Donnerstag, 7. Oktober 2021

Rezension: "Das Haus am Deich - Fremde Ufer" von Regine Kölpin

Inhalt:

In ihrem Roman „Das Haus am Deich – Fremde Ufer“ erzählt SPIEGEL-Bestsellerautorin Regine Kölpin die Geschichte zweier ungleicher Freundinnen. Inspiriert von der Geschichte ihrer eigenen Familien geht es in diesem 1. Band der dreiteiligen Saga um die Jahre 1947 – 1950, um Flucht, Neuanfang und Suche nach Heimat.  
1947: Nach einer dramatischen Flucht aus Stettin findet die junge Frida mit ihren Eltern in der Wesermarsch Zuflucht – Heimat ist es nicht. Um zu überleben, muss die Familie auf einem Bauernhof hart arbeiten; Fridas Traum, Pianistin zu werden, rückt in weite Ferne. Auch ihre Kindheitsfreundin, die Anwaltstochter Erna, kann ihr nicht helfen. Denn auch sie tut sich schwer, in Norddeutschland anzukommen, und findet zudem bei ihren Eltern keinen Halt, als sie unehelich schwanger wird. Erst ein kleines Haus direkt am Deich bringt Hoffnung – auf Wärme, Zugehörigkeit, ja sogar eine neue Heimat!  
Vor der atmosphärischen Kulisse Norddeutschlands entfaltet sich in „Das Haus am Deich“ das Schicksal zweier Frauen und ihrer Familien: wahrhaftig, atmosphärisch und bewegend! 

Band 1: Das Haus am Deich – Fremde Ufer
Band 2: Das Haus am Deich – Unruhige Wasser
Band 3: Das Haus am Deich – Sicherer Hafen

Mein Eindruck:

Regine Kölpins Romane sind wahre Pageturner! Auch dieser Auftakt einer dreiteiligen Saga eignete sich wieder ausgezeichnet zum Wegsuchten am Stück. Das Buch ist vom Plot her ähnlich aufgebaut wie die Nordseehof-Saga, das Setting ist vergleichbar, sogar die Figuren ähneln sich zuweilen ein bisschen: Es scheint, als sei der bekannte Erfolgsmix ein weiteres Mal geschüttelt und in ein Glas gegossen worden, um erstklassig schmackhaft serviert zu werden, denn beim Lesen stellte sich tatsächlich so etwas wie ein vertrautes Gefühl ein, obschon die Geschichten natürlich individuell sind.

Auch hier erzählt sich die Story wieder durch die Augen verschiedener personaler ErzählerInnen, die ihre Sicht auf die Dinge mit dem Leser teilen und dadurch Spannung hineintragen. Dieser Rundum-Blick wird durch eine lebensnahe, glaubwürdige und detailreich geschilderte Darstellung des bäuerlichen Alltags ergänzt und erhält durch die Bezüge zu den Grauen des Krieges eine besondere historische Würzung. Wie nicht anders von Regine Kölpin gewohnt basiert ihre herzberührende Story auf intensiven und vielfältigen Recherchen über Kriegserfahrungen und deren Folgen, das Leben zu jener Zeit in Norddeutschland, die Erfahrungen als Flüchtling und eine gewisse Menschen- und Charakterkunde, die Nähe zu den Figuren ermöglicht.

Der Kontrast zwischen dem bäuerlichen Flüchtlingsleben, das Stück für Stück mehr zu einem selbstbestimmten Leben aufgebaut wird und den Traumata der Flucht und des Krieges, die in Rückblenden eingestreut werden, bildet einen soliden Unterbau, aber was wirklich das Herz erwärmt, sind die Träume und Hoffnungen der beiden starken Frauen, die sich entscheiden, nach jedem Schlag ins Genick wieder aufzustehen und es nochmal zu versuchen! Regine Kölpin legt uns nahe: Oft laufen die Dinge nicht immer so, wie wir sie uns wünschen. Aber das Besinnen auf unsere Stärken, mutiges Voranschreiten und vor allem zwischenmenschliche Bindungen geben uns genug Auftrieb, um unsere Träume nicht aus den Augen zu verlieren.

Die beiden Hauptfiguren, Frida und Erna, sind liebenswert und sehr menschlich gezeichnet. Sie haben ihre Träume, die sie über einen widerspenstigen Alltag hinweg zu retten versuchen, was manchmal nur schwer oder zweitweise der Umstände wegen einfach auch gar nicht gelingt. Sie haben ihre Verluste und leidvollen Momente und sprühen doch insgeheim vor Lebensfreude, Hoffnung und Gefühl, sogar angesichts traumatischer Erfahrungen! Sie gestalten ihr Leben so gut sie es vermögen und scheitern doch immer wieder an den Ereignissen im Außen, das sich ihnen zuweilen wie ein Knüppel zwischen die Beine wirft. Und sie haben einander, als Freundinnen und Begleiterinnen durch die Wirren des Daseins! Diese Verbindung und was es bedeutet, aber auch kostet, steht im Grunde im Zentrum: Der Roman ist ein kleines Hohelied auf die Freundschaft zweier sehr unterschiedlicher Frauen, die einander Kraft und Halt geben.

Regine Kölpin nutzt harmonisch-stimmige Bilder, die den Erzählfluss wirklich zu einem Fluss werden lassen, zu etwas Lebendigem, Greifbaren, mit dem man sich so lange immer wieder treffen will und von dem man nicht lassen kann, bis man auch die letzte Seite kennt. Und wie schön, dass diese letzte Seite sogleich den Auftakt zum nächsten Roman darstellt, denn es wird ja ein nächster Teil folgen!

Fazit:

Wer Familiengeschichten und menschliche Schicksale liebt, etwas historisches Interesse mitbringt und gern in die Tiefe geht, ist mit diesem Buch wunderbar bedient! Mir hat es viel Freude bereitet und meinen Blick auf die Welt wieder einmal ein Stück weit ergänzt und erweitert, weil ich Kraft aus solcherart Literatur und der Schicksalsbewältigung beeindruckender Figuren schöpfe und etwas für das eigene Leben daraus mitnehme. 

Das Buch wurde mir von der Autorin zur Verfügung gestellt, wofür ich von Herzen danke. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.

Quelle: Cover und Handlung

Montag, 4. Oktober 2021

Die Reiki-Lebensregeln im Alltag

Wir können unser Fühlen und Denken und auch unser Leben nicht von grundauf verändern, indem wir nur mal "die Hände auflegen" und ein bisschen "universelle Lebensernergie fließen lassen". 

Freilich hat diese wunderbare Reiki-Praxis (über die ich unlängst in meinem Artikel "Reiki und ich" ausführlich berichtete), ganz besondere Effekte, aber sie sind nur ein Teil eines Ganzen, das noch viel mehr Aspekte umfasst.

Um das Ganze wahrnehmen und genießen zu können, ist es notwendig, täglich wieder und wieder nach den von Mikao Usui aufgestellten Regeln unseren Alltag zu gestalten. Sie sollten uns im besten Fall in Fleisch und Blut übergehen und wie ein Automatismus in relevanten Situationen aufploppen. 

In der Praxis gelingt das natürlich nicht immer, wir sind ja menschliche Wesen mit Mängeln, Macken, Fehlern und Eigenheiten. Aber das ernsthafte Streben danach bewirkt schon eine ganze Menge, um uns selbst besser und schneller ins Gleichgewicht zu bringen. Und wenn wir selbst im Gleichgewicht sind, dann wird auch die Welt um uns herum dadurch berührt und erhält eine Chance, die Dinge besser auszubalancieren, wovon wiederum auch wir wieder profitieren.

Die Lebensregeln des Reiki klingen einfach, aber bei näherer Betrachtung haben sie es in sich: 

Sie sind weit komplexer als auf den ersten Blick gedacht, wie es ja oft bei philosophischen Gedanken der Fall ist. Und sie klingen wunderbar einleuchtend, sind aber in der Realität nur schwer umzusetzen. 

Vielleicht gelingt dir dies anfangs nur unter Mühen. Vielleicht gelingt es nur manchmal. Vielleicht gelingt es irgendwann häufiger und dann bekommst du den Eindruck, nun sei der Knoten geplatzt - und dann fällst du doch wieder in alte Handlungs- und Denkmuster zurück. 

Aber weißt du was? Das ist nicht nur normal, sondern sogar auch notwendig, denn Entwicklung ist ein Prozess, der Fort- und Rückschritte gleichermaßen beinhaltet. Und je mehr du die Gedanken verinnerlichst und immer wieder aufrufst, umso tiefer brennen sie sich in deine Hirnstrukturen und deine Seele ein. Du wandelst dich, Stück für Stück. Manchmal in winzigen Schritten, manchmal in Meilensteinen.

"Meine" Reiki-Lebensregeln:

Heute möchte ich dir die Lebensregeln des Reiki vorstellen und dir zeigen, wie ich sie verstehe und anwende. Vielleicht gibt dir dies einen Impuls, dich auch einmal näher mit ihnen zu beschäftigen oder sie versuchsweise in dein Handeln einzubeziehen.

Es gibt sie übrigens in den verschiedensten Versionen und Auslegungen, im Kern zielen sie aber jeweils in dieselbe Richtung. Du kannst sie auch gern selbst einmal googeln und dir eine Formulierung aussuchen, die dir am besten gefällt. Oder du formulierst eine ganz eigene?

1. Gerade heute ärgere dich nicht.

Zunächst gilt für jede Lebensregel der Grundsatz: Lebe achtsam und im Augenblick. Schaue also nicht auf das Gestern, das vergangen ist, oder das Morgen, das dich noch nicht erreicht hat. Konzentriere dich und deine Bemühungen auf den einzigen Moment, der dir zur Verfügung steht: Jetzt. Das ist nicht nur ausgesprochen effektiv, zielführend und sinnvoll, sondern nimmt dir auch eine Menge Druck von den Schultern, weil die "Last" überschaubar wird. Was vorbei ist, muss nicht bejammert werden. Was noch nicht da ist, verdient keine Aufmerksamkeit. 

Bleib im Hier und Heute.

Ja, aber was heißt das nun, sich nicht ärgern? Wir ärgern uns - Hand aufs Herz - doch ständig über irgendwas, oder nicht? Im Kleinen wie im Großen ereignen sich in so einem Menschenleben am laufenden Band Dinge, die Unbehagen, Groll, Wut oder andere negative Gefühle ins uns auslösen. Menschen verhalten sich nicht so, wie wir es uns wünschen, zuweilen verletzten, kränken, verraten und täuschen sie uns, unabsichtlich oder auch bewusst. Ereignisse lassen auf sich warten oder präsentieren sich anders als gedacht. Etwas "läuft" oder "funktioniert" nicht, wir erreichen ein Ziel nicht, wir scheitern, stolpern, fallen. 

Soll man diese negativen Gefühle nun einfach wegschieben? Ignorieren, totschweigen, verdrängen? Oder abschalten wie einen Backofen, nachdem die Brötchen knusprig sind? 

Ich plaudere kein großes Geheimnis aus, wenn ich dir erzähle, dass das nicht klappt! Zwar verfügen wir über allerlei ausgeklügelte Strategien, um unsere negativen Gefühle nicht unmittelbar wahrnehmen und durchleben zu müssen, aber das bedeutet nicht, dass sie verschwinden. Im Gegenteil, sie bleiben in uns stecken und manifestieren sich, wenn sie nicht "erlöst" werden, in allerlei psychischen oder sogar körperlichen Störungen. Oder ist dir noch nie ein Gespräch auf den Magen geschlagen? Hat dir schonmal eine Erfahrung Kopfzerbrechen oder gar Kopfschmerzen bereitet? Kennst du den Zustand, wo du den Eindruck hast, dass du gar nichts mehr fühlst oder das "Falsche"?

Gegen Ärger und seine Kumpels, die unangenehmen Emotionen, zu kämpfen, macht keinen Sinn, denn wir können nicht gewinnen. Unsere Gefühle lassen sich nicht ausmerzen und behalten immer die Hand am längeren Hebel, so gern wir auch die vollkommene Kontrolle darüber hätten.

"Sich nicht ärgern", wie die Regel es rät, ist also schlicht nicht machbar. Utopisch, lächerlich, zum Scheitern verurteilt. "Sich nicht von seinem Ärger dominieren und vereinnahmen zu lassen" aber schon! Und an diesem Punkt setze ich an, wenn mich "etwas" oder "jemand" ärgert, was im Grunde eine völlig sinnlose und unnötige Verschwendung von Aufmerksamkeit und Energien ist.

Ich trete einen Schritt beiseite und nehme wahr, was mich gerade ärgert und warum. Überprüfe, welche Sehnsüchte oder Ängste hinter meinem Groll stecken, welcher wunde Punkt damit berührt oder welcher meiner Werte verletzt wurde. Ich betrachte meinen Ärger wie ein Objekt unter dem Mikroskop und nutze seine wertvollen Botschaften. Denn die hat er immer im Gepäck! Irgendwann stoße ich auf den Aspekt, der mir erklärt, warum ich auf eine Person oder ein Geschehen so heftig reagiere.

Und noch mehr: Wenn mein Ärger als Wegweiser und Botschafter seine Aufgabe erfüllt hat, dann stellt er mir noch eben jene Kraft zur Verfügung, die ich brauche, um damit umzugehen! Anstatt mich in meinem Groll zu verlieren, kann ich besser Wege und Lösungen suchen, um das, was mir sauer aufstößt, zu verändern (oder meine Einstellung dazu anzupassen, sollte mein Einfluss zu gering sein).

Insofern darf ich mich durchaus ärgern, aber mit Bedacht und Bewusstheit - und dann sollte ich aus dem passiven oder gar destruktiven Ärger schnell in konstruktive, zielführende Aktivitäten kommen. Ärger darf und soll gesehen werden, aber er darf nicht dominieren und verschlingen. Wem es gelingt, die wilden Auswüchse des Geistes zu zähmen, der kann sie mit den besten Absichten für sich nutzen.

2. Gerade heute sorge dich nicht.

Sich sorgen bedeutet, sich gedanklich auf eine oft wenig zielfrühende und belastende Weise mit einer Realität zu beschäftigen, die so noch gar nicht eingetroffen ist und vielleicht auch niemals so kommt, wie man es befürchtet. Das ist sinnlos, nervenaufreibend und aus energetischer Sicht eine vollkommene Verschwendung von Energien und Ressourcen. Und wir sorgen uns viel und ständig, oder? Um uns selbst und unsere Zukunft, unsere Lieben, Familie und Freunde, unseren materiellen Besitz - um alles, was uns wertvoll und wichtig ist und das wir nicht verlieren müssen.

Aber diese Sorgen bewirken nichts im Positiven, denn weder verhindern sie Verluste, noch stellen sie Strategien und Lösungsideen vor, wenn eine unserer Sorgen sich als Fakt bewahrheitet.

Für das Sorgen gilt also das Nämliche wie für das Ärgern: Ich nehme meine Sorgen, die letztlich ja nichts sind als (berechtigte oder irrationale) Ängste, wahr und trete respektvoll einen Schritt beiseite, um sie mir von einer höheren Warte aus anzusehen. Was haben meine Sorgen mir über meine Werte und das, was mir im Leben etwas bedeutet, zu sagen? Gibt es für mich aktiv etwas zu tun? Sind Kreativität und Tatkraft gefragt? Habe ich eine Lektion zu begreifen? Oder obliegen mir die Dinge überhaupt nicht, sodass ich mich von dem Gedanken, Einfluss auf eine bestimmte Sache nehmen zu können, getrost verabschieden kann und keine Kraft mehr hineinstecken muss?

Dieses Wissen kann ich nutzen. Wenn es an der richtigen Zeit ist und mir die Möglichkeiten gegeben sind, um das mir Kostbare zu schützen, dann verwende ich alle meine Kraft darauf. Wenn beides fehlt, lasse ich die Sorgen schlicht das sein, was sie sind: Ein paar Gedanken unter vielen. Nicht weniger und nicht mehr.

3. Gerade heute sei dankbar.

Die Dankbarkeit spielt in nahezu allen psychotherapeutischen und Coaching-Methoden eine wichtige Rolle, denn sie legt - nicht nur in Zeiten des Mangels und der Not den Fokus auf das, was wertvoll, schön und gut ist, bringt uns damit in unsere Kraft und stellt ein Gegengewicht zu Belastungen, Stress und Druck dar, auch zu allem Negativen, das uns widerfährt. Und so etwas gibt es immer und im jeden Leben, egal, wie heftig die Stürme sind, die uns manchmal ganz schön die Mützen von den Köpfen fegen! Nur manchmal fehlt uns der Blick dafür, wir nehmen die Dinge als selbstverständlich oder erkennen sie gleich gar nicht! Wie oft sagt man sich, wenn man etwas oder jemanden verloren hat, im Nachhinein: "Ich wünschte, mir wäre bewusst gewesen, was für ein Glückspilz ich war, als ich es / sie / ihn noch in meinem Leben hatte!" Eine Reue dieser Art ist vermeidbar, wenn man gelebte Dankbarkeit auch im Kleinen und immer wieder praktiziert. 

Da ich diese kleine, aber sehr wirksame Übung der täglichen Dankesliste schon lange kenne und verinnerlicht habe, war dies kein neuer Gedanke für mich. Aber mein "Fehler" lag auf einer anderen Ebene: Ich notierte brav immer wieder alles, wofür ich dankbar war, und zwar mit meinem intellektuell denkenden, kognitiven Gehirn. Aber ich fühlte es nicht! Ich fühlte die Dankbarkeit nicht - und dann wusste ich zwar in einer sehr kopflastigen Weise, dass ich dankbar war, konnte aber aus der Emotion selbst keinen Gewinn ziehen!

Wenn man einen solchen "Fauxpas" erkennt, ist das schon der wichtigste Schritt, um anders damit umgehen zu können. Ich notiere nun also nicht nur all das Kleine und Große in meinem Leben, wofür ich dankbar bin (Und da kommt eine erstaunliche Menge zusammen!), sondern ich nehme mir Zeit für diese Liste und spüre dem Gefühl wirklich nach. Verbinde mich mit den wichtigen Menschen in meinem Leben, die mich lieben, die ich liebe, die mein Leben bereichern, mit meinen Tätigkeiten, Fähigkeiten, Erlebnissen, Dingen - mit allem, was mein Herz erwärmt und mir ein Lächeln ins Gesicht zaubert. In diesen Momenten fühle ich die Energien wie einen stetigen Kraftstrom durch mein Inneres fließen und bin besser gewappnet gegen all das, was mich bekümmert, ängstigt, ärgert oder stresst.

Ein zweiter wichtiger Aspekt ist die Urteilsfreiheit: Usui meint nicht, dass man nur dankbar sein soll für das, was einem guttut, das wäre ja ziemlich einfach! Es macht auch Sinn, immer mal wieder einen positiven Impuls gegenüber den Menschen und Erfahrungen zu empfinden, die vielleicht nicht so angenehm sind, von denen man aber etwas lernen kann. Oder für jene, die anderen Menschen oder der ganzen Welt nützen. Oder einfach nur ganz allgemein dafür, dass die Welt als solche existiert und wir mit ihr!

Und vergessen werden darf vor allem nicht, dass alles zwei Seiten hat. Nichts ist nur positiv oder negativ und wer sich darauf verlässt, der irrt! Die Parole lautet also: Finde in einem negativen Aspekt etwas Positives - und über dieses Positive empfinde Dankbarkeit. Wenigstens ein bisschen!

Es ist nicht selbstverständlich, dass wir dieses Leben auf dieser Erde leben dürfen! Es ist ein Geschenk - und für Geschenke sollte man sich bedanken, auch dann, wenn sie den Geschmack nicht hundertprozentig treffen. Es könnte sonst sehr schnell passieren, dass man keine mehr bekommt!

4. Gerade heute arbeite hart.

In mancher Literatur heißt dieser Passus: "Verdiene dein Brot ehrlich". In dieser Formulierung ist die Regel (für mich) leichter umsetzbar, denn sie bedeutet, nur mit jenen Tätigkeiten Geld zu verdienen, die anderen Lebewesen und der Welt nicht zu Schaden gereichen. Also, Drogendealer und Menschenhändler wären dann als Jobziel schonmal raus, wie lukrativ das vielleicht auch sein mag!

Wenn du ein moralisch integrer Mensch bist (blöde Beschreibung, aber mir fällt keine passendere ein), dann wirst du dich mit dieser Regel nicht schwer tun: Übe einfach eine Arbeit aus, die menschliche grundlegende Werte respektiert und im besten Fall allen nutzt. (Dann ist der Börsenmakler und Großunternehmer auch raus, oder? Nein, Scherz.)

Ich denke, die Regel umfasst noch einiges mehr. 

Für mich persönlich bedeutet sie, meine Arbeit mit Hingabe, Leidenschaft und Herzblut auszüben. Ob ich ein Buch schreibe oder einem Kind etwas in der Schule beibringe - ich werde einen außerordentlich guten Output all meiner Leistungen erwirtschaften, wenn ich sie mit Leib und Seele umsetze! 

Und diese Regel umfasst für mich auch nicht nur die bezahlte Arbeit, weil Arbeit sich für mich nicht durch ihren monetären Ertrag definiert. Wenn ich etwas schaffe und etwas Neues in die Welt bringe, dann arbeite ich auch! Meine Freude am Tun leuchtet durch die Tätigkeit hindurch und aus ihr heraus: Das ist der Grund, warum Kinder lernen, wenn die Lehrerin sie motiviert. Das ist der Grund, warum Menschen sich von Büchern so innig berühren lassen. Das ist der Grund, warum ein liebevoll gepflegter Garten üppig wächst und gedeiht, warum ein mit zärtlicher und geduldiger Hand gekochtes Essen schmeckt, warum selbstgestrickte Socken nicht nur die Füße, sondern auch die Seele wärmen und warum in der Schöpfung immer wieder Neues entdeckt und erschaffen wird.

Die Umsetzung dieser vierten Regel macht mir am meisten Spaß! Allerdings - und das gebe ich als ernste Mahnung mit, denn ich erlebte es selbst eine lange, sehr quälende Zeit anders - muss auch das Umfeld stimmen, in dem man sein Potenzial und seine Fähigkeiten entfalten und zu voller Blüte bringen kann. Stimmen diese Rahmenbedingungen nicht, musst du sie ändern, wie unbequem und lästig das auch sein mag. In beruflicher, aber auch privater Hinsicht ist man erst dann in der Lage, diese Regel konsequent umzusetzen, wenn man sich in einem Leben einrichtet, das sich stimmig und passend anfühlt und das einem den eigenen, ganz persönlichen Platz zugesteht. 

Und auch das ist Arbeit, harte Arbeit: Erkennen, dass etwas falsch läuft, reflektieren, was es ist, die Folgen akzeptieren, Stück für Stück Veränderungen durchziehen. Das ist nicht leicht und schon gar nicht über Nacht machbar.

Aber auch der winzigste Schritt in die richtige Richtung ist ein Fortschritt.

5. Gerade heute sei nett zu deinen Mitmenschen.

Alle Religionen predigen es im Kern und auch die Philosophien bauen darauf auf: Behandle deine Mitmenschen so, wie du selbst gern von ihnen behandelt werden möchtest. Kommuniziere klar und verständlich. Agiere fair, wohlwollend und gerecht. Übe Kritik sachlich und respektvoll. Azeptiere Grenzen. Verzichte auf Beleidigungen, Demütigungen, Erpressungen, Kränkungen, Verletzungen und all das andere schlimme Gedöns, das Leute manchmal nutzen, um ihre egoistischen Ziele, welcherart auch immer, zu erreichen. 

So weit, so klar. Kennen wir, probieren wir, setzen wir weitgehend um! Du bestimmt auch! Wir sind ja soziale Wesen und fühlen uns nur in der Gemeinschaft wohl und gut aufgehoben, wenn wir darin unseren Platz haben und in Verbindung zu anderen menschlichen Wesen stehen. Liebe, Zuneigung, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft sind der Kitt, der unsere Gesellschaften zusammenhält - und dazu kann jeder von uns ein Stück weit beitragen. Unser innerer Kompass, der all unsere verinnerlichten Werte enthält, dient uns da als guter Wegweiser, an dem wir uns orientieren können. Und selbst, wenn wir mal über die Stränge schlagen, gibt es fast immer noch Möglichkeiten, dies wieder auszubügeln, indem wir die Dinge wieder in Ordnung bringen und um Verzeihung bitten.

Das alles ist ehrenwert und richtig und auch, wenn es uns nicht immer gelingt, ist das Streben danach die Hauptsache, auf die es ankommt. Aber vergiss nicht, dass auch DU ein Mensch bist, der auf dieser Erde wandelt! DICH schließt die fünfte Regel auch mit ein!

Bist du dir selbst gegenüber auch so freundlich, nachsichtig, mitfühlend und zärtlich wie zu deinen Mitmenschen? Setzt du Grenzen? Kommunizierst du klar, wenn es um deine Bedürfnisse und Rechte geht? Stehst du für dich ein? Behandelst du dich wohlwollend und wertschätzend? Bist du NETT zu dir selbst?

Wie alles im Leben ist auch das Wanken zwischen den Interessen anderer und unserer eigenen immer eine Gratwanderung. Wichtig ist, dass du dir dessen bewusst bist und deine Entscheidungen klug triffst, indem du immer alle Seiten einbeziehst.

Die letzte Regel fällt mir persönlich oft schwer. Ich kenne all die wunderbaren Theorien, wie Gesellschaften gut funktionieren und was sie (zer)stört - ich bin ja immerhin Soziologin, also eine Fachfrau für das zwischenmenschliche Zusammenleben - aber Theorie und Praxis klaffen wie so oft häufig weit auseinander.

Eine gute Portion Vertrauen ins Leben selbst und ein rational-kühler Blick helfen da oft schneller weiter als alle Dogmen, die sowieso unerfüllbar sind. 

Ich bin von Menschen umgeben. Manchmal sind Menschen nett zu mir und manchmal sind sie das nicht. Ich bin ein Mensch. Manchmal bin ich nett, manchmal bin ich es nicht. Aber ich bemühe mich, das Gleichgewicht in allen Bereichen zu bewahren - und ich stehe dabei aufrecht, immer bereit, mir selbst im Spiegel in die Augen zu schauen. 

Ich nehme an, das ist schon eine ganze Menge.

Das ist alles!

Dies sind meine Wege, um den Lebensregeln des Reiki gerecht zu werden und ihnen einen festen Platz in meinem Leben einzuräumen. 

Gelingt mir das immer? Nein, natürlich nicht! Aber dieser Anspruch wäre auch lebensfremd und unrealistisch. Mir genügt der ernsthaft umgesetzte Versuch, in jeder Situation meines Alltags mit Leib und Seele und aus vollem Herzen eine überzeugte Reikianerin zu sein, die ihr in dem Moment Bestmögliches gibt.

Nur fünf Regeln?

Ja, es sind nur fünf Regeln. Erfrischend, oder? Fünf kleine Sätze, in denen ein ganzes Universum steckt. Fünf Sätze, die das Leben tatsächlich verändern können, wenn sie wieder und wieder in Erinnerung gerufen und faktisch umgesetzt werden! Am einfachsten ist das, wenn es ohne Zwang und Druck, sondern vielmehr spielerisch und voller Neugier geschieht.

Ich wünsche dir viel Spaß, Freude, Frieden, Erfüllung und wertvolle Erkenntnisse dabei!

Bildquelle: pixabay

Montag, 27. September 2021

Neuveröffentlichung: "Im Schattenreich der Llorona" von Katharina Lindner

Worum geht's?

Bianca ist nicht angetan von der Idee ihres Langzeitgeliebten Sören, den Sommerurlaub gemeinsam mit dessen Familie zu verbringen. Außerdem hat sie panische Angst vor Wasser und sieht ständig einen Geist herumstreifen, der sich als die Sagengestalt einer berühmten lateinamerikanischen Legende entpuppt. Bianca ist überzeugt davon, das Wesen sei auf der Suche nach einem Opfer, um die Rache an ihrem eigenen untreuen Gatten zu vollenden.

Wie zu erwarten entwickeln sich in dieser fragwürdigen Konstellation mit Sörens Frau Mara Konflikte, die zusätzlich durch die paranoiden Fantasien Biancas befeuert werden. Dass die beiden Frauen einst beste Freundinnen waren, erleichtert die Lage nicht unbedingt.

Und während sich die Lage zwischen den drei Erwachsenen dramatisch zuspitzt, verschwindet die zweijährige Tochter des Ehepaars spurlos in der Nacht aus ihrem Bettchen.

 Hat sich tatsächlich die Geisterfrau das Kind geholt?

Eine unglückselige Dreiecksgeschichte, 

von Bianca und Mara im Wechsel erzählt, 

in der geheimnisvollere und schlimmere Dinge eine Rolle spielen, 

als nur eine kleine Affäre …

Leseprobe:

>>> Leseprobe lesen

Wo kriege ich das Buch?

Du kannst es überall im Handel oder im Internet kaufen.

Zum Beispiel hier:  

>>> Buch bei Amazon bestellen

>>> Buch bei Thalia bestellen

>>> Buch bei Hugendubel bestellen

Was kostet es?

Das Buch kostet 11,99 Euro (E-Book: 4,99 Euro) und erfreut dich dafür mit 288 atemberaubenden Seiten.

Ich wünsche dir viel Spaß bei der Lektüre!

Dienstag, 14. September 2021

Kraftorte aus spiritueller und aus psychologischer Sicht

Letztes Jahr im Urlaub in der Nähe von Lüneburg entdeckten wir einen etwas versteckten, geheimnisvollen Ort, der mich auf eine ganz ungewohnte Weise ansprach. 

Es handelte sich um einen Steinkreis aus unfassbar alten, zum Teil riesigen Steinen, in dessen Mitte sich ein weiterer großer Felsen und daneben ein kleiner Baum befanden.

Mein Kraftort:

Dieser Ort übte eine ganz besondere Anziehungskraft auf mich aus. Meine Wahrnehmungen schienen geschärft, die Sonne strahlte heller, der Stein unter mir war behaglich warm und in den umliegenden Bäumen rauschte intensiv der Wind, als wollten die Blätter mir etwas zuflüstern. 

Ich nutzte unseren Aufenthalt nicht nur, um mich über die Entstehung dieser merkwürdigen Steinformationen zu informieren, sondern ich spürte auch, wie ich mehr und mehr zu mir selbst kam und mich uneingeschränkt mit der Schöpfung und dem Universum verband. Es war, als hätte ich einen direkten Draht gelegt und könne plötzlich Energien fühlen, die ich zuvor gar nicht bemerkt hatte. Und ich sah Bilder, Worte, ganze Geschichten, weshalb ich mir rasch einige Notizen im Handy machte, weil ich nichts zu schreiben dabei hatte. (Aus diesen Notizen entstanden später Gedichte, Texte, ganze Geschichten.)

Am Ende wollte ich gar nicht mehr gehen! Ich war nicht nur in Verbindung mit der Schöpfung, sondern auch mit allen Menschen, die vor mir schon an diesem Ort gewesen waren, verbunden über Raum und Zeit hinweg. Ich konnte einen winzigen Blick in die Unendlichkeit des Universums werfen und mich an seiner unfassbaren Schönheit erfreuen. Es war ... magisch.

Dieser Ort, der mich andocken und ankommen ließ, muss ein Kraftort gewesen sein.

Ich möchte dir heute etwas über Kraftorte erzählen. Es gibt zwei Arten, die für mich relevant sind, jene reale Orte in der Welt, von denen ich ja eben diesen einen besucht hatte, und jene imaginierten in meinem Kopf, die ganz besondere Geschenke in petto haben.

Spirituelle Kraftorte:

Schon immer haben Menschen bestimmten Orten geheimnisvolle, vielleicht sogar magische Kräfte zugeschrieben, an denen Energien besonders intensiv fließen sollen. In demütiger Verehrung und tiefer innerer Verbundenheit begegneten die Menschen früherer Zeiten diesen Orten, etwa Steinkreisen, gewissen Landschaften mit markanten Merkmalen, Quellen und Wasserfällen oder Bergen, auch Gebäuden, etwa Kirchen, und niemand fand etwas seltsam dabei. Das war jene Zeit, in der man noch besser auf die Botschaften der Schöpfung eingestimmt war und mehr im Einklang mit der Natur lebte.

Diese magischen Orte, um die sich so manche Geschichte und vielen Mythen ranken, gibt es bis heute. Und es gibt auch immer noch Menschen, die das Bedürfnis haben, sie aufzusuchen und sich an ihrer Kraft zu laben, vielleicht eine höhere Schwingung zu erreichen oder die Bewusstseinsebene zu verändern, Klarheit, inneren Frieden und mehr Energie zu erlangen. Beispiele für Kraftorte sind etwa Ayers Rock in Australien, Stonehenge in Großbritannien, die Pyramiden von Gizeh oder die Externsteine im Teutoburger Wald. Aber nicht nur berühmte und touristisch massiv überlaufene Orte können ein Kraftort sein - du kannst genauso gut einen solchen Kraftort in deiner unmittelbaren Umgebung finden, denn sie sind überall vorhanden.

Was da genau vor sich geht an einem solchen Ort, kann die Wissenschaft - wie so vieles - nicht erklären. Für einen sensiblen Menschen reicht es aber, still zu werden und sich einfach bereitwillig darauf einzulassen, um sich mit einem Kraftort zu verbinden.

Wie kannst du den Kraftort für dich nutzen?

Wenn du dir ein bisschen Zeit und deiner Seele Raum zum Atmen gibst, empfängt dich dein Kraftort mit einer deutlichen Botschaft, die du vielleicht nicht erkennst, aber in jedem Fall deutlich fühlst. Lass dich dort nieder, schenk dir ein paar entspannte Minuten, nimm um dich herum die Landschaft in all ihren Einzelheiten wahr.

Gehe dann in dich und verliere dich selbst in einer kleinen Meditation, wobei du dich nur auf deine gleichmäßige und ruhige Atmung konzentrierst. Spüre, was um dich herum vorgeht, spüre, was in dir selbst passiert. Was macht der Ort mit dir? Steigen Bilder oder Worte auf? Ideen? Gib dich hin und vertraue deinem Kraftort. Bitte ihn, dich mit frischer Energie und Stärke zu versorgen. Stell dir vor, wie diese Energie deinen Körper, deinen Geist und deine Seele in sanften Farben umhüllt. Fühle dich im Arm der Schöpfung geborgen. Tanke alles, was du brauchst und lass alles los, was du nicht mehr benötigst.

Wenn du das Gefühl hast, es genügt, dann löse dich langsam von deinem Kraftort und vergiss nicht, dich bei ihm zu bedanken. Du kannst vor deinem Abschied auch ein Mandala aus Naturmaterial legen oder deinem Kraftort anderweitig ein Geschenk machen (aber bitte nichts, was nachher als Müll liegenbleibt!). 

Kehre an deinen Kraftort zurück, wann immer du es brauchst. Suche immer wieder nach neuen Kraftorten, wenn du irgendwo unterwegs bist. Man bekommt mit der Zeit ein Gespür für die "richtige" Schwingung, fühlt sich dort geborgen und von der Schöpfung getragen, versöhnt und mit allem um sich herum in Frieden. Daran erkennst du diese Kraftorte!

Und auch, wenn es traditionelle und kulturell geprägte Kraftorte gibt, an denen sich viele Menschen tummeln wollen, so gibt es doch auch jene kleinen versteckten Plätze, die nur für dich ein Kraftort sind! Es bereitet große Freude und Erfüllung, sich auf die Suche nach einem Ort zu machen, der die Zeit für dich eine Weile anhält, eine heilige Andacht ausstrahlt und einen neuen Blick auf die Welt ermöglicht. 

Psychologische Kraftorte:

Für diese Art von Kraftort, wie er in vielen psychotherpeutischen Methoden genutzt wird, musst du dich nicht vor die Tür begeben, ja, dich nicht einmal großartig bewegen! Er existiert nämlich nicht im Außen, sondern wird dank deiner Fantasie in deiner Vorstellung erschaffen. Dafür begibst du dich in einen Zustand der Entspannung und visualisierst deinen inneren Kraftort mit allen möglichen Sinneseindrücken und in vielgestaltigen Einzelheiten. Wenn du das ein paar Mal geübt hast, kannst du deinen Kraftort in jeder Situation - auch prekären oder schwierigen - vor deinem inneren Auge abrufen.

Er wird so etwas wie ein mentaler Schutzbunker, in dem du Kraft und Energie sammeln oder dich gegen Angriffe wappnen kannst. Gerade, wenn die äußere Welt einem bedrohlich, gefährlich oder feindlich vorkommt, ist ein sicherer innerer Rückszugsort, an dem man Kraft tanken kann, Gold wert!

Das Beste ist: Weil du deinen Kraftort selbst erschaffst, kann er aussehen und sich anfühlen, wie auch immer du willst! Du kannst ihn nicht verlieren, du hast ihn immer bei dir! Und in wirklich jeder Situation wird es möglich, ihn für dich zu nutzen.

Wie kannst du dir einen solchen Kraftort schaffen?

Am einfachsten klappt die innere Reise an den eigenen Kraftort mit einer geführten Meditation, wie zum Beispiel dieser hier von "Deiner Entspannungsfee".

Ich hoffe, ich konnte dir mit meinen Anregungen ein bisschen weiterhelfen.

 



Montag, 6. September 2021

Meine Erfahrungen mit der kunsttherapeutischen Methode "Neurografik"

Diese aus Russland stammende kunsttherapeutische Methode ist mir kürzlich (zufällig???) begegnet, als ich das Universum angesichts der radikalen Veränderungen in meinem Leben und mit den damit einhergehenden seelischen Erschütterungen um mehr Klarheit und Reflexion bat.

Sie war superleicht umzusetzen und sorgte für erstaunliche Ergebnisse!

Neurografik? Was ist das?

Im Rahmen dieser Methode werden innere Blockaden gelöst und das Hirn wird "neu programmiert", indem nach einem bestimmten Ablauf und regelgerecht "Kritzeleien" zu Papier gebracht werden, die nachher noch bunt eingefärbt werden. Durch diesen Prozess werden Synapsen neu verdrahtet und mit dem Problem in Beziehung gesetzt. Sowohl das Tun selbst als auch das nachher entstehende, durchaus interpretierbare Resultat bewirken Veränderungen und Bewegungen im Denken, Fühlen, Handeln und schlussendlich dadurch auch im eigenen Leben.

Wie kam ich dazu?

Ich fand meine Informationen dazu bei einem der offensichtlich führenden Praktizierenden, Jörg Lehmann, was mir zunächst die ersten Grundlagen vermittelte und mich mit der Methode vertraut machte. Fortan klickte ich mich fasziniert durchs Netz, völlig hingerissen von den vielfältigen Kunstwerken, die da entstehen. Die Werke selbst stehen allerdings nicht im Vordergrund, es geht vielmehr um den therapeutischen Nutzen und die Konsequenzen der kreativen Tätigkeit, fernab von jedem künstlerischen Anspruch. Ich bekam Lust, es selbst auszuprobieren.

Meine zweite Quelle war Sylvia Grübl, die unter dem Stichwort "Neurodings" im Rahmen eines kleinen Büchleins und in Form von Seminaren eine ganz ähnliche Methode praktiziert. Ihre Anleitungen sind ebenso sofort ohne Vorbereitung umsetzbar und ganz leicht zu befolgen.

Wie ging ich vor und was kam dabei heraus?

Ich probierte neben dem "Lebensbaum" auch mehrfach konkrete Blockaden und Probleme aus, die ich mit Neurografik bzw. Neurodings bearbeiten wollte. Ließ mich intuitiv auf den Prozess ein. Versank ins meditative Tun, schob mein Thema spielerisch von A nach B und über hundertfünf Ecken. 

Am Ende hielt ich Bilder in den Händen, die mir sofort unverschlüsselt und direkt offenbarten, was sie mir an Botschaften mitzugeben hatten. Und ich spürte, dass Gefühle in den Fluss kamen, die zuvor irgendwo versiegt waren. 

Meinem Neuroexperiment schlossen sich konkrete Planungen für Dinge an, die ich vorher nicht mal im Ansatz durchschaut und verstanden hatte. Auch brauchte es intensiver schriftlicher Verwertung (im Tagebuch und in Gesprächen), um das Erkannte und Verstandene auch nutzen und umsetzen zu können.

Aber den wichtigsten Anstoß haben mir meine Bilder dafür gegeben, die so einfach und mühelos entstanden, als wären sie vom Himmel gefallen. Sie ergaben sich wie von Zauberhand und sie sprachen mit klaren Worten.

Künftig werde ich die einfache und hilfreiche Methode öfters nutzen, vor allem, weil sie sich nicht nur für Probleme eignet, sondern im Grunde für jedes konzeptuelle Thema, für das man ansonsten vielleicht "nur" eine Mindmap oder eine Liste erstellen würde. Auf diese Art und Weise kommen viel tiefergehende und kreativere Denkprozesse zustande, die man wiederum für Alltag, Arbeit und Lebensgestaltung nutzen kann.

Alles, was man braucht, sind ein paar Stifte (schwarzer Filzstift, schwarzer Fineliner, Buntstifte in verschiedenen Farben), Papier und etwas Zeit und Ruhe.

Probiere die Methode gern mal aus, wenn ihr Zeit und Lust habt!

Es gibt zuhauf Anleitungen im Internet, nicht nur auf den von mir verlinkten Seiten, sondern auch von begeisterten Malenden bei youtube. 

Auch Anregungen für Einsatzideen und Gestaltungsmöglichkeiten findet man dort. Im besten Fall hast du nachher Klarheit über deine Konflikte und Sorgen - und im "schlechtesten" ein hübsches Bild und ein entspanntes Innenleben, weil der gesamte Prozess freilich auch beruhigend und meditativ wirkt.

Und denk dran, das Ziel ist nicht, ein Künstler zu werden, der für seine Resultate bewundert wird, sondern dir selbst ein Stück weit näherzukommen. Und vergiss nicht, dass du selbst der Spezialist für deine einmalige und wertvolle Innenwelt bist - niemand auf der Welt kann dich so gut verstehen und erkennen, wie du dich selbst, wenn du es zulässt.

Dienstag, 31. August 2021

Lavendel - der Tausendsassa unter den Aromaölen

Manche Menschen sind kein Freund von Lavendel, manchmal wird ihm sogar ein muffiges, altjüngferliches Odeur nachgesagt. Riecht nach oller Omma, igitt, heißt es zuweilen. Nach dem Spitzentaschentuch, mit dem akribisch die eisverschmierten Mundwinkel mit ein bisschen beherzt aufgetragener Spucke saubergetupft wurden. Oder nach der kratzigen wollenen Stola, die am Ende keiner erben wollte! 

Nicht ganz zu Unrecht, denn schon seit etlichen Generationen nutzt vor allem die weibliche Spezies das vielfältige Vermögen jenes Krauts in Sachen Heilung, Beruhigung und Gesundwerdung. Die "Kräuterhexen" aller Zeiten wissen schon sehr lange um die magische Wirkung des provenzalischen Kräutleins, das viel Gutes für uns im Gepäck hat.

Denn jene, die seinen spritzigen Geruch mögen und nutzen, profitieren in vielerlei Hinsicht davon! Inzwischen sind diese vielfältigen Wirkungen auch in wissenschaftlichen Studien häufig bestätigt worden und sie verhelfen Omas alter Stola und dem Spitzentaschentuch (ohne Spucke) zu neuem Glanz.

In meinem Fall ist das auch der Fall! Das Lieblingsparfüm meiner Oma enthielt eindeutig Lavendel und so kann ich mir, wenn mir danach ist, einen Hauch meiner vor Jahren verstorbenen Großmutter zurückzaubern, natürlich verbunden mit ihrer Herzenswärme, Klugheit und der Liebe, die sie mir unermüdlich zeigte.

Was kann Lavendel?

Der Echte Lavendel (und nur dieser!) wirkt beruhigend, ausgleichend, harmonisierend und angstlösend. Er kann uns vor einer Prüfung oder in einer anderen Situation, die uns nervös macht, nervlich runterfahren und sogar Schlafstörungen entgegenwirken. Innere Unruhe, Angespanntheit und Gereiztheit verringern sich und sogar depressive Verstimmungen können eine Linderung erfahren.

(Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mir hilft allein das Bewusstsein, dass ich in seelischen und pschischen "Notfallmomenten" eine Möglichkeit habe, um meinen Gefühlen entgegenzuwirken, um schwierige Situationen besser in den Griff zu bekommen.)

Lavendel bringt außerdem eine antibakterielle und entzündungshemmende Wirkung mit und stört Insekten und Motten. Er kann innerlich (Tabletten oder Kapseln, Tee) und äußerlich angewendet werden.

Für die positive Wirkung sind Ätherische Öle, Kumarine, Gerbstoffe, Flavonoide verantwortlich. Sie werden in einem aufwändigen Prozess aus den winzigen lila Blüten gewonnen, entfalten aber nur ihre volle Wirkung, wenn dies auf sanfte und natürliche Weise geschieht (weshalb von Ölen ohne Zertifikat oder mit künstlichen Zusätzen unbedingt Abstand genommen werden muss).

Wie kann er verwendet werden?

Heute zeige ich euch meine vielfältigen Nutzungsformen, mit denen ich mir das duftige Kraut zueigen mache. Es begleitet mich quasi durch den Tag und vor allem durch die Nacht.

Nach der Ernte aus Schwiegermutters Garten trockne ich den Lavendel in kleinen Sträußchen. Die getrockneten Blüten können dann in ein Taschentuch gewickelt oder in ein Baumwollsäckchen eingenäht werden. Das große Säckchen liegt auf meinem Nachttisch und schenkt mir erholsame nächtliche Stunden. Das kleine Säckchen wartet im Kleiderschrank auf Motten (nicht, dass ich je welche gehabt hätte!) und verbreitet dort seinen angenehmen Duft. (Oder man kann es mitnehmen, wenn man zwischendurch daran schnuppern möchte.)

Das Schlafspray ist aus zwanzig Tropfen Lavendelöl, Wasser und einem halben Schnapsglas Wodka fabriziert. Es kann einfach aufs Kissen oder in den Raum gesprüht werden. Die Pumpflaschen bekommt man in der Drogerie oder im Internet für kleines Geld.

Ich nutze meine Aromaöle (nicht im Bild) auch im Wohnzimmer und im Atelier ganz klassisch in der Duftlampe. Manchmal, vor allem nach harten Tagen oder heftigen Erlebnissen, ist Lavendel der passende Seelenstreichler.

Eine neutrale Hautcreme (nicht im Bild) oder ein duftfreies Körperöl kann mit ein paar Tropfen Lavendelessenz versehen und bei Bedarf auf Stirn, Schläfen und Handgelenke aufgetragen werden.

Abends eine Tasse Tee mit einer Mischung, die Lavendel enthält, ist auch stets eine gute Idee. Der Handel hält eine vielfältige Auswahl bereit: Einfach mal die Inhaltsstoffe durchlesen und nach Lust und Laune auswählen. 

Und schließlich ist Lavendel auch immer wieder eine wichtige Komponente für meine selbst hergestellten Seifen, die freilich auch täglich genutzt werden.

Wie funktioniert es?

Lavendel beeinflusst die Nervenrezeptoren im Körper und sorgt dafür, dass weniger Stresshormone ausgeschüttet werden.Stattdessen kommt mehr Serotonin - das Glückshormon - zum Zug. Die Stimmung hellt sich auf, das Nervensystem beruhigt sich, der ganze Organismus findet die Möglichkeit einer Auszeit und Erholung.

Achtung: Schwangere und Stillende sollten sich bei der Nutzung mit ihrem Arzt abstimmen. Für kleine Kinder und Säuglinge ist Lavendelöl nicht geeignet.

Tausendsassa

Ihr seht, Lavendel ist in vielerlei Hinsicht super nützlich und auf verschiedene Arten nutzbar. Es lohnt sich, es mal auszuprobieren und im besten Fall für den Notfall vielleicht sogar ein kleines Säckchen oder die Creme immer dabei zu haben! 

Ich staune immer wieder über die Hilfe, die die Schöpfung uns mit ihren Kreationen zuteil werden lässt und sage an dieser Stelle einmal innigst: Danke, Mutter Erde, für den hübschen, fröhlich blühenden, wohlduftenden Lavendel, der auch noch in meiner Herzensfarbe leuchtet und so viel für mich tut!