Freitag, 13. Mai 2022

Journal Art - gefülltes Tagebuch und ganz viel Lebensfreude

Als große Anhängerin des Tagebuch-Führens habe ich auch auf diesem Blog schon einige Beiträge zu diesem Thema vorgestellt, zuletzt mein dreiteiliges aktuelles Journal, das ich euch schon gezeigt habe. Die drei (zusammengehörenden) Exemplare sind also derzeit bei mir in Benutzung und bislang noch fast jungfräulich, mit blanken Seiten und viel Raum für neue Eintragungen und therapeutische oder einfach nur schöne Kunstwerke.

Das "alte" Tagebuch

Dem neuen Schatz ging aber natürlich ein gefülltes Buch voraus, nämlich das, was ich zuvor nutzte. Und es ist mehr als prall gefüllt! 

Dieses Buch enthält Facetten meines Lebens, in Worten, in Bildern, in Fotos. Es zeigt, wer und was ich bin, auch, wer und was ich nicht sein will oder unbedingt sein will. Es enthält ganz viel von meinen Sehnsüchten, Träumen, Ängsten, Sorgen, Wünschen und natürlich alles, was ich in den letzten bewegenden Monaten erlebt habe. Es zeigt meine Essenz, authentisch und ungetrübt. 

Nicht zuletzt deshalb erfüllt es mich mit einem ganz warmen, weichen Gefühl, wenn ich es zur Hand nehme und denke: "Ja, da wurde etwas vollbracht." Nicht nur im Buch, sondern in der manchmal recht schwierigen Kunst des Lebens, die nicht immer gut gelingt, aber doch jeden Tag wieder versucht werden möchte.

Ganz schön fett

In der Journal-Szene nennt man aufklaffenden Bücher wie diese "Krokodilmäuler" und sie kommen zustande, weil zu viele Seiten in ein zu schmales Buch gestopft werden. Mehr noch, wenn diese Seiten durch eingeklebte Fotos oder andere Dinge weiter wachsen und wachsen, während es gefüllt wird. Diese Krokodilmäuler werden nicht gern gesehen und ein echter Bastelprofi passt den Buchrücken entsprechend schon bei der Produktion des Buches an. Für mich fühlt es sich aber genau richtig an: Dieses Buch ist voll, weil die Monate, die es dokumentiert, voll waren. Sie stecken voller Leben, prall und ungestüm, überquellend und überfließend - und so bin ich eben auch. 

Goodbye, Tagebuch!

Dieses Exemplar findet nun seinen Platz in einem Regal. Der Spruch auf dem Cover stammt übrigens von der von mir heiß und innig verehrten Glennon Doyle, deren Buch "Ungezähmt" mein ganzes Denken einmal gründlich durcheinander gewirbelt und das Unterste zuoberst gekehrt hat. 

In diesem Tagebuch war ich eine Pionierin, Tag für Tag, Stunde um Stunde. Es ist Zeugnis meines ganz eigenen So-Seins, meines Selbsts, meiner Substanz. Es wird noch da sein, wenn ich eines Tages nicht mehr bin. Und davon sprechen, wie sehr ich das Leben geliebt habe, obwohl ich es zuweilen auch verfluchte, wie es wohl jeder von uns von Zeit zu Zeit tut. Ein bisschen runtergerungst sieht es auch aus - naja, so wie ich eben auch, nach einem harten Tag.😁

Wozu dieser ganze Sermon?

Eigentlich will ich euch heute nur eins ins Gedächtnis zurückrufen: Den Gedanken daran, dass nichts Materielles Bestand hat, das Erlebte in der Seele jedoch ewig gespeichert bleibt.

Liebe Leute, sammelt Erinnerungen! Sie sind das, woraus letztlich euer Leben bestanden haben wird, wenn es Geschichte ist - wenn IHR Geschichte seid. Weil euer Leben die Geschichte ist, die IHR schreibst, ob mit einem Stift auf Papier oder einfach nur so in den weitläufigen Raum des Universums: Es setzt sich aus Momenten zusammen, die es wert sind, festgehalten zu werden. 

Freitag, 6. Mai 2022

Gelesene Bücher im April 2022

In einer kurzen und knackigen Übersicht stelle ich euch alle Bücher vor, die ich mir im letzten Monat zu Gemüte geführt habe. Ich beschreibe in ein, zwei Sätzen, worum es in dem Buch jeweils geht und erkläre und begründe, wie mir die Lektüre gefallen hat.

Meine Romane im April 2022:

 

Richard Chizmar: "Gwendys Wunschfeder"

Der Nachfolger des von Chizmar mit Stephen King zusammen verfassten (guten!) Büchleins "Gwendys Wunschkasten" ist eine Enttäuschung. In der langweiligen Fortsetzung passiert nahezu nichts, das von Belang wäre, es fehlen Tiefe, Hintergründe und Erklärungen und das Ende ist, vorsichtig ausgedrückt, haarsträubend und. 

Schade, weil die Story auch aufgrund des Vorgängers mega viel Potenzial gehabt hätte - da war so viel rauszuholen und alles ist verpufft!

Wunderbar zu beobachten ist allerdings, wie schlecht einer Geschichte gedient ist, wenn jemand die Ich-Form als Perspektive und die Gegenwart als Zeitform wählt, diese Kunstgriffe aber nicht wirklich beherrscht. Wäre ich Uni-Dozent in Literaturwissenschaft, würde ich möglicherweise diese Novelle als schlechtes Beispiel meinen Stundenten vorstellen, sie hat alles, was man dafür braucht. 

Ursula Poznanski: "Fünf"

Der erste Kaspary-Wenninger-Fall mit einer schrägen Geoaching-Suche, die mit reichlich Leichen und einem originellen Twist aufwartet. Obwohl ich recht rasch die Auflösung bereits erahnte - als Autor dieser Geschichte hätte ich das Ende GENAU SO gestaltet! - war ich gefesselt und hingerissen. Ich bin seit "Erebos" und "Saeculum" ein Poznanski-Fan und wurde auch mit diesem Serienauftakt nicht enttäuscht.

Ursula Poznanski: "Blinde Vögel"

Teil zwei musste sich sofort anschließen, Kaspary und Wenninger also zum Zweiten. Hier wurden Morde rund um eine ominöse Lyrik-Gruppe bei Facebook untersucht. Ebenso kurzweilig und spannend. Glaubwürdige Figuren, interessanter Plot, toll erzählt.

Ursula Poznanski: "Stimmen"

Und auch Nummer drei durfte nicht warten, diesmal drehte sich alles um einen toten Arzt in einer Psychiatrie. Was soll ich sagen - Ich hab's verschlungen.

Megan Goldin: "The Escape Game"

Atemberaubender Thriller über vier in einen Fahrstuhl eingeschlossene, skrupellose Banker mit einer packenden Hintergrundgeschichte. Fesselnd und beklemmend.

Regine Kölpin: "Oma macht klar Schiff"

Dieses Buch habe ich hier rezensiert.

Meine Sach- und Fachbücher im April 2022:

 

Stefan Bonner / Anne Weiß: "Generation Doof"

Nicht mehr neu, aber immer noch schlimm. 😔 Eine für mich eher bittere als lustige Abrechnung mit der Generation, der ich altersmäßig auch angehöre und die etwas pauschal und sehr überspitzt als lebensunfähige und inkompetente Masse an tumben Idioten präsentiert wird. Einzelbeispiele und reichlich statistisches Material untermauern das Urteil, über das zu diskutieren wäre. Aufgrund des definitiv wahren Kerns machte die Lektüre aber weniger Spaß als erwartet und Lösungsvorschläge für das Problem hat sie auch nicht wirklich parat. Deprimierend.

Lorenz Wagner: "Der Junge, der zu viel fühlte"

Geschrieben ist es eigentlich als Roman, aber in einem solch sachlichen und sprachlich einfachen Stil, dass ich es auch aufgrund der vielen Informationen, die außerdem enthalten sind, eher dieser Kategorie als zugehörig empfinde. In diesem Buch wird ein Teil der Lebensgeschichte des Hirnforschers Henry Markram und seines autistischen Sohns Kai beschrieben, verbunden mit der Forschung nach neuen Erkenntnissen, die sich deutlich von den bisher in der Wissenschaft etablierten Theorien abheben: 

So behauptet die "Intense Mind Theory", dass Autisten eher zu viel als zu wenig fühlen, wie bisher propagiert wurde - und stellt damit das bislang bekannte und anerkannte Bild über die Störung völlig in Frage. Ich persönlich finde die Theorie absolut faszinierend und kann mich sehr gut mit ihr anfreunden. Zudem berührt mich, wie weit eine Familie und ein Forscherteam geht, um nach Heilung und Linderung für ein Kind zu suchen, das ihnen am Herzen liegt und damit letztlich allen Betroffenen zu helfen vermag.

Die Geschichte selbst ist faszinierend, schenkt neue Perspektiven und bringt auch gleich wie nebenbei jede Menge Informationen zum Autismus mit. Mit dem Schreibstil bin ich allerdings gar nicht warmgeworden. Mit seinen Ellipsen und dem Stakkato-Stil lädt das Buch nicht so wirklich zum stundenlangen genüsslichen Schmökern ein. 

Für alle, für die das Thema Autismus relevant ist, trotzdem ein Muss, gerade weil es einmal eine ganz andere Perspektive aufzeigt und out of the box denkt.

Petra Bock: "Mindfuck Job"

Neben Mindfuck, Mindfuck Coaching und Mindfuck Love (die ich auch alle kenne), ist dies das vierte Buch aus der Reihe, das sich mit klassischen Denkblockaden beschäftigt, mit denen wir uns das Leben (in diesem Fall die Karriere) ruinieren oder zumindest schwermachen. Es zeigt Ursachen und Lösungsansätze auf, ist gut zu lesen, bietet definitiv einen Mehrwert. Interessanterweise empfand ich die Lektüre trotzdem am Ende als irgendwie "überflüssig" und öde. Ich bin mit diesem Buch nicht in Resonanz gegangen, was aber vermutlich am Thema lag. Anderen, die gerade (so wie ich früher sehr lange Zeit auch) mit ihrem Job hadern, hilft es sicher prima weiter! 

Annette Bokpe / Annette Müller: "AmazinGrace"

Eine nervtötende Werbebroschüre für die angeblich perfekte Geistheilungsmethode, in der die Propaganda für das eigene Gesundheitszentrum mehr als schlecht verpackt ist. Ich hatte mir von diesem Buch viel versprochen, da ich offen für diese Themen und immer auf der Suche nach neuem Input bin. Aber es kommt nichts als heiße Luft, seitenweise Lobhudeleien und Stimmen angeblicher Kunden und Werbeteilnehmer, die in den höchsten Tönen schwärmen. Dabei bleibt die eigentlich Methode aber seltsam schwammig und wenig greifbar - Fakten sucht man vergebens. Schließlich wird das jahrtausendalte und etablierte Reiki als "Konkurrenz-Methode" auch noch als "zu schwach" verunglimpft und spätestens an dieser Stelle hatten die Autorinnen mich (Reiki 2. Grad und ziemlich zufrieden mit dieser "schwachen" Methode, die weltweit Verbreitung findet) verloren. Ich empfehle eine kritischere Perspektive auf das eigene Tun und einen Marketing-Basiskurs!

Deepak Chopra: "Die sieben Schlüssel zum Glück"

Eine für westliche Gemüter eher ungewöhnliche Art, auf Glück und Erfüllung im Leben zu blicken. Mit Praxistipps, daher recht gut umsetzbar. Die Tauglichkeit derer muss freilich im Alltag erst getestet werden. Gefiel mir gut, aber das ist bei Chopra in der Regel meistens so. 

Freitag, 29. April 2022

Rezension: "Oma macht klar Schiff" von Regine Kölpin

Inhalt:

Die 72-jährige Frauke Hansen staunt nicht schlecht, als sie einen alten Kutter erbt – und ihre Freundin Barbara die Idee hat, daraus ein schwimmendes Café zu machen, um der Langeweile der Seniorenresidenz in Burhave zu entkommen. Tatkräftig unterstützt von Teenager Keno, der Tischler werden möchte, wird der Kutter umgebaut. Bald fahren sie damit die umliegenden Häfen an, machen neue Bekanntschaften – unter ihnen auch Kenos Opa, der Fraukes Jugendliebe sehr ähnlich sieht. Frauke ist außer sich. Zum Glück steht ihr die kleine Crew des Kutter-Cafés stets mit Rat und Tat zur Seite – selbst wenn sich Turbulenzen abzeichnen sollten …

Mein Eindruck: 

Das humorvolle Buch, in dem eine rüstige und im Kopf quietschfidele Rentnerin beweist, dass man auch in seinen Siebzigern noch lange nicht zum alten Eisen gehört, fand sich überraschend in meinem Briefkasten. Es sorgte mit seiner herzerwärmenden, lebensnahen und berührenden Geschichte für viel Lesevergnügen, das mich einige Stunden lang an das Sofa fesselte. 

Mit seinen charmanten, liebevoll gestalteten und bewusst etwas überzeichneten Charakteren, die über Ecken und Kanten verfügen, ist das Buch witzig, unterhaltsam und voller Situationskomik. Die Figuren sind auch deshalb so reizvoll, weil sie nicht nur klassisch menschliche Wünsche, Sehnsüchte und Träume repräsentieren, sondern weil sie auch Werte wie Zusammenhalt, Freundschaft und familiäre Bindungen in den Fokus nehmen. 

Somit lehrt dieser Feel-Good-Roman über drei Generationen auf eine unterhaltsame, nicht belehrende Weise, worauf es im Leben eigentlich ankommt: auf die Bindungen, die man sich schafft, pflegt und erhält. Auf das Miteinander und die gemeinsam verbrachte Zeit, auf zusammen realisierte Projekte, die von allen Beteiligten getragen werden. Auf gegenseitige Hilfe und Unterstützung, wenn es mal hart auf hart kommt.

Und es offenbart sich noch mehr Lebensweisheit: Die Gestaltung des eigenen Lebens passt nur dann exakt zu einer Person, wenn sie diese individuell auf die eigenen Bedürfnisse und Vorstellungen zuschneidet - und die können sich bei jedem Menschen anders ausprägen. Erfüllung und Glück gibt es nicht von der Stange, nicht nach Maß und schon gar nicht, indem man sich bei der Suche danach ausgiebig nach links und rechts orientiert, statt auf die Botschaft im eigenen Inneren zu hören - es ist letztlich das eigene Herz, das einem den richtigen Weg weist. Dabei gibt es kein Richtig oder Falsch. Jenseits aller Vergleiche und Urteile ist der eigene Weg nicht deshalb erstrebenswert, weil er sinnvoller oder besser ist als die der anderen Menschen. Er ist der richtige Weg, weil er den eigenen Seelenplan verwirklicht. Und genau deshalb sollte er unser aller Richtschnur sein, an der wir uns orientieren, ohne uns beirren zu lassen.

All das teilt uns der Roman mit. Jedoch bedient er sich dabei niemals der Schwafelei oder eines erhobenen Zeigefingers. Wie in all ihren Büchern ist auch in diesem der Erzählstil kurzweilig und luftig, sodass sich die Seiten auf locker-leichte Art so weglesen und man am Ende erstaunt zur letzten Seite blättert und denkt: "Ach! Schon vorbei!" Freilich mit einem kleinen Bedauern. Zum Glück hat Regine sehr, sehr viel geschrieben und es ist noch eine sehr lange Weile Nachschub möglich.

Nicht zuletzt nährt das für Regine Kölpin typische maritime Flair erneut die Nordsee-Liebe eines jeden Lesers. Mehr Landschafts- und Ortsbeschreibungen hätten es von mir aus auch noch sein dürfen, etwa in Dangast, wo ich regelmäßig meine emotionalen Akkus auftanke. (Werde ich dort jemals wieder am Strand oder Hafen stehen können, ohne Omas aufgemöbelten roten Kutter mit dem lustigen geschlechtsneutralen Namen vor mir zu sehen? 😁)

Fazit: 

Mit einem Buch von Regine Kölpin macht man nie etwas falsch, so also auch mit diesem nicht. 

Mir gefällt besonders, dass eine eher selten in der Literatur im Zentrum stehende Figur - weiblichen Geschlechts und bereits verrentet sowie verwitwet - die Hauptrolle spielt, um die herum sich die gesamte Geschichte entfaltet. 

Das Buch wurde mir von der Autorin zur Verfügung gestellt, wofür ich herzlich danke. 

Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.   

Quelle: Cover und Handlung

Freitag, 22. April 2022

Tagebuch mal anders: Art Journal, Script Journal, Lesetagebuch und Schattenjournal

Zeit meines Lebens führte ich Tagebuch. Aber inzwischen sind es nicht mehr einfach nur Texte in Notizbüchern, rasch hingeworfen mit irgendeinem Kuli, den ich gerade zur Hand habe, in aller Eile und ohne jede Muße.

Mein Tagebuch ist meine Spielwiese, auf der ich all meinen Leidenschaften nachgehe: dem Schreiben, der Kunst, dem Malen und Basteln, dem Eintauchen in psychologische Zusammenhänge und zwischenmenschliche Geheimnisse, dem Genuss von Auszeiten und Relaxmomenten, dem Festhalten schöner Momente, dem Fixieren von Informationen, die mir wichtig erscheinen. Ein simpler Ringblock oder ein Heftchen reicht mir dafür längst nicht mehr aus.

Ein Notizbuch, das alles und noch mehr können muss:

In meinem Tagebuch brauche ich nicht nur viel Platz, sondern auch diverse Varianten von Papier, um es für alles nutzen zu können, was mir wichtig ist: Weiße Seiten, auf denen ich male und kritzele. Linierte oder karierte Seiten, auf denen ich schreibe. Bunte und vielfältig gestaltete Seiten, auf denen nachher kleine Kunstwerke und Collagen zu den Themen entstehen, die mich gerade beschäftigen. Manchmal notiere ich dort auch nur ein kleines Zitat oder klebe Bilder ein, wie in ein Fotoalbum. Ich nutze alle möglichen Arten von Kunst und Worten, um mich auszudrücken und auszuleben.

Wo bitte gibt es ein solches Tagebuch zu kaufen?

Mein Tagebuch ist also ein All-in-one-Tausendsassa! Ahnst du, wo das Problem liegt? Ein solches Buch gibt es nirgendwo auf der Welt! Es ist so speziell, dass ich es nicht kaufen kann, sondern entsprechend selbst gestalten muss. Gesagt, getan! Grundlage war ein Umschlag vom großen A, das ich collagenmäßig aufhübschte und verzierte.

Der Tagebuch-Teil:

Das von mir derzeit genutzte Diary besteht aus drei Signaturen mit den oben genannten Papiervarianten. Die Signaturen habe ich einfach nebeneinander eingenäht.

Wie du ein solches Buch herstellen kannst, habe ich hier beschrieben.

Der Lesetagebuch-Teil: 

Bislang habe ich die von mir gelesenen Bücher und gesehene Filme oder Serien samt kurzer Inhaltsangabe und persönlichem Eindruck im klassischen Tagebuch mit aufgeführt. Das wurde mir aber zu unübersichtlich, weil ich gern auch mal auf einen Blick hätte, wann ich welches Buch gelesen habe, ohne ellenlange Texte oder aufwendige Kunstwerke dazwischen. Also lautete die Lösung, ein farblich passendes Extra-Büchlein dafür herzustellen. Es lässt sich in einer Tasche in der Innenseite des großen Tagebuchs verstauen.

Der Schattentagebuch-Teil:

Manchmal bin ich am Jammern, Herumätzen, Nörgeln und Schimpfen. Gerade im Tagebuch bietet sich der optimale Platz für hin und wieder aufkommenden Frust, um zu verdauen, zu verstehen, zu reflektieren oder auch loslassen zu können. Allerdings nervte mich irgendwie, dass diese Seiten voller negativer Energien sich zwischen den bunten Kunstwerken oder alltäglichen Beschreibungen des Alltags wiederfanden. Ich wollte sie da raushaben. Ich wollte meinem Schatten (siehe: C. G. Jung!) seinen Platz in meinem Erleben nicht wirklich zugestehen. Ich wollte, dass es mich fröhlich stimmt, wenn ich durch die Aufzeichnungen meines Lebens blättere.

Nun wissen wir aber alle, was geschieht, wenn wir den eigenen Schatten - unsere ungeliebten, verdrängten Anteile, die wir derart verleugnen, dass wir manchmal nicht einmal ihre bloße Existenz anerkennen - aus unserem Denken und Fühlen ausklammern. Und es tut ja auch gut, sich auch mal das Schlechte und Schlimme im eigenen Kopf anzuschauen, es in die Arme zu nehmen und Frieden mit seiner Anwesenheit zu schließen. 

Meine Idee war dann, dem Schatten ein eigenes Buch zur Verfügung zu stellen, in dem er nach Lust und Laune herumwüten und seine blöden Vibes versprühen kann. 

Auch das Schattenjournal gestaltete ich farblich passend zu den anderen beiden Schätzchen. Es ist ebenfalls in das große Buch integriert, aber herausnehmbar. Und schon darf der Schatten sein - aber eben nicht überall sein Unwesen treiben.

Das Tagebuch als Lebensbegleiter

Mein Tagebuch ist tatsächlich alles für mich: ein geduldiger Zuhörer, ein warmherziger Tröster, ein kluger Ratgeber. Es lässt mir Kopf und Herz frei werden, ermöglicht mir viele verschiedene Arten des Künstlerisch-Aktiv-Werdens und ergibt letztlich ein sorgsam geführtes und liebevoll gestaltetes Dokument meines Daseins. 

Fun Fact: Die Spitze, mit der der Buchrücken verziert ist, hat mir meine Stiefoma überlassen, denn sie ist eigens von meiner Uroma höchstselbst hergestellt worden. Eine nette Verbindung zu meinen Ahnen, die jeden Tag im Leben ersichtlich wird, oder?

Der Frage, warum Tagebuch-Schreiben eine so wunderbare Sache ist, bin ich übrigens hier mal nachgegangen.

Wenn du selbst Lust auf Schreiben und / oder Gestalten hast, dann beschäftige dich doch mal mit der Idee, dies in einem einzigen Buch zu tun, das du immer bei dir haben und ständig zur Hand nehmen kannst. Oder wahlweise, wenn du auch so ein Ordnungsfreak bist wie ich, in verschiedenen Büchern, die sich thematisch unterscheiden und all deine unterschiedlichen Wünsche bedienen.

Viel Spaß dabei!

Montag, 11. April 2022

Last-Minute-Ostergeschenke: Knuffige Häschen im Schokokugelbad und hübsch verpackte Süßigkeiten

Weil meine Osterbasteleien im Grunde selbsterklärend sind, verzichte ich heute auf langatmige Beschreibungen und lasse die Bilder für sich selbst sprechen.

Vielleicht fehlt dir noch eine Idee für ein kleines Osterbrunch-Mitbringsel oder du willst jemandem eine Freude machen, der Hasen mag? Dann los - du brauchst dafür nicht viel Material und auch nicht viel Zeit.

Die Häschen sind aus klassischen Wollpompons hergestellt, die wir schon aus der Grundschule kennen, Ohren, Augen, Füße und Nase sind aus Pappe, die Schwänzchen aus Watte. Die Tütchen, gefüllt mit Süßkram, sind aus Kaffeefiltern gemacht. Die Näpfchen, aus denen die Hasenpopos herauslugen, stammen vom Möbelschweden, da stecken die Kakteen drin, die uns unerklärlicherweise immer eingehen.

Ich habe alle Geschenke letztes Jahr verschenkt und sie sorgten für einige lächelnde Gesichter.

Inspiriert hat mich die unermüdlich informative Bastelquelle Pinterest.





Viel Spaß beim Nachbasteln! Und schöne Ostertage für euch.

Mittwoch, 6. April 2022

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, Katharina. Rückblick, Fazit und ein großes Dankeschön.

Rund um meinen Geburtstag möchte ich zwei Dinge tun: Ich möchte feiern - mit meinem Liebsten, meiner Familie, meinen KollegInnen und KlientInnen, meinen Freunden und lieben Menschen. Und ich möchte einen kurzen Moment innehalten und einen kleinen Rückblick auf das vergangene Lebensjahr wagen. Denn es war kein einfaches Jahr. Es sind Dinge geschehen, die mich ordentlich aus meiner gewohnten Umlaufbahn katapultiert und richtig, richtig weh getan haben. Aber mir wurden auch großartige Geschenke gemacht, nicht zuletzt ein wunderbarer neuer Job, der einer Gabe des Himmels gleicht und mir bestätigt hat, dass man manchmal den Sprung ins Ungewisse wagen muss, wenn man etwas Kostbares und Wertvolles gewinnen will.

Worauf zurückblicken und wie?

Wie orientiere ich mich nun in dem Jahresrückblick, der großen Bilanz, der ultimativen Lektion? 

Notiere ich, was ich erlebt habe? Was ich erreichte oder woran ich scheiterte? Die schönen Momente und die schlimmen? Die Lernzuwächse, die diese Erfahrungen mit sich brachten? Die Güter, die ich anhäufte oder - wahlweise - aufgeben musste? Die Erkenntnisse, die sich mir einbrannten? Worauf kommt es an? Was ist wirklich wichtig?

Ganz klassisch: Meine Erfolge.

Ich habe in diesem letzten Lebensjahr sechs Bücher veröffentlicht. Ich habe meinen bezahlten Job nach bestem Wissen und Gewissen erledigt und dabei versucht, mein ganzes Können und Wissen einzubringen, neuen Ideen den Weg zu ebnen, den mich umgebenden Menschen mit Herzenswärme und Sorgfalt zu begegnen, was angesichts der Umstände nicht immer leicht umsetzbar war, sich schließlich sogar als unmöglich herausgestellt hat und mich zur Kapitulation zwang. Ich habe mein Atelier neu eingerichtet. Ich habe viele Bücher gelesen und noch mehr Podcasts gehört. Ich habe etliche Collagen und Bilder gestaltet. Ich habe Reiki kennengelernt, mich bis zum zweiten Grad hochgearbeitet und eine Ausbildung zur Kunsttherapeutin absolviert. 

Ich habe Pflichten und Küren in allen Bereichen meines Lebens bewältigt und versucht, in alles, was ich tat, meine ganze Hingabe und Leidenschaft hineinzugeben. Ich habe mich fachlich und persönlich weiterentwickelt und könnte mir eigentlich voller Stolz auf die Schulter klopfen, denn das klingt alles richtig gut, oder?

Die Wahrheit: Meine Ängste, Verluste und Sackgassen.

Im Frühjahr des letzten Jahres ist mein Schwiegervater gestorben und seit diesem Tag war nichts mehr, wie wir es kannten. Eine solche Erfahrung erzwingt eine brutale, innere Einkehr und eine völlige Neuausrichtung des eigenen Denkens und Handelns. Sie lässt uns auch wissen, wie wertvoll uns Menschen, Ereignisse und Dinge sein können, denn ohne Liebe gäbe es keine Trauer. Die Trauer ist der Preis, den wir für das Glück zahlen, das wir zuvor mit dem verlorenen Menschen erlebt haben.

Nach sechs Jahren im niedersächsischen Schuldienst brachte mich mein Job im Herbst 2021 schließlich an den Rand des emotionalen und körperlichen Zusammenbruchs. Auch hier wurde ich von einer Klippe gestoßen, deren Fundament unter meinen Füßen mir einst den Halt gegeben hatte, von dem ich glaubte, ich würde ihn zum Überleben notwendigerweise brauchen. Dass dieses Fundament eine Eisenkugel an meinem Fuß war, die mich in die Tiefe zog, merkte ich zum Glück rechtzeitig. Aber das erzwang die Notwendigkeit, zu handeln - und wem fällt eine so grundlegende Lebensänderung schon leicht?

Das Universum fragt leider nicht, ob und wann wir zu Veränderungen bereit sind - es stülpt sie uns über und kickt radikal alles aus unserem Dasein, was uns nicht guttut, egal, wie innig wir an ihm hängen. (Und leider hängt man manchmal auch an Menschen, Dingen, Orten und Umständen, die einem schaden.) Wer ins Wasser geworfen wird, muss das Schwimmen lernen. Freiwillig begibt sich wohl kaum ein Mensch in eine umfassende Transformation, dazu sind wir auch viel zu sehr mit unserem herausfordernden Alltag und seinen unzähligen Kleinigkeiten beschäftigt, die sich zu großen Herausforderungen summieren. 

Aber wenn man sich diesem Prozess hingibt, dann geschieht genau das Magische, von dem immer gemunkelt und geflüstert wird, ohne dass jemand wirklich weiß, warum und wie es zustande kommt: Türen öffnen sich, Kreativität, Energie und das Gefühl, etwas selbst entscheiden zu können, kehren zurück wie lang vermisste Geliebte - und plötzlich breitet sich eine Fülle an Ideen vor dem inneren Auge aus, wie ein Meer an Blumen, an denen man sich gar nicht sattsehen möchte. Und es auch nicht muss, denn das Leben definiert sich durch ständige Wandlung und Veränderung - sie sind die Essenz, die es ausmachen!

In meinem Fall wurde mein Mut belohnt: Ich bin nun beruflich an einem Ort, den ich sinnstiftend und angenehm erlebe, an dem ich geschätzt und gemocht werde, an dem ich mein Potenzial entfalten darf, an dem ich tollen Menschen begegne, die mir auf ihre Art viel geben. 

Neben den beiden einschneidenden Verlusterfahrungen war es vor allem die Entwicklung der Corona-Pandemie, die - wie bei den meisten - auch bei mir für Einschränkungen sorgte. Kein Urlaub dieses Jahr, wo mein Lebensgefärte und ich ansonsten doch ein recht reiselustiges Völkchen sind. Kein Theater, kein Konzert, kein Kino, kein Flohmarkt, wenige Events. Stattdessen Serien auf dem heimischen Sofa, Seminare vor dem Computerbildschirm, Ferien auf der Hollywoodschaukel im Garten. 

Das alles fand ich nicht so wild, da bin ich recht anpassungsfähig, aber die damit einhergehenden Ängste taugen durchaus dazu, einen wahnsinnig zu machen! Die Medien, die statt zu beruhigen, ständig Öl ins auflodernde Feuer der Gemeinschaft gossen. Das Umfeld Schule, in dem wir jeden Tag aufs Neue dem Höchstrisiko ausgesetzt waren. Die besorgniserregende Entwicklung in der Gesellschaft, die sich auftut wie eine Schlucht und die ich mit dem Auge der Soziologin ebenso alarmiert beobachte wie unser Gesundheitswesen. 

All dies hat dieses Jahr nicht gerade zur Entspannung beigetragen. Im Gegenteil musste man sich manchmal sogar zwingen, mal abzuschalten, im wahrsten Sinne des Wortes - und näher bei sich selbst zu bleiben. Das gilt übrigens ebenso für die zweite Katastrophe der jüngsten Zeit - den unsäglichen Ukraine-Krieg, der gerade viele von von uns sprachlos und fassungslos zurücklässt und nachts unruhig schlafen lässt.

Verluste aller Art laden uns zur Reflexion ein, die zuweilen höchst widerwillig geschieht, aber doch immer weiterführt, ein Stückchen weg von dem Weg, auf dem wir gerade noch standen. 

Und in solchen Momenten braucht es Lichter, die Orientierung bieten. 

Meine Lichter sind Bücher und Geschichten, Farben und Pinsel, Kunst und Kreativität, Spiritualität und Musik. Doch die größten von ihnen, jene, die am hellsten strahlen, meine glimmenden, nie verlöschenden Polarlichter, das sind die Menschen, die mein Leben mit mir teilen und absichtsvoll daran teilhaben.

Das echte Fazit: DANKE.

Meine Wege gehe ich nie allein. Auch wäre ich nicht, wer ich bin, wenn ich als Einzelgänger durchs Leben schliche. Deswegen ist mein Lebensjahrrückblick letztlich ein großes Dankeschön an die Menschen in meinem Leben, die mich begleiten, mir den Rücken stärken, mich inspirieren und voranbringen.

Ihr seid meine Herzensmenschen.

Ich danke für die Gespräche mit euch, ob live oder am Telefon oder über viele, viele E-Mails. Ich danke euch für eure Zuversicht und eure klaren Meinungen. Ich danke euch für gemeinsam umgesetzte Projekte, Feedback und Ausblicke. Ich danke euch für kuschelige Momente, Herzenswärme, Berührungen und die Aufforderung, zu fliegen. Ich danke euch für eure Geschenke, so viele von ihnen selbstgemacht, die immer in Benutzung sind und mich an euch erinnern. 
Ich danke euch für das Elementare - von liebevoll gebackenen Plätzchen oder einem gekochten Essen bis hin zu Kleidung, die nun nachhaltig und hübsch meine Schränke füllt. Ich danke euch für das Fachsimpeln und den Austausch, dafür, dass ich mit euch lachen, nachdenken und weinen durfte. Ich danke euch für eure aufmunternden Blicke und eure Hände auf meinen Schultern, die sie sanft und stärkend drückten. Ich danke euch für eure Magie, euren Input, eure Energie. Ich danke euch für Überraschungen im Briefkasten, Plakate an der Tür, Liebesnotizen, kleine und große Päckchen, die mein Herz beim Auspacken erhellten. 
Ich danke euch für jede Minute, in der ich mich mit euch verbinden konnte, in Echtzeit oder im Herzen. Ich danke euch für die Verschnaufpausen, die ihr mir ermöglicht habt. Für die Unterhaltung und Ablenkung, den Trost, die Hoffnung. Ich danke euch, dass ihr auch eure dunklen Stunden mit mir teilt und mich für würdig erachtet, euch ebenfalls eine Hand reichen zu dürfen, wenn ihr eine braucht. 
Ich danke euch für euer Vertrauen und euren Beistand. Ich danke euch, dass ihr so seid, wie ihr seid. Ich danke euch sogar für eure Mängel und Macken, denn sie beweisen mir, dass auch ich Mängel und Macken haben darf - und mich trotzdem im Schoß einer Gemeinschaft geborgen fühlen kann. 
Ich danke euch, dass ihr euer Wissen mit mir teilt und mich Teil einer Gruppe sein lasst.

Und ich danke der Schöpfung, dass sie mein Leben mit euch bereichert, meinen Herzensmenschen!

Ein Geheimnis des Lebens

Wenn ich ein großes Geheimnis des Lebens enthüllt haben sollte, dann ist es vermutlich dieses: Verluste und Krisen zeigen uns nicht nur, wie stark wir selbst sind, wenn wir eins sein müssen. Sie stoßen uns auch mit der Nase darauf, dass mehrere Glieder eine stabile Kette bilden. Ich weiß, das IST kein Geheimnis: Viele kluge Menschen sind schon vorher darauf gekommen und haben es unermüdlich verkündet. Aber es ist ein Unterschied, ob man es weiß - oder ob man es wirklich fühlt.

Liebe Leserin, lieber Leser,

ich wünsche dir, dass auch du friedvoll auf die letzte Zeit zurückblicken kannst, trotz der belastenden Umstände, die uns kollektiv in die Knie gehen ließen und trotz deiner individuellen Probleme, mit denen du dich möglicherweise herumschlägst. Komm zur Ruhe. Schenke dir selbst Pausen zum Durchatmen. Besinne dich auf das, was dir wirklich wichtig ist. Und verbinde dich ganz bewusst mit all den Menschen in deinem Leben, die du liebst und die dich lieben.

Wer allein geht, stolpert orientierungslos durchs Unterholz. Aber wer sich links und rechts unterhakt, der kann nicht fallen, wie steinig der Pfad auch immer wird.

Möge sich alles zu deiner Zufriedenheit fügen, mögen dich Gesundheit, Zuneigung und eine Prise verlockender Abenteuer begleiten. Mögest du Kraft finden, wenn der eisige Hauch der Veränderung dich packt - und mögest du die Chancen erkennen, die darin liegen.

Und ich danke dir! Für deine Treue und dein Interesse, für deine Zeit, deine Rückmeldungen, deine Impulse. Dieser Blog lebt nur, weil DU ihn durch deine Teilhabe mitgestaltest!

Pass gut auf dich auf! Bleib tapfer, zuversichtlich und mitfühlend!