Donnerstag, 18. Juni 2020

Rezension: "Dreams: Expectation of Love & Desire"

Handlung:


Sensual Words entführt euch mit dieser Anthologie zu 21 Lesemomenten - mit großen Gefühlen - viel Spannung und prickelnden Momenten.

Autoren : Grace C. Node, Emely Delphy, Sandra Cugier, Isabella Lovegood, Vivian Valentine, Marina Ocean, Melana E. Fischer, V. J. Marin, Nova Cassini, Danielle Passion, C.P. Garrett, Violetta Dark, Kathi Herrig, Lola Morel, Nika Fay, Olivia J. Gray, Samantha J. Green, Lisa Diletta, Sandra Cugier, Spicy M., Nicole Cassedy

Der Erlös dieser Anthologie wird an das Kinderhospiz Sterntaler gespendet.


Mein Eindruck:


Hinter dem sehr hübschen, edlen Cover verbergen sich 21 prickelnde, leidenschaftliche Geschichten, die in eine andere Welt entführen. Jede der Geschichten zeigt ein eigenes, zur Handlung passendes Cover und liefert Informationen zu der jeweiligen Autorin - im Aufbau eine runde und schöne Sache. Noch schöner ist, dass die Einnahmen des Buchs für einen guten Zweck gespendet werden, was ich für eine wunderbare Idee halte!

Die Autorinnen nehmen kein Blatt vor den Mund: Direkt, sinnlich, erotisch und gefühlvoll erzählen sie von abwechslungsreichen, vielseitigen Begegnungen, in denen auf die ein oder andere Art die erotische Liebe gefeiert wird. Dabei sind sie weder ordinär, noch kitschig, noch langweilig! Im Gegenteil! Neckisch, lebensnah, frech und auf eine moderne, sehr selbstbewusste Weise kommen die Autorinnen auf den Punkt und huldigen in angenehmen, leichtfüßigen Worten der körperlichen Nähe auf vielerlei Spielarten. Keine schwafelt, keine redet um den heißen Brei herum: Heiß sind nur die Szenen selbst, die für verlockende Lesemomente sorgen.

Die Geschichten sind sehr unterschiedlich gestaltet und umgesetzt. Sie unterscheiden sich in Sprache, Stil und sogar dem Aufbau, was eine unglaubliche Vielfalt hervorbringt. Die Stories sind wie eine Diskokugel, die von überallher das Licht reflektiert, man kann gar nicht sagen, an welcher Stelle sie am schönsten funkelt. Dabei ist die Zusammensetzung sehr harmonisch, denn es ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild, an dem jede Geschichte auf ihre ganz persönliche Weise ihren Anteil hat.

Fazit:


Die elegant anmutende, aber sehr frische und sinnliche Sammlung eignet sich wunderbar als Geschenk für die beste Freundin - deshalb am besten gleich zwei Exemplare des Schätzchens kaufen!

Das Buch wurde mir von den Autorinnen zur Verfügung gestellt. Dafür danke ich herzlich. Meine Meinung hat dies nicht beeinflusst.


Quelle: Cover und Handlung

Montag, 15. Juni 2020

Homeschooling für die Seele: Drei Aufgaben - Worpswede und Paula Modersohn-Becker entdecken, selbst Menschen malen

Obwohl die Schule ja inzwischen wieder läuft, schaden wöchentliche Aufgaben zur Seelenpflege und sinnvollen Beschäftigung den Kids ganz gewiss nicht, weshalb ich sie weiterhin verschicke! Die Aufgaben sollen Freude machen und für Wohlbefinden und Inspiration sorgen. Druck und Stress sind fehl am Platz - es geht dabei nicht um "Schulstoff stumpf lernen" und "Erfolge einheimsen". Der einzige Zweck meiner Aufgabe ist die Freude am Entdecken und Ausprobieren. 

Hier teile ich meine Aufgaben mit euch.

Heute sehen die Aufgaben folgendermaßen aus:


  1. Konntest du in der letzten Aufgabe rausfinden, wo die beiden schwarzen Gestalten stehen? Falls nicht: Die Statue befindet sich in Worpswede! Wenn du es nicht rausgefunden hast, ist das nicht schlimm, es war ja auch keine einfache Frage. Heute machen wir genau an der Stelle weiter: Google einmal dieses wunderschöne Künstlerdorf und schaue dir an, wer dort gewohnt und gearbeitet hat und was es dort zu finden gibt. Am besten wäre es natürlich, wenn du deine Eltern überreden kannst, mal einen kleinen Ausflug dorthin zu machen, wenn du nicht allzuweit weg wohnst. Es ist in der Nähe von Bremen. Falls das nicht möglich ist, kannst du dir über Google Earth einen Eindruck verschaffen, wenn du Lust hast. Oder dir ein paar Seiten im Internet zum Ort durchlesen.
  2. Zweite Recherche-Aufgabe: Such dir ein paar Infos im Internet zu Paula Modersohn-Becker raus und schau dir auch mal die Bilder an, die sie gemalt hat. Sie hatte es sehr schwer zu ihrer Zeit, vor allem, weil sie eine Frau war! Und sie war zu Lebzeiten weder berühmt noch reich durch ihre Bilder, obwohl sie beides zweifelsohne verdient hatte. Aber heute ist sie sehr bedeutend und es macht Spaß, sich mit ihr zu beschäftigen! Persönlich finde ich ihre Bilder sehr aussagekräftig und "eigen", ich mag sie sehr! Wie gefallen sie dir? Mach dir gern ein paar Notizen zu dem, was du siehst. Spricht es dich an? Wenn ja, warum? Wenn nein, warum nicht?
  3. Wenn du Lust hast und dich inspiriert fühlst, male ein eigenes Bild. Vielleicht von Menschen in deiner Umgebung? Deiner Familie? Oder ein Bild von dir selbst? Nutze fröhliche, kräftige Farben! Versuch, das Besondere deines Modells einzufangen! Viel Spaß dabei!

Donnerstag, 11. Juni 2020

Rezension: "Zum zweiten Mal tot" von Marcus Johanus

Handlung:


»Natürlich habe ich Angst vor dem Tod.
Ich weiß genau, was danach kommt.«

Die junge Kriminalpsychologin Lisa Kreuzer lebt auf der Überholspur. Karriere. Popularität. Erfolg auf ganzer Linie. Bis sie bei einer Massenkarambolage auf der Autobahn stirbt.

Lisa verbringt einige Minuten im Jenseits, bevor sie wiederbelebt wird. Zusammen mit weiteren Unfallopfern, die ins Leben zurückgeholt wurden, wird sie Wochen später aus einer Gruppentherapie in ihren Alltag entlassen.

Doch Lisa gelingt die Rückkehr in ihr altes Leben nicht. Ihre Nahtoderfahrung hat sie zu sehr verändert.

Da empfängt sie auf ihrem Handy Nachrichten von einem Fremden, der behauptet, aus dem Jenseits zu sein.

Und er will ihren Tod.


Mein Eindruck:


Die Grundidee, welche Thriller- und Mystery-Elemente miteinander verknüpft, fand ich so originell und reizvoll, dass mir der Einstieg ins Buch leichtfiel. Und tatsächlich entfaltet der Autor eine spannende Story, die nicht ganz eindeutig daherkommt: Sind die Todeserfahrungen echt? Was hat es mit dem bedrohlichen Verfolger auf sich? Wie kann es Lisa gelingen, die Erfahrungen zu verarbeiten und ihre angeknackste Psyche wieder in den Griff zu kriegen?  Hier finden sich viele Themen, auch philosophischer, gesellschaftlicher und psychischer Natur, die aus dem Buch mehr als einen Unterhaltungsroman machen.

Der Autor Marcus Johanus lässt uns reichlich an den Gedanken und Gefühlen der Hauptfigur in Ich-Perspektive teilhaben. Emotionen werden durch ausführliche innere Monloge und insbesondere durch die körperlichen Reaktionen der Protagonistin auf ihre Gedanken und Gefühle anschaulich dargestellt. Dadurch kann man sich gut in ihre Erfahrungswelt hineinversetzen. Neben den Monologen treiben vor allem Dialoge die Handlung voran, weshalb mir andere Sinneserfahrungen und Situations- und Umgebungsbeschreibungen im Mittelteil leider etwas zu kurz kommen.

Die Handlungen der Hauptfigur konnte ich nicht immer ganz nachvollziehen. Das gilt vor allem für die merkwürdige Beziehung, die sie führt und die damit verbundenen Konflikte, die sich daraus ergeben. Der Wechsel in der eigenen Einstellung zu bestimmten Personen geschah mir manchmal zu plötzlich und erschien mir nicht immer realistisch. Die Auflösung der Geschichte empfand ich jedoch als glaubwürdig.

Das Buch liest sich schnell weg, es ist kurzweilig und unterhaltsam. Sprachlich ist es einfach gehalten: Viele, scheinbar im Stakkato abgefeuerte Sätze bestehen oft nur aus wenigen Wörtern. Das vereinfacht den Lesefluss und erhöht das Lesetempo, kostet aber auch ein bisschen sprachlichen Charme. Trotzdem eine rasante und besondere Geschichte, welche die Elemente verschiedener Genres auf ungewöhnliche Weise miteinander verbindet.


Fazit:


Mir hat die Lektüre dieser originellen Story Freude gemacht. Wer auf spannende Geschichten mit psychologisch fundierter Basis steht, kommt auf seine Kosten.

Das Buch wurde mir vom Autor zur Verfügung gestellt. Dafür danke ich herzlich. Meine Meinung hat dies nicht beeinflusst.

Quelle: Cover und Handlung

Montag, 8. Juni 2020

Homeschooling für die Seele: Drei Aufgaben - Holz bemalen, Ort herausfinden und von diesem Ort ein bisschen träumen

Obwohl die Schule ja inzwischen wieder für viele SchülerInnen läuft, schicke ich meinen Kids weiterhin montags ein paar liebe Worte mit Ideen, die ihnen die Zeit vertreiben und in der immer noch nicht "normalen" Zeit die Seele ein bisschen trösten.

Hier teile ich sie mit euch.

Heute sehen die Aufgaben folgendermaßen aus:


  1. Diese Aufgabe stammt von einer meiner kreativen Schülerinnen, bei der ich mich hiermit herzlich bedanken möchte: Liebe C., es ist toll, dass du mir diesen Vorschlag geschickt hast! :-) Zur Aufgabe: Man sucht sich im Garten (oder irgendwo anders) irgendein Holzstück - ganz egal welches - und malt es an. Mit Acrylfarbe, Buntstiften, Filzstiften, etc. Das kann man dann beispielsweise auch super als nächstes Geburtstagsgeschenk verwenden.
  2. Schau dir das Foto mit den zwei geheimnisvollen Gestalten an. Finde heraus, wo diese beiden sich befinden. Überlege dir außerdem, was sie darstellen könnten: Wer sind sie? Was tun sie da? Welche Geschichte erzählen sie uns über ihr Leben und ihre Erfahrungen? Was ist an ihnen besonders? 
  3. Wenn du an diesem Ort aus Punkt 2 wärst, sagen wir, als Gast, der dort für ein halbes Jahr ein kleines Häuschen gemietet und sonst keinerlei Verpflichtungen hat: Was genau würdest du dort tun? Welche Projekte könntest du dort verwirklichen? Welcher Tätigkeit könntest du nachgehen? Spinne ruhig ein bisschen rum, vielleicht wird es ja eines Tages Wirklichkeit! Hättest du Lust, dort ein halbes Jahr zu verbringen? Warum? Oder warum nicht?

Freitag, 5. Juni 2020

Leserin mit Haut und Haaren: Vorstellung und Interview der Bloggerin und Künstlerin Celin vom Blog Papierflügel

Jeder leidenschaftliche Leser hat wohl schon einmal den Ausdruck "Ich habe ein Buch verschlungen" verwendet. Celin aus Leipzig macht das auch, aber auf eine ganz besondere Weise: Sie verleibt sich die Lektüre ganz und gar ein und verwandelt sie mit einem mutigen und ungewöhnlichen Händchen in etwas sehr Eigenes um.
Celin macht Kunst. Und schenkt damit den von ihr gelesenen und rezensierten Büchern eine Art von Aufmerksamkeit, die man sogar in unserer bunten und schrillen Welt lange suchen muss.

Als ich Celins Bilder das erste Mal zu Gesicht bekam, war ich total hingerissen von ihrer Art, aus Kunst neue Kunst zu produzieren. Allerdings ist das vermutlich gar nicht ihr erklärtes Ziel, sondern sie hat einfach Spaß und Freude daran, ihre Schöpferkraft auszuleben und ein Stück ihrer Kreativität in die Welt zu tragen. In Celins Bildern sprechen die Geschichten direkt zu uns, sie sitzen uns plötzlich gegenüber, als würden wir entspannt miteinander schwatzen. Sie laden zur unmittelbaren Nähe ein und nehmen uns gefangen. Sie lachen, weinen oder raunen uns direkt ins Gesicht. Sie entführen uns in ihre Welt, die uns selbst noch einmal mehr zum Lesen verführt. Und sie sorgen für eine ganz eigene Verbindung: zwischen dem Autor, der die Geschichte geschrieben hat, der Bloggerin, die ihre eigenen Ideen dazu visualisiert und dem Leser, in dessen Seele im besten Fall sofort eine brennende Neugierde erwacht. 

Neben einer schöpferischen Ader und dem Mut, etwas Neues zu schaffen, braucht es auch etwas technisches / fachliches Know-How, aber vor allem braucht es, wie ich finde, zu solchen Präsentationen eine ganz große Portion Liebe zur Literatur, um etwas so Schönes und Einzigartiges zu schaffen.

Heute möchte ich euch diese tolle Bloggerin Celin von Papierflügel vorstellen, indem ich sie selbst zu Wort kommen lasse.


Liebe Celin, magst du ein paar Eckdaten nennen? Wie alt bist du, woher kommst du und was machst du (beruflich/privat)?

 

Sehr gerne. Ich bin 22 Jahre alt (feiere dennoch jedes Jahr meinen 17. Geburtstag – ja, das mit dem „Angst-vorm-Älterwerden“ begann bei mir schon sehr früh). Ich wohne momentan in Leipzig, komme aber ursprünglich aus einem Dorf etwas außerhalb. Umgezogen bin ich damals, weil ich angefangen habe in Leipzig zu studieren. Auch wenn ich jetzt wieder in meinem Heimatdorf arbeite, möchte ich derzeit das Stadtleben noch nicht missen und werde demnach auch (noch) nicht wieder zurückziehen. Ich mache aktuell eine Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten. Privat geht es bei mir sehr viel ums Lesen und Bloggen, außerdem bin ich ein absoluter Trash-TV-Junkie, wenn es darum geht meine Freizeit möglichst primitiv und ohne groß nachzudenken zu verbringen.

Was bedeutet dir die Literatur, das Lesen?
 
Die Literatur nimmt einen großen Teil meines Lebens ein. Wenn ich nach Hause komme und meine Bücher fein säuberlich im Regal stehen sehe, geht mir mein Herz auf. Beruflich wollte ich auch in diese Richtung gehen und habe begonnen Germanistik zu studieren, mit dem Wunsch, Lektorin zu werden. Leider musste ich diesen Traum aufgrund mangelnder Jobchancen verwerfen. Das Bloggen und Lesen bringt mich dem jedoch sehr nahe, sodass ich jetzt meinen Brotjob mit meiner Leidenschaft vereinen kann.
 

Seit wann gestaltest du deine Rezensionen mit diesen atemberaubenden Bildern und wie kam dir der Gedanke, für deine Rezensionen diese Art von Bildern zu gestalten?

 

Bewusst hatte ich nie diesen Moment, in dem ich dachte „Ich mache das jetzt auf diese Art.“ Ich habe von Beginn an versucht, mit meinen Bildern eine Verbindung entweder zum Inhalt eines Buches, oder dessen Cover zu schaffen. Irgendwann musste ich mit aufs Bild, weil sich meine Ideen nur noch auf die Art hätten umsetzen lassen. Dass ich damit viel mehr Möglichkeiten habe, ist mir sehr schnell klar geworden, sodass es heute für mich selbstverständlich ist, dass ich mein Buch mit mir zusammen präsentiere.  

Gibt es Genres, die du gar nicht liest oder wärst du prinzipiell für alles offen?

 

Ich bin absolut nicht für alles offen. New Adult finde ich überhaupt nicht schön, ebenso kitschige Romane und Liebesgeschichten. Fantasy habe ich früher wahnsinnig gerne gelesen, aber auch das ist mir mittlerweile zu langweilig. Bei mir im Regal findest du heute überwiegend nur noch düstere Thriller und Horrorbücher.

Wie wichtig ist es dir, dich kreativ auszuleben und schaffst du das in deinem Alltag immer?

 

Das ist mir unheimlich wichtig. Die Kunst war schon immer ein Teil von mir und ich liebe es, mich kreativ auszulassen. Ob zeichnen, basteln, kreative Ideen entwickeln oder eben fotografieren und bearbeiten – ohne geht für mich nicht. Natürlich ist es schwer das immer bewusst in den Alltag zu integrieren, aber wenn es mich packt, dann nehme ich mir die Zeit dafür.
 

Wie lange brauchst du zur Umsetzung eines Posts mit Rezension und Bild?

 

Das geht teilweise schneller als man glauben mag. Sobald ich beginne ein Buch zu lesen, habe ich bereits eine grobe Vorstellung von dem zukünftigen Bild im Kopf. Die Rezension schreibe ich frühestens 2 Tage nach Beendigung des Buches, damit mir auch nichts entgeht. Das Bild selbst dauert im Schnitt 1-2 Stunden. Sobald ich eine klare Vorstellung habe, geht das fotografieren und bearbeiten sehr schnell. Dabei hält mein Perfektionismus gerne mal ein paar Minuten auf, aber grundsätzlich weiß ich, wohin die Reise gehen soll und kann das auch in den meisten Fällen sofort umsetzen. 

Wie gehst du damit um, wenn dir ein Buch nicht ganz so gut gefällt? Oder vielleicht auch mal eins überhaupt nicht?

 

Nüchtern. Eine Rezension ist schließlich keine Patentlösung, sondern nur meine Meinung. Ich sehe das Bloggen und Rezensieren als meine Arbeit und wüsste nicht, für wen ich das Buch besser bewerten sollte, als ich es finde. Natürlich ist schlechte Kritik für Autoren nicht immer schön, aber es ist immer noch NUR meine Meinung. Ich scheue mich also nicht davor, ein Buch schlechter zu bewerten, wenn es mir nicht gefallen hat. Einen Abbruch versuche ich eigentlich so gut ich kann zu vermeiden, leider gibt es ungefähr 1 Buch im Jahr, bei dem ich mich nicht durchringen kann, es zu beenden. Aber auch hier schreibe ich eine kurze Rezension, um zu begründen welche Aspekte zum Abbruch des Buches führten. 

Wie reagieren deine Familie und deine Freunde auf deine Arbeit?

 

Absolut begeistert. Vor allem mein Papa war froh, dass ich mein „brotloses“ Germanistik-Studium abgebrochen habe und das mit der Literatur jetzt auf diese Weise löse. Mein Freund unterstützt mich am allermeisten, kümmert sich um technische Aspekte auf meinem Blog, fotografiert mich immer, bringt seine Meinung und manchmal sogar Ideen mit ein. Freunde freuen sich über neue Rezensionen und wollen sich rezensierte Bücher ausleihen. Es stehen wirklich alle aus meinem Umfeld hinter mir und das fühlt sich toll an. 
 

Wie sind die Reaktionen (fremder Menschen) auf deine Arbeit?


Das lässt sich schwer sagen, da ich nur beurteilen kann, wie meine Instagram-Follower reagieren. Das zähle ich unter „fremd“, weil ich die wenigsten davon persönlich kenne. Hier habe ich durchweg positive Reaktionen erlebt, was mich natürlich unglaublich stolz macht. Immerhin steckt auch Arbeit dahinter und es fühlt sich gut an, wenn man dafür gelobt und wergeschätzt wird. 

Gibt es auch negative Reaktionen? Wie gehst du mit denen um?

 

Bisher kann ich (zum Glück) keine negativen Reaktionen verzeichnen. Ich glaube ich könnte nicht gut damit umgehen, denn ich nehme mir sehr vieles schnell zu Herzen. Gerade da ich in diese „Arbeit“ meine ganze Kraft und mein Herzblut stecke, würde mich eine negative Reaktion vielleicht erstmal traurig machen. Auf den zweiten Gedanken würde ich wahrscheinlich sagen „Ich liebe was ich tue und stehe zu 100% dahinter, egal was andere davon denken.“ Aber bisher gab es ausschließlich positives Feedback und das macht mich unheimlich stolz.
 

Gibt es Bücher, die du rezensieren wollen würdest, bei denen dir aber einfach keine zündende Idee für ein passendes Bild einfallen will? Was machst du in einem solchen Fall?

 

Dann schummle ich. Die Rezension wird es trotzdem auf meinem Blog geben, aber ohne Titelbild, sondern nur unter dem Buchcover zu finden. Das ist bisher aber erst einmal vorgekommen – bei einem Buch, das ich abgebrochen habe. Ich hatte danach einfach keine Lust mehr, so viel Aufwand zu betreiben. Die Enttäuschung war einfach zu groß. Wenn ich ein Buch beende, findet sich immer eine Idee. Wenn nicht an den Inhalt angepasst, dann immerhin zum Cover.

Hast du Unterstützung bei der Umsetzung deiner Bilder? Und wie sieht es mit der technischen Seite aus? Woher kannst du so gut mit den entsprechenden Programmen umgehen?

 

Die Fotos macht mein Freund. Ich sage ihm, wie ich mir das Bild vorstelle und er drückt auf den Auslöser. Es ist ein bisschen wie ein Fotoshooting: er drückt ohne Pause und ich wechsle dabei Pose und Mimik. Nach ca. 30 Bildern wird selektiert und wenn da keins dabei ist, dann muss er das Ganze nochmal machen, bis ich zufrieden bin. Die Arbeit mit den Programmen verläuft nach dem Motto „Learning-by-doing“, ich probiere einfach immer viel aus und experimentiere gerne herum. Irgendwann findet man dabei seinen Rhythmus und steigert sich eigentlich nur noch. Man bekommt einfach ein Gefühl dafür, das passiert von ganz alleine. 

Gibt es andere Arten von Kunst / Kreativität, mit denen du dich beschäftigst?


Der zweitwichtigste kreative Zweig in meinem Leben ist wohl die Kunst und das Zeichnen. Das funktioniert bei mir leider nicht auf Abruf, sondern nur in bestimmten Stimmungslagen. Daher kommt es auch zustande, dass ich zuletzt vor 3 Jahren gezeichnet habe, obwohl ich es so sehr liebe.

Hast du Lust, vielleicht selbst mal ein Buch zu schreiben? Oder einen Bildband zu gestalten? Etwas in der Art?


Ich träume von einem riesigen Plakat, mit all meinen geschaffenen Bildern als Collage, wobei auf jedem Foto der dazugehörige Autor seine Unterschrift hinterlässt. Das kommt einem Bildband wohl am nächsten. Ein Buch habe ich angefangen, das pausiert aber gerade. Ich weiß nicht ob jemals etwas daraus wird, aber die ersten 30 Seiten existieren bereits.
 

Wo kann man dich im Netz finden?


Primär findet man mich auf Instagram (papierfluegel_thriller) und auf meinem Blog Papierflügel. Dort bin ich am aktivsten. Auf Twitter und Facebook halte ich über neue Rezensionen auch auf dem Laufenden, jedoch bin ich dort nicht immer aktiv oder schnell erreichbar.

Dankeschön für diesen Einblick in dein Leben und deine Arbeit!


Vielen Dank für das Interview! 😊

Liebe Celin, ich danke dir für deine ausführlichen Antworten und die tollen Bilder! Der Absatz mit der brotlosen Germanistik hat mich besonders gefreut! Dein Papa hat recht! Germanistik führt ins Nirgendwo ODER in die Schule! *altergermanistenwitz*

Ich wünsche dir von Herzen alles Liebe für die Zukunft und noch viele wundervolle Projekte!


Donnerstag, 4. Juni 2020

Rezension: "Der wunde Himmel" von Jeannette Oertel

Handlung:


Eine explosive, atemberaubende Geschichte mit Erotik, Agenten, Krimielementen und Bedrohlichem aus der politischen Gegenwart in Berlin und aus der Vergangenheit in der DDR. Zwischen der Assistentin des Botschafters der fiktiven Arabischen Republik Elydien und einem Diplomaten entwickelt sich eine Amour fou, in naher Zukunft in Berlin, in Zeiten aufgeheizter Aufruhrstimmung. Die Leidenschaft der beiden wird zur Obsession. Zugleich passieren immer mehr mysteriöse Dinge in der Botschaft, die die Protagonistin auch bis in ihre Kindheit in der DDR zurückführen. Die Liebe schwankt zwischen totaler Hingabe und Verrat in einer zerfallenden politischen Umgebung, in die verschiedene Geheimdienste und die Hand der ehemaligen Stasi immer stärker mit hineinspielen. Die Autorin hat selbst eine Zeitlang im Diplomatischen Dienst gearbeitet.

Mein Eindruck:


Die Geschichte beginnt rasant und ohne Vorgeplänkel und entführt in eine Welt, von der ich bisher überhaupt gar keine Ahnung hatte: Die fremde Welt der Diplomatie. Es ist deutlich erkennbar, dass die Autorin hier über Insiderwissen verfügt und damit ihre Story besonders verlockend und originell ausarbeiten kann. So war ich auch sofort gefangen in der Handlung und erfreute mich an einer außergewöhnlich schönen Sprache, die das Buch zu etwas Besonderem macht.

Inhaltlich ist die Story nicht leicht einzuordnen: Ein bisschen Polithriller, ein bisschen History über die DDR-Vergangenheit, ein bisschen Lovestory mit Komplikationen, ein bisschen persönliche Entwicklung, ein bisschen Literatur über starke Frauen und deren Erfahrungen mit Welten, die auseinanderfallen und in denen morgen nichts mehr sein wird, wie es heute war. Mir gefallen solche uneindeutigen Mischungen und auch hier bringen sie Drive in die Handlung.

Die Figurencharakterisierungen sind eigensinnig und intensiv. Die sprachliche Gestaltung geschieht sinnlich, souverän und mit Liebe fürs Detail. Mir sind selten in einem Buch so wundervolle, blumige Formulierungen begegnet, die das Lesen zu einem Erlebnis werden lassen. Die problembeladene, komplizierte Liebesgeschichte wird nicht geschildert oder beschrieben, sondern sie wird auf eine sehr eindringliche Weise zwischen den Zeilen quasi vorgelebt. Tiefe Gefühle verleihen dem Text einen besonderen Flair, der umso heller strahlt, da er durch weitere Themenbereiche vielfältig erweitert wird. Wirklich ein gelungener Erstling, der sich bestimmt nicht verstecken muss!

Fazit:


Der Klappentext dürfte ruhig frecher und direkter ausformuliert werden: Dieses Buch hat alles Mögliche im Gepäck, vor allem Einblicke in eine recht unbekannte, fast schon exotische Welt, sprachliche Kostbarkeiten und sehr fein ausgestaltete Figuren. Wer einem unüberschaubaren Mischmasch an verschiedensten Gefühlen begegnen will, ist mit diesem stilistisch sehr hochwertigen Roman wunderbar bedient.

Das Buch wurde mir von der Autorin zur Verfügung gestellt. Dafür danke ich herzlich. Meine Meinung hat dies nicht beeinflusst.

Quelle: Cover und Handlung