfach fertig werden wollte. Als positiv empfand ich die nachvollziehbar geschilderten Gefühle der Figuren und das Setting. Da die Hauptfigur ein Kind ist, versucht King, die Welt in der Wahrnehmung eines Heranwachsenden zu zeichnen, was zuweilen etwas bemüht wirkt und mir immer mal ein Schmunzeln entlockte. Erstaunlich ist trotzdem, wie gut sich ein inzwischen doch recht betagter Mensch in einen so jungen hineinversetzen kann.

Die Handlung selbst lässt nicht viel Raum für eigene Interpretation: Sie ist enttäuschend unspektakulär und wartet mit einem Ende auf, das den Leser ratlos zurücklässt: Statt eines fulminanten Showdowns gibt es nur ein laues Lüftchen, das schnell verfliegt. Und die Auflösung des großen Rätsels kommt ganz plump in Form einer Erklärung daher, die den Figuren in einem schlichten Gespräch im letzten Kapitel um die Ohren gehauen wird. Das hätte man vielleicht eleganter lösen können.

Das Buch liest sich flüssig und angenehm, wenn man die weitschweifigen Erklärungen Kings mag. Es ist allerdings nicht gerade ein Paradebeispiel für innovatives Plotting. Eigentlich wirkt es sogar ein bisschen, als hätte King selbst nicht gewusst, wie er die Sache am Ende aufklären soll - und es bis zum Abgabetermin auch nicht wirklich herausgefunden. Durch das schwache Ende und die extreme Fokussierung auf einen zwölfjährigen Protagonisten (zu Ungunsten eines Erwachsenen in einer zweiten wichtigen Rolle) wird das Buch wohl auch im Lager der Kritiker wieder Aufsehen erregen.

Meiner Meinung nach ist es ein untypischer King, was Handlung und Inhalt angeht, aber ein typischer, was die Figuren und die Erzählweise betrifft. Hartgesottene Anhänger werden ihm daher den Abstecher zum (Ja, was ist es eigentlich?) Drama (?) mit ein paar einfallslosen übersinnlichen Elementen verzeihen. Allen anderen empfehle ich unbedingt ältere Werke.

Freitag, 15. November 2019

Bastelideen: Glücksbrunnen

Die kleinen Brunnen sehen viel komplizierter aus, als sie in der Herstellung tatsächlich sind. Man kann sie wunderbar als Glücksbringer verschenken oder als Grundlage für Geldgeschenke nutzen.

Anleitung:


1. Schneide eine Pappscheibe in der gewünschten Größe des Brunnens aus.

2. Klebe mit Heißkleber am Rand Steine auf die Scheibe. Schichte mehrere Stapel Steine versetzt, bis du die gewünschte Höhe deines Brunnens erreicht hast.

3. Schichte an einer Stelle die Steine zu einem Wasserfall auf. Achte darauf, dass alles gut verklebt ist, sonst purzelt dein Steinhügel wieder um. 

3. Fülle deinen Brunnen mit einer Mischung aus Heißkleber und Glitzer in Blautönen oder Silber.

4. Befestige einen durchsichtigen Klebestreifen, der vom obersten Stein bis unten in den Brunnen reicht. Streiche Heißkleber auf den Klebestreifen. Streue Glitzer darauf.

5.  Verziere deinen Brunnen mit Blumen oder anderer Deko und einer polierten Centmünze.

Fertig!





Montag, 11. November 2019

Die Intuition anzapfen - Wie kann ich das lernen?

Manche Menschen verfügen über ein wunderbares Geschenk: Sie stehen in enger Verbindung zu ihrem Unterbewusstsein und können ihr Bauchgefühl nutzen, wann immer sie es brauchen. Sie werden gewarnt vor bestimmten Menschen oder Situationen, sie bekommen eindeutige Signale, wenn sie eine Entscheidung treffen müssen, sie spüren instinktiv, ob etwas gut oder schlecht für sie ist.

Ein solch intensives Bauchgefühl hilft durch viele schwierige Momente im Leben hindurch und erleichtert den Alltag. Es ist so etwas wie ein zuverlässiger innerer Ratgeber mit einem riesigen Hintergrundwissen. Und es kann bewusst genutzt werden, um Probleme zu lösen, die Kommunikation zu verbessern oder selbst besser zu erkennen, was man eigentlich will und was nicht.

Wünschst du dir auch manchmal eine so zuverlässige und intensive Beziehung zu deiner Intuition? Spätestens, wenn eine wichtige Entscheidung ansteht, würde sie dir vonnutzen sein, oder?

Die gute Nachricht ist: Du HAST so ein Bauchgefühl, denn das hat jeder Mensch! Vielleicht spürst du es nur nicht, weil es im hektischen Alltag in einem Chaos von Eindrücken, Gefühlen und körperlichen Empfindungen untergeht. Manchmal ist die Stimme des Bauchgefühls zu leise, um sie wahrnehmen zu können.

Um es richtig nutzen zu können, kannst du es trainieren, indem du übst, es zu bemerken und richtig zu werten.

Je öfter du in einer ruhigen Minute in dich gehst und deine Intuition zu einer Situation befragst, umso schneller und richtiger wirst du ihre Antworten deuten können. Das ist ein Prozess, der Zeit erfordert und natürlich die passende Technik.

Heute stelle ich dir fünf Methoden vor, die dir direkten Kontakt mit deiner Intuition ermöglichen und dir zum Beispiel bei Entscheidungen helfen.


1. Zwei-Stuhl-Übung:

Du sollst zwischen zwei (oder mehr?) Alternativen wählen und weißt nicht, wie du dich entscheiden sollst, weil beide gewisse Vor- und Nachteile haben? Stelle zwei Stühle auf und beschrifte einen mit "Möglichkeit A" und den anderen mit "Möglichkeit B". (Das geht natürlich auch mit mehr Optionen.) Nun setze dich mit geschlossenen Augen auf den ersten Stuhl. Denke über die erste Möglichkeit intensiv nach. Achte darauf, wie du dich fühlst. Welche Bilder steigen auf? Sitzt du verkrampft oder locker? Welche Gedanken gehen dir durch den Kopf? Welche Empfindungen -seelisch und körperlich - sind vorhanden? Wiederhole das Prozedere mit dem zweiten Stuhl. (Und allen weiteren.)

Notiere, was du erlebt, gedacht und gefühlt hast. Beziehe alle körperlichen, geistigen und psychischen Regungen mit ein. Am Ende wirst du eine eindeutige Tendenz erkennen, auf welchem Stuhl du dich wohler, freier, entspannter, fröhlicher und passender gefühlt hast.

2. Münze werfen:

Kopf oder Zahl, das alte Spiel. Diese Übung funktioniert, wenn du zwei Möglichkeiten zur Auswahl hast. Lege für beide fest, ob Kopf oder Zahl, das Eine oder das Andere, Ja oder Nein. Dann wirf die Münze. Entscheidend ist nicht, welche Wahl der Zufall trifft, denn das Ergebnis spielt keine Rolle. Wichtig ist: Was hast du dir, während die Münze fiel, insgeheim gewünscht? Gibt es den Hauch einer Vorliebe? Oder sogar eine eindeutige Richtung, die du gern gehabt hättest? DAS ist die richtige Wahl für dich!

3. Träume:

Führe eine Zeitlang ein Traumtagebuch, in dem du alle nächtlichen Träume notierst. Spätestens seit Freud wissen wir, dass Träume ordentlich das Unterbewusstsein anzapfen und mit etwas Fingerspitzengefühl gut zu deuten sind. Denke abends vor dem Einschlafen an dein Problem oder deine Entscheidung und bitte darum, im Schlaf zu einer Lösung zu kommen. Oft klappt das ganz gut und du erhältst in deinen nächtlichen Ausflügen ins Unterbewusste Antworten auf Fragen oder eine Art Erklärung. Manchmal kann diese symbolisch verschlüsselt sein. Auch hier ist dein Gefühl wieder ein guter Begleiter: Was will dein Traum dir sagen? Will er dich warnen? Dir etwas empfehlen? Dich vielleicht sogar wiederholt auf einen Aspekt hinweisen, den du bislang nicht beachtet hast?

4. Meditation:

Meditieren ist ebenfalls eine Möglichkeit, unterbewusstes Wissen freizulegen. Besorge dir eine entsprechende CD oder ein Anleitungsvideo im Netz und setze die Meditation nach Anleitung um. Die richtige Körperhaltung und Atmung werden dafür sorgen, dass dein Körper und Geist ruhig genug werden, um an Verborgenes heranzukommen. Befrage dich während der Meditation zu deinem Problem und notiere alles, was dir auffällt, sobald du wieder im Hier und Jetzt bist. Wiederhole die Meditation regelmäßig. Es kann sein, dass es nicht gleich klappt, denn auch das Meditieren will geübt werden. Nach einer kurzen Zeit solltest du aber schon eine Ahnung von dem bekommen, was deine Intuition dir rät.

5. Körperliche Signale wahrnehmen:

Dein Körper lügt nicht. Er verkrampft, schmerzt und stellt sich quer, wenn ihm etwas nicht gefällt. Er ist entspannt und gelassen, wenn er sich wohlfühlt. Du kannst ihm vertrauen, denn er gibt dir eindeutige Signale. Wenn du Tätigkeiten ausübst, die dich frustrieren oder Menschen begegnest, die dir nicht guttun, dann wirst du das an deiner Haltung, deinem Empfinden, deine Atmung und anderen vegetativen Symptomen erkennen. Herzklopfen, Schweißhände, Flattern im Bauch sind Angst- oder Stresssymptome. Natürlich ist man in bestimmten Situationen aufgeregt, aber das sollte auf eine positive Art der Fall sein.

Du wirst den Unterschied deutlich erkennen: Wenn du in einem Vorstellungsgespräch Übelkeit verspürst oder bei einer Wohnungsbesichtigung Schwindel bekommst, dann sind dieser Job oder diese Wohnung nichts für dich. Wenn sich deine Schultern gar nicht mehr heben wollen oder dir das Gehen anstrengend vorkommt, deine Atmung sich verkrampft oder immer wieder der Kopf hämmert, dann stimmt etwas nicht! Es ist nicht schwer, auf körperliche Signale zu achten und sie richtig zu deuten, man muss sie nur bewusst wahrnehmen!

(Bildquelle)