Donnerstag, 28. Mai 2020

Rezension: "Mein Weg aus dem Trauma" von Christine Striebel

Handlung:


Können seelische Wunden heilen? Jahrzehntelang litt die Autorin körperlich und psychisch an den Folgen eines Kindheitstraumas. Doch mit 58 Jahren wagt sie sich noch einmal an eine Therapie. In ihrer autobiografischen Erzählung verzichtet Christine Striebel auf Schilderungen des Missbrauchs. Stattdessen lässt sie uns Schritt für Schritt ihre Therapie begleiten: Wir begegnen Ängsten, Zweifeln und Rückschlägen – aber auch einem Team von inneren Helfern, einem sicheren Ort und der unbändigen Kraft der Fantasie. Ihre Mut machende Erfahrung: Die Heilung alter, seelischer Verletzungen ist möglich!

Mein Eindruck:


"Wie es mir mit Traumatherapie und EMDR gelang die Folgen des sexuellen Missbrauchs in der Kindheit zu überwinden und ein erfülltes Leben zu führen" lautet der Untertitel des Buchs und er trifft den Nagel genau auf den Kopf. In einer sehr persönlichen, sogar intimen Geschichte zeigt Christine Striebel, wie sie es mithilfe bestimmter Übungen und Methoden (Innerer Sicherer Ort, EMDR, u.a.) geschafft hat, aus ihrem Kindheitstrauma herauszufinden. 

Das Buch beginnt mit einer symbolträchtigen Tasse Kaffee und hört mit einer ebensolchen wieder auf. Aber dazwischen liegen ganze Welten. Seelenwelten, in denen es einem Menschen gelingt, von Qualen weg und zum Glück hin zu gelangen! Christine wurde auf ihrer nicht ganz einfachen Reise von einer Therapeutin unterstützt. Aber gegangen ist sie ihren Weg selbst! Mit Hilfe ihrer eigenen Fantasie hat die Autorin es geschafft, sich selbst zu heilen. Es gelingt ihr auf sehr anschauliche und beeindruckende Weise, von dieser Erfahrung zu berichten und sie so nachvollziehbar darzustellen, dass andere Betroffene die Hoffnung schöpfen können, ihnen könne das auch gelingen. Wundervolle, vielgestaltige, mit Worten gemalte Bilder stellen das Gegengewicht zur Schwere der Erfahrungen in der Realität dar. Und genau dieser Gegensatz ermöglicht schließlich die Heilung der Autorin und - damit eng verbunden - auch die Rettung und den Neubeginn ihrer Ehe. 

Das Buch ist erfrischend ehrlich, flüssig geschrieben und anschaulich formuliert. Fachbegriffe werden erklärt. Christine Striebel begegnet sich selbst mit Fürsorge, Mitgefühl und Liebe und sie zeigt uns, wie man ihr das nachmachen kann. Der Missbrauch wird nicht thematisiert. Dem Täter von damals soll keine Bühne geboten werden, sondern das Buch lebt durch und für die innere Welt der Autorin, die beeindruckend lebendig ist. Dazu passt auch perfekt das Cover in den sanften Farben und mit dem Bild eines kleinen Mädchens, das unbeschwert auf einer Schaukel in den Himmel fliegt. Denn dieses Mädchen ist eine der wunderbaren Gestalten, die uns im Buch begegnet.

Fazit:


Ein persönlicher Erfahrungsbericht, der auf sehr angenehme Art auch eine Menge therapeutisches Fachwissen vermittelt und sich deshalb sowohl für Betroffene als auch für Therapeuten, Psychologen und Coaches zur Lektüre eignet. Das Buch hat mich sehr berührt.

Das Buch wurde mir von der Autorin zur Verfügung gestellt. Dafür danke ich herzlich. Meine Meinung hat das nicht beeinflusst.

Quelle (Bild und Handlung)

Mittwoch, 27. Mai 2020

Mittwoch-Mini-Coaching: Kreativität zum Fließen bringen

Jeden Mittwoch liefere ich dir fünf kleine Tipps zu unterschiedlichen Themen, die du sofort umsetzen kannst.

Heute gibt es Ideen, um die eigene Kreativität wieder in den Fluss zu bringen, wenn gerade so gar nichts geht und du dich wie der langweiligste und einfallsloseste Mensch unter der Sonne fühlst.

  1. Unterbrich deine Aufgabe, die gerade sowieso nicht funktioniert und unternimm einen Spaziergang. Schenke deiner Umwelt dabei deine Aufmerksamkeit, sodass du nicht mehr über deine Tätigkeit nachgrübelst. Bewegung und frische Luft machen den Kopf frei.
  2. Schnapp dir deinen Mann, deinen Kumpel, deine Freundin, deine Mutter oder wen auch immer: Plaudert bei einem Kaffee (am Telefon geht auch) über Gott und die Welt, aber NICHT über das Thema, bei dem du gerade feststeckst. Manchmal braucht man Input aus anderen Bereichen, um wieder geistige Purzelbäume schlagen zu können.
  3. Kleine Kreativaufgaben bringen dein Hirn sanft wieder in die richtige Richtung: Kritzel ein Blatt Papier mit selbsterdachten Mustern voll. Überlege dir fünfzehn Möglichkeiten, wofür eine Büroklammer verwendet werden kann. Schreibe aus dem ersten Satz in irgendeinem deiner Bücher im Regal eine kleine Geschichte. Spiele mit dem, was dir in den Kopf kommt.
  4. Verbiete dir eine Zeitlang, dich mit dem Thema zu beschäftigen. Wetten, dass dein Kopf sofort Lust bekommt, dir ein paar Vorschläge zu liefern und schon aus Trotz wieder anfängt, neue Wege zu beschreiten?
  5. Wenn wirklich nichts geht: Gehe gelassen und spielerisch mit der Flaute um. Sie wird dein Leben nicht ins Chaos stürzen. Es gibt eben Phasen im Leben, in denen du nicht vor Einfallsreichtum sprühst, du bist eben auch keine Maschine! Je cooler du dir selbst begegnest, umso schneller und undramatischer wird dieser Zustand vorbei sein und du kannst wieder loslegen. 

Montag, 25. Mai 2020

Homeschooling für die Seele: Drei Aufträge für die Woche - Entengeschichte schreiben, Schiffe basteln und Komplimente sammeln

Jeden Montag schicke ich meinen SchülerInnen ein paar liebe Worte mit Ideen, die ihnen die Zeit vertreiben und in der Homeschooling-Zeit die Seele ein bisschen trösten.

Hier teile ich sie mit euch.

Heute sehen die Aufgaben folgendermaßen aus:


  1. Schreibe eine Geschichte über die beiden Enten auf dem Foto. Sie darf lustig, dramatisch oder sogar traurig sein, sollte aber ein gutes Ende haben. Was erleben diese beiden Gesellen? Wie heißen sie, wie leben sie ihren Alltag und wie sind sie charaktermäßig so drauf? Wo befinden sie sich? Was passiert dort? Wie ergeht es ihnen am Ende? Nutze in deiner Geschichte auch wörtliche Rede, damit sie lebendiger wird. Beschreibe auch die Umgebung ausführlich und vergiss nicht, immer auf die Gedanken und Gefühle deiner beiden tierischen Hauptfiguren einzugehen. 
  2. Falte drei oder vier Schiffe aus buntem Papier in verschiedenen Größen. Hier findest du eine Anleitung dazu: Anleitung zum Falten von Papierschiffen. Gestalte dann auf einem großen A3-Blatt die Gegend, auf der die Schiffe sich befinden. Das kann ein Meer sein, mit vielen Fischen darin, mit Pflanzen, einer Insel... Was immer dir einfällt. Wenn du ganz mutig bist, gestaltest du deinen Ozean in 3D, zum Beispiel, indem du die Fische ausschneidest und aufklebst, vielleicht eine Palme aus Papier bastelst oder mit Flüssigkleber echten Sand auf deine Insel klebst. Ich bin gespannt, welche Ideen du hast! Vielleicht befindet sich auf deiner Insel ein Piratenschatz? Oder es versteckt sich eine Meerjungfrau zwischen den Algen? Die Boote selbst darfst du natürlich auch bunt anmalen! Je abwechslungsreicher, umso prächtiger!
  3. Sammle Wörter, mit denen man Menschen ein Kompliment machen, also etwas Nettes sagen kann, beispielsweise "nett, freundlich, fröhlich, sonnig, einfühlsam, aufmerksam, nachdenklich, herzlich, zuverlässig"... Schreibe alle Wörter in eine Liste. Wenn dir keine mehr einfallen, frag deine Verwandten und Freunde. Wer schafft die längste Liste? Schick mir deine Liste gern zu! Benutze im Lauf der Woche jedes deiner Worte mindestens einmal, wenn du mit Menschen sprichst oder schreibst. Verteile Komplimente!

Donnerstag, 21. Mai 2020

Rezension: "Steve Lombard - Die Erweckung" von Stefan A.K. Weichelt

Handlung:


Steve Lombard – Die Erweckung
Wir sind nicht alleine im Universum – noch nicht mal in unseren eigenen Körpern!
Als der Münchner Journalist Steve Lombard eine geheimnisvolle Kiste von seinem ermordeten Freund Viktor erhält, stellt sich seine Welt auf den Kopf. Plötzlich ist er in der Lage, in die Körper anderer Personen zu reisen. Dabei zieht es ihn immer wieder zu einer Frau ins 16. Jahrhundert, die ihn zu kennen scheint.
Mithilfe einer Gruppe von Wissenschaftlern, unter ihnen die junge Anja, findet Steve mehr über seine neuen Fähigkeiten heraus. Er trägt ein seltenes Gen in sich, das von einer außerirdischen Rasse stammt und ihm das Seelenwandern ermöglicht. Außerdem erfährt er, dass auch andere Wesen im Universum diese Fähigkeit besitzen und sie nicht immer für ehrbare Zwecke nutzen. Wer ist Mensch, wer ist Freund, wer ist Feind? Für Steve beginnt eine Jagd durch Zeiten und Welten auf der Suche nach einem verlorenen Schiff, einer Seelenverwandten und nicht zuletzt der eigenen Identität.


Mein Eindruck:


Du denkst, du weißt, wie die Welt funktioniert? Dann wirf mal einen Blick in diese Science-Fiction-Story über den Journalisten Steve Lombard, der das von sich gewiss auch einst gedacht hat! Und zwar genau so lang, bis seine Vorstellung von unserer Erde und dem Universum dank völlig ungaublicher Erfahrungen über den Haufen geworfen wird!

Das Buch ist action- und temporeich, bietet zahlreiche Informationen und Theorien zu fremden Wesen, Zivilisationen und Sonnensystemen und versucht, sowohl viel Handlung als auch etliche  Erklärungen und sogar noch eine Liebesgeschichte unterzubringen, weshalb es nicht mal eben schnell durchgelesen ist. Zudem wird mit dem Zeitebenen gespielt. Die Beschreibungen sind ausgesprochen ausführlich. Natürlich kommt man beim Lesen auch nicht an den klassischen philosophischen Fragen vorbei, wenn die Themen "Seele", "Seelenwanderung" und "Aliens" im Raum stehen. Die Figuren sind mir etwas zu blass, der Lovestory fehlt es ein bisschen an Intensivität. Der Autor Stefan Weichelt hat seinen Roman mit viel Liebe zum Detail und einem reichen Schatz an Fantasie verfasst. Er hat außerdem gut zu seinen Themen recherchiert.

Fazit:


Das Buch ist meiner Meinung nach auf jeden Fall super geeignet für Menschen, die "Raumschiff Enterprise" und "Star Trek" lieben und sich auf die Beschreibung fremder Welten freuen, am liebsten noch mit astronomisch fundiertem Wissen. 

Das Buch wurde mir vom Autor zur Verfügung gestellt. Vielen herzlichen Dank dafür. Meine Meinung bleibt davon unbeeinflusst.

>>> Quelle Bild und Handlung

Dienstag, 19. Mai 2020

Der Wald, dein Freund und Helfer

Schon immer wurde Menschen geraten, sich nach draußen in die Natur zu begeben. Das ist kein neuer Trend, doch seit einiger Zeit hat er einen neuen Namen: "Waldbaden". Angelehnt an Wellnessangebote aller Art scheint auch der Besuch in der Natur ein Event zu sein, das bewusst zelebriert werden kann. Es gibt sogar selbsternannte Naturlehrer, die den Teilnehmern der Waldbadesessions genau erklären und zeigen, wie man den Zugang zur Natur wiederbekommt, wenn man ihn verloren hatte.

Einem Menschen, der es selbstverständlich immer gewohnt war, sich draußen in der Stille zu verlustieren (Ein Teil meiner Familie stammt vom Dorf und hatte einen Bauernhof), mag es seltsam erscheinen, dass ein ganz natürlicher Akt plötzlich etwas ganz Besonderes sein soll: Man schnappt sich Schuhe, Jacke, gegebenenfalls Mütze oder Schirm und stiefelt munter drauflos. Für die Japaner, die diesen alten Trend für sich entdeckt haben, sind die Voraussetzungen aber ganz andere: Sie leben überfüllt auf engstem Raum, leiden unter Smog, Überarbeitung und dem unfreiwilligen Verzicht auf die Natur, weil ihre Welt aus Beton und Glas besteht. Für diese gestressten Großstädter mag das "Waldbaden" eine Offenbarung sein, die sogar in die staatliche Gesundheitsfürsorge Einzug gehalten hat. Hier fallen Hektik, Stress, Lärm und die Verpflichtungen der üppigen To-do-Liste von ihnen ab. Hier finden sie Ruhe und zu sich selbst. Die Coaches, die beim Baden im Grün abseits der Stadte Hilfe leisten, dürfen eine Ausbildung zum "Waldbademeister" absolvieren und die ganze Gesellschaft entdeckt einen Weg, um glücklicher und gesünder zu werden.

Etwa seit den Achtziger Jahren gilt das "Shinrin-yoku" (Waldbad, japanisch) als Jungbrunnen und Balsam für die gestresste Städterseele. Schon damals fanden sich rasch Wissenschaftler, die den positiven Gesundheitseffekt der neuen Lieblingssportart auf wissenschaftliche Füßchen hoben und mit Belegen in Studien untermauerten. Und tatsächlich: Der Aufenthalt im Wald bringt messbare Effekte mit sich, sowohl auf der körperlichen, als auch auf der seelischen Ebene.

Dank einer reizvollen, aber nicht reizüberfluteten Umgebung kommen Hirn, Herz und Leib zur Ruhe. Blutdruck, Puls und Cortisolspiegel sinken bereits nach einer Stunde erheblich. Das Immunsystem erhält einen wahren Booster. Die ständig kreisenden Gedanken und belastenden Gefühle kommen zur Ruhe. Man fühlt sich fokussierter, zufriedener, entspannter.

Warum ist das so? Zur Erklärung dieses Umstands existieren verschiedene Theorien. Die offene, abwechslungsreiche Landschaft mit ihrer Tier- und Pflanzenwelt bietet eine angenehme Anregung, ohne zu überfordern. Es scheint in unseren Genen verankert zu sein, dass wir Biotope, die uns gleichzeitig Schutz und Überblick geben - wie etwa eine Lichtung im Wald - als angenehm und geborgen empfinden. Hier gibt es Nahrung, Licht und Wasser für uns. Gründflächen und Bäume entspannen das Auge. Die Stille, nur unterbrochen von Wassergeplätscher, Vogelgezwitscher, Astknacken und Blätterrauschen, fordert und verlangt nichts von uns. Hier dürfen wir einfach sein. Zudem bewegen wir uns auf eine moderate Art und Weise, atmen frische und saubere Luft ein Die Natur heilt: Es genügt selbst ein Blick aufs liebliche Grün. In Untersuchungen wurde inzwischen bestätigt, dass Kranke, die aus ihren Krankenhauszimmern heraus einen Blick auf die Natur genießen können, schneller genesen. Vermutet wird auch, dass das Mikroklima des Waldes auf unseren Organismus einwirkt: Die Düfte, die von den Bäumen abgegeben werden, sogenannte Terpene, könnten möglicherweise in biochemischer Hinsicht eine konkrete Wirkung auf uns haben. Allerdings stehen Langzeitstudien zum Thema bei uns leider noch aus. 

Im Gegensatz zum asiatischen Raum ist die europäische Wissenschaft nicht ganz so versessen auf entsprechende Erklärungen, denn die Studienlage bleibt ein bisschen dünn. Aber brauchen wir überhaupt Studien, wenn wir doch selbst am eigenen Leib fühlen und erkennen, was uns gut tut? In jedem Fall sorgen die Naturreize für positiv überraschende Momente und manchmal verbindet uns der Aufenthalt im Wald auch mit positiven Erinnerungen.

Unsere Sehnsucht nach Entschleunigung und Ruhe ist immens angesichts unserer hektischen Alltage, unserer übervollen Aufgabenliste und dem überall herrschenden Stress ist groß. Unser Wunsch, uns wieder mit dem Ursprünglichen zu verbinden und uns mit der Natur als Einheit zu fühlen, bleibt immer ein Teil von uns, egal, wie modern wir uns in der Leistungsgesellschaft produzieren. Manche hören den Ruf lauter als andere, aber letztendlich gilt für alle: Der Aufenthalt im Wald macht nicht nur die Japaner glücklicher und gesünder.

Zwar bringt der Wald uns eine Fülle an Geschenken mit, doch spielt der Ort selbst, an den wir uns begeben, bei der Stressbewältigung vermutlich nur eine untergeordnete Rolle: Am Strand, in einem großen Park oder auf einem Berg findet man genauso viel Erfüllung und Frieden.

Hier ein paar Tipps für die ultimative Naturnutzung:

  1. Geh am besten einmal am Tag spazieren. Das kann kurz sein, sollte aber regelmäßig stattfinden. Das Wetter spielt keine Rolle, du kannst dich passend anziehen und danach mit Kuschelsocken und Decke aufwärmen.
  2. Genieße die Auszeit bewusst, indem du die Stille wahrnimmst oder höchstens ein nettes, ruhiges Gespräch dabei führst. Streit oder allzu reger Austausch sind nicht geeignet, dir deine Spaziergänge zu versüßen.
  3. Der Ort ist zweitrangig: Geh hin, wo es dir gefällt. Achte darauf, dass dein Ort möglichst nicht von Menschenmassen überflutet wird. (Jetzt, wo Abstand Trumpf ist, sowieso nicht.)
  4. Mache eine kleine Achtsamkeitsübung während deines Spaziergangs: Nenne fünfzehn Dinge, die du siehst, zehn die du hörst und fünf, die du riechst. 
  5. Schaffe, wann und wo immer du kannst, Bezüge zur Natur: Statte deine Wohnung / dein Haus / deinen Balkon mit Pflanzen aus. Pflege sie sorgfältig. Lasse deinen Garten üppig wachsen. Empfinde dich als Teil der Natur. Überdenke deinen Konsum und triff Entscheidungen, mit denen du dich wohlfühlst. 
  6. Sammle Blätter, trockne sie und lege ein Album zur Bestimmung an. Du wirst erstaunt und etwas peinlich berührt sein, wie viele von ihnen du nicht kennst!
  7. Bastle und dekoriere mit Naturmaterialien. Der Umgang damit macht schon während des Gestaltens Freude und dient der Nachhaltigkeit.
  8. Genieße mit allen Sinnen! Unsere Welt ist schön! 
 Quelle: Bild

Montag, 18. Mai 2020

Homeschooling für die Seele: Drei Aufträge für die Woche - Kuchen backen, Berufe erfinden, Monsterkleckse

Jeden Montag schicke ich meinen SchülerInnen ein paar liebe Worte mit Ideen, die ihnen die Zeit vertreiben und in der Homeschooling-Zeit die Seele ein bisschen trösten.

Hier teile ich sie mit euch.

Heute sehen die Aufgaben folgendermaßen aus: 

  1. Back für deine Familie einen Kuchen! Das kann ein ganz einfacher sein, zum Beispiel so etwas hier: Rührkuchen-Rezept (Der klappt wirklich gut und geht ganz schnell. Andere Rezepte findest du, wenn du "Kuchen einfach Rezept" bei Google eingibst. Versuch es ruhig mal!) Wenn der Kuchen fertig ist, versammle deine Lieben zum Nachmittagskaffee an den Tisch. Bereite heiße Getränke dazu vor und teil auch ruhig mal Servietten aus. Wetten, dass ihr eine schöne Zeit zusammen verlebt? Achtung: Bei der Arbeit mit dem Backofen bitte deine Eltern oder ältere Geschwister um Hilfe! Das kann böse ins Auge gehen, wenn du dich ohne Erfahrung daranwagst. Bitte immer vorsichtig sein!
  2. Finde zehn Berufe, die die Welt besser machen und erkläre, warum sie die Welt besser machen! Das kann etwas sein, was es wirklich gibt, zum Beispiel eine Krankenschwester oder ein Altenpfleger. Oder du denkst dir selbst Berufe aus, die es gar nicht gibt, aber geben müsste! Wie wäre es mit einem Baum-im-Wald-Gießer? Einem Marienkäferbeauftragten? Einem Sandburgenschützer am Nordseestrand? Wie viele Berufe fallen dir ein, die wir unbedingt bräuchten? 
  3. Stecke deinen Zeigefinger in Aquarell- oder Acrylfarbe. Tupfe in verschiedenen Farben deinen Fingerabdruck auf ein Blatt Papier. Gestalte aus diesen bunten Tupfen mit einem schwarzen Fineliner Tiere, Monster oder allerlei lustige Gestalten. Siehst du, wie einfach man plötzlich lustige Dinge entdeckt, obwohl da doch eigentlich nur Flecken auf dem Blatt sind? Siehst du! Jeder ist ein Künstler! Auch du!


Freitag, 15. Mai 2020

Was Norbert aus "Die meisten Likes" zu sagen hat

Hallo, liebe Leserin, lieber Leser,

ich bin Norbert Böhning, eine der wichtigsten Figuren aus dem Thriller "Die meisten Likes". Eigentlich bin ich ein Rentner, der einst Buchhalter war und dachte immer, ich hätte nichts Spektakuläres zu erzählen. Vor kurzem kannte mich noch kaum ein Mensch, aber nachdem diese Sache in der Schule passiert ist, kennt mich anscheinend die halbe Welt.

Ihr wisst, wovon ich rede? Eigentlich war meine Hoffnung, als ich in diese Privatklinik in der alten Schule zog, dass man mir helfen und mich heilen würde. Wisst ihr, seit dem Tod meiner Frau hörte ich ständig ihre Stimme. Sie schien immer um mich herum zu sein und kommentierte alles, was ich dachte, sagte oder tat. Nicht auf die nette Art. Meine Frau war ein Drachen, nur wollte ich das lange nicht wahrhaben, denn die liebevolle Erinnerung an sie war ja alles, was mir in meiner Einsamkeit geblieben war.

Jedenfalls wurde eine schwere Depression mit psychotischen Symptomen bei mir diagnostiziert, weil ich ja eben meine Frau und deren spitze Zunge mit mir herumtrug
. In der Klinik würde man mir helfen, hieß es, nach vielen vergeblichen Jahren konventioneller Therapie.

Aber sie haben uns nicht geholfen! Sie haben uns vorgeführt wie Zirkustiere, sie haben uns manipuliert, gedemütigt, gequält und der Lächerlichkeit preisgegeben. Sie haben uns auf eine Art beeinflusst, die so subtil war, dass wir sie lange nicht bemerkt haben. Niemand ahnte, dass Kameras überall um uns herum waren oder dass unser Psychologe die Gespräche dazu nutzte, um uns zu Dingen zu überreden, die uns schadeten. Und schon gar nicht konnten wir wissen, dass es viele Menschen da draußen gab, deren schönste Unterhaltung unser Untergang war.

Es war eine schlimme Zeit und ich hab dort sehr viel verloren. Die Stimme meiner Frau höre ich heute nicht mehr, aber der Preis war unbeschreiblich hoch.

Aber lest selbst...

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Donnerstag, 14. Mai 2020

Rezension: "Barfuß auf spitzen Steinen" von Renate Lehnort

Handlung:


Ein grauenhaftes Verbrechen erschüttert den kleinen Ort Markt Brunn in Niederösterreich. Der siebzehnjährige Tim hat die zehnjährige Emily, die er seit ihrer Geburt kennt, missbraucht und ermordet. Britta und Laura – die Mutter des Mörders und die Mutter des Opfers – sind seit Kindheitstagen eng befreundet, wie werden sie jetzt mit dieser Last umgehen? Wird Britta ihren Sohn fallen lassen? Wird Laura ihren Hass und ihre Rachegefühle überwinden und zu einem normalen Leben zurückkehren können? Spannung garantiert!

Mein Eindruck:


Der Stoff, aus dem diese Geschichte gewebt ist, wiegt schwer! Die Gesichte über einen Mord, der das Leben zweier Familien massiv verändert, wird aus der Sicht der beiden Frauen geschildert, die einst über die Jahre hinweg beste Freundinnen waren und alles miteinander teilten. Während Laura nach der Bluttat lernen muss, mit ihrem furchtbaren Verlust und ihrer Wut auf den Täter zu leben, muss Britta mit dem Entsetzen über das Verbrechen ihres Sohnes klarkommen, den sie trotz allem immer noch liebt. Zudem erfährt sie, was es heißt, an ihrem Heimatort Spießruten zu laufen. Kein Leben ist mehr, wie es vorher war und wird auch nie wieder so sein. Beide Frauen und ihre Familien sind gezwungen, sich gänzlich neu im Leben zu orientieren.

Beide Gefühlswelten werden ausführlich geschildert, sodass der Leser Einblick in beide Frauen erhält: In ihr Leben vor dem Mord und das Leben nach dieser Wahnsinnstat, das sich für alle Beteiligten in sehr unvorteilhafte Richtungen entwickelt. Der zeitliche Rahmen umfasst über 15 Jahre und beschreibt auch Ereignisse, die sich nach der vollzogenen Haftstrafe des einst jugendlichen Straftäters ergeben.

Für eine solch heftige Handlung braucht es Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl und weil Renate Lehnort beides hervorragend einzusetzen weiß, lässt einen der Roman überhaupt nicht mehr los. Man möchte sich einerseits irgendwie gar nicht vorstellen, wie man sich selbst in einer solchen Lage fühlen würde und kann doch nicht aufhören zu lesen. 

Der Plot ist einfach strukturiert, was gut ist, denn experimenteller Schnickschnack würde nur von der der Story ablenken. Die Handlung und das Thema sprechen für sich! Zahlreiche Gefühle wie Trauer, Zorn, Fassungslosigkeit und Zuneigung wider Willen werden ausführlich beschrieben. Und es geht noch tiefer: Neben den Beziehungen zu und zwischen den Kindern fallen stehen auch  die Ehen der beiden Paare auf der Kippe. Man kann auf der einen Seite verstehen, wohin Erfahrungen dieser Art Menschen treiben, auf der anderen Seite ist so manche Entscheidung moralisch fragwürdig. Ich kann mir vorstellen, dass das Ende unter den Lesern polarisiert. Fragen wie die nach Schuld, Verantwortung, Liebe und Gewalt werden bewusst offengelassen, weil sie pauschal einfach nicht zu beantworten sind.

Der Roman ist keine leichte Lektüre. Er entspricht in Aufbau und Gestaltung einem Krimi, weil auch die Ermittlungen und das Gerichtsverfahren eine Rolle spielen. Er enthält aber eindeutig zusätzlich dramatische Züge, denn die Geschehnisse könnten ernster nicht sein. Wer tiefgehende Geschichten liebt, kommt hier voll auf seine Kosten. Spannung ergibt sich durch die ungewisse Zukunft der beteiligten Personen und natürlich durch die Frage, welchen Einfluss die furchtbaren Ereignisse auf die Freundschaft der zwei Frauen haben, die sie einst für unerschütterlich und ewig hielten.  

Fazit:


Hochinteressantes Buch hinsichtlich des Themas, der Umsetzung und der Figurengestaltung! Der Roman wirkt noch eine Weile nach. Nichts zum Zwischendurchlesen oder zur Unterhaltung, sondern eine Geschichte, die wirklich ans Herz geht und auch vor unangenehmen Gefühlen nicht davonläuft. 

Das Buch wurde mir von der Autorin zur Verfügung gestellt. Dafür danke ich von Herzen. Meine Meinung hat das nicht beeinflusst.

>>> Quelle Handlung und Bild

Mittwoch, 13. Mai 2020

Mittwoch-Mini-Coaching: Aufschieberitis besiegen

Jeden Mittwoch liefere ich dir fünf kleine Tipps zu unterschiedlichen Themen, die du sofort umsetzen kannst.

Heute gibt es Ideen, um den lästigen Drang, wichtige Dinge aufzuschieben, in den Griff zu kriegen. 


  1. Einfach anfangen. Klingt blöd, ich weiß. Aber nimm dir vor, nur eine Viertelstunde mit deiner (wichtigen und dringenden, aber ungeliebten?) Aufgabe anzufangen. Wenn sie dich total nervt und du nicht vorankommst, darfst du nach fünfzehn Minuten aufhören. Wenn es plötzlich klappt, bist du schneller durch, als du vorher geahnt hast. Erfahrungsgemäß trifft häufig Letzteres zu.
  2. To-do-Listen nutzen: Notiere dir morgens fünf Aufgaben auf deiner Liste: Die unangenehmste oder größte erledigst du bitte zuerst. Danach darfst du zwei kleinere anpacken und im Anschluss daran jene, die dir Freude machen. Schummeln gilt nicht!
  3. Denk dir schon vor Beginn der Aufgabe etwas aus, womit du dich nach geglückter Erledigung belohnen kannst. Es sollte etwas sein, was dich wirklich reizt und dir echte Freude bereitet. Das wird dich motivieren.
  4. Male dir schon im Vorfeld aus, wie du dich fühlen wirst, wenn du dieses lästige Zeug endlich vom Tisch hast! Erleichtert! Beflügelt! Stolz und stark! Hey, das sind gute Gefühle und die kannst du dir selbst schenken!
  5. Überlege dir genau, welche Konsequenzen es mit sich bringt, wenn du die Aufgabe nicht erfüllst. Schlimm? Gut so! Genau DAS wird folgen, wenn du jetzt nicht anfängst. Also, siehe Punkt 1.!

Artikel aus der Oldenburger Kreiszeitung: "Sensationslust und Vertrauensbrüche" von Klaus Eilers



>>> Artikel lesen (Klaus Eilers, Oldenburger Kreiszeitung)

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Dienstag, 12. Mai 2020

Warum NICHT ICH die Blumen verdient habe - Über Mentoren und Unterstützer

Kürzlich stand ein Mann vor unserer Haustür, der hinter dem riesigen Blumenstrauß, den er in den Händen hielt, fast verschwand. Ich wunderte mich sehr! Wann bekommt man schonmal Blumen geliefert? Und dann auch noch in Wagenradgröße? Das Geheimnis war mit einem Blick auf die beiliegende Karte schnell gelöst - und rührte mich tatsächlich fast zu Tränen.

Die Karte mit Glückwünschen zum neuen Buch kam von meiner ehemaligen Deutschlehrerin im fernen Eisenach!

Über zwanzig Jahre ist es her, dass sie mir Goethe, Hesse und Rilke vermittelt, die Fehler in meinen Aufsätzen angestrichen und mit Rotstift ihre Noten unter meine Arbeiten geschrieben hat. Und sie hat mich doch nicht vergessen! Aber das Rührendste an der Geschichte ist nicht, dass diese resolute, warmherzige und fähige Frau, die inzwischen längst in Rente ist, so stolz auf mein Wirken als Autorin ist. Das wirklich Rührende ist, dass ich ohne sie niemals da stehen würde, wo ich heute bin!

Damals in der Schule war sie Diejenige, die mich nicht nur alles über Literatur, Wörter und Texte lehrte, was sie selbst wusste, mir die Klassiker nahebrachte und mich in meiner eigenen Ausdrucksfähigkeit wachsen ließ. Sie wurde auch nie müde, mir immer wieder zu sagen und zu zeigen, wie erstaunlich sie mein Talent und meine Liebe zum Schreiben fand. Dieses positive Urteil prägte sich in mein Herz ein und half mir all die Jahre auch über Durststrecken hinweg. Denn ich wusste immer: Da ist jemand, sogar jemand vom Fach, der glaubt an dich!

Irgendwann war mir die Gewissheit, zum Schreiben geboren zu sein, in Fleisch und Blut übergegangen, sie hat mich menschlich und literarisch verändert. Wenn ich heute schreibe, dann mit der festen Überzeugung, dass meine Arbeit genauso ist, wie sie sein soll, dass ich mit ihr mein Bestes gebe und der Literatur einen guten Dienst erweise. Und daran hat meine alte Mentorin einen großen Anteil: Wer weiß, vielleicht hätte ich nie ernsthaft geschrieben, wenn meine Deutschlehrerin nicht gewesen wäre?

Im Lauf der vergangenen Jahre und Jahrzehnte hatte ich etliche Mentoren:

Wunderbare Dozenten und Professoren von der Universität Oldenburg, toughe Vorgesetzte oder ältere Verwandte zum Beispiel. Menschen, die Vertrauen in meine Fähigkeiten hatten, mich über Grenzen schickten, mir Neues beibrachten und mich in verschiedener Hinsicht wachsen ließen. Über jeden dieser Menschen würde ich am liebsten einen eigenen Beitrag schreiben, weil ich so dankbar über diese Begegnungen  und Begleitungen bin. Aber dieser Blumenstrauß, der mich gerade rosa und lila und violett anlacht, der stammt von der ersten Mentorin meines Lebens überhaupt - Und wie könnten je Worte ermessen, wie wichtig so jemand für einen Menschen ist?

Mentoren haben viele Geschenke dabei: Sie teilen ihr Wissen und Können. Sie entdecken und fördern Talent. Sie trösten und bauen das Selbstbewusstsein auf. Sie analysieren Fehler und helfen, etwas besser zu machen und dazuzulernen. Sie prägen eine Persönlichkeit auf jede nur erdenkliche Weise. Und das tun sie nur aus einem einzigen Grund: Weil sie an jemanden glauben. 

Ich schließe heute mit einem großen Danke und einer Umarmung. Beides kommt aus der Ferne und von Herzen. Über die Blumen freue ich mich natürlich sehr, aber wirklich verdient hat sie die Frau, die sie geschickt hat.

Allen Leserinnen und Lesern lege ich ans Herz: Sucht euch Menschen, die euch etwas beibringen und euch fördern können. Ihr werdet eines Tages sehr dankbar für jede dieser Begleitungen sein. Und habt den Mut, Fragen zu stellen, Dinge wissen zu wollen, gesehen zu werden. Auch, Fehler zu machen, etwas auszuprobieren, gern mit eurem Mentor im Rücken. Nur so könnt ihr der Mensch sein, der tatsächlich in euch steckt! Und wer weiß: Eines Tages seid ihr vielleicht selbst ein Mentor für jemanden, der eure Erfahrung und euer Wissen bewundert und von euch lernen möchte.




Montag, 11. Mai 2020

Kreative und unterhaltsame Aufgaben für das Homeschooling, fernab von Lehrplänen, Tränen und Druck

Den Kids ist langweilig zu Hause und sie sind genervt! Sie verspüren Angst und Unbehagen und sind nicht sehr happy über die gegenwärtige Lage. Das Homeschooling bringt viele Eltern an ihre Belastungsgrenzen und sorgt für Druck, Stress, Streit und Tränen auf allen Seiten.

Seit einigen Wochen schicke ich meinen Kindern (Klasse 7 - 10) immer regelmäßig an den Montagen freiwillige Aufgaben aus den Bereichen Seelenhygiene, Glück und kreative Gestaltung, um ihnen die außergewöhnliche Zeit etwas schöner und angenehmer zu machen. Sie sollen sich von den klassischen Schulaufgaben nach Lehrplan abheben und für Spaß, Unterhaltung und eine stabile Psyche sorgen.

Den heutigen Auftakt bilden die ersten elf Aufgaben, die meine Kids in der letzten Zeit bekommen haben. Künftig werden jeweils immer drei kleine Aufgaben am Montagvormittag eingestellt.

KetteBleib nicht allein mit deinen Sorgen und Ängsten:


Du bist vielleicht frustriert, weil die Schule nicht läuft wie gewohnt, weil du deine Freunde nicht um dich haben kannst, weil die ganze Lage angespannt ist und du dich fürchtest. Vielleicht sind auch die Erwachsenen um dich herum überfordert, schlecht gelaunt oder haben selbst Angst. Versteck dich nicht mit deinen  Befürchtungen, denn sie werden leichter, wenn man sie mit jemandem teilt! Such dir dafür einen Menschen aus deiner Familie, dem Freundeskreis oder der Umgebung und nutze alle technischen Kanäle, die zur Verfügung stehen! Miteinander reden macht alles leichter.

Tagebuch schreiben:


Klingt altmodisch, ich weiß. Machen aber nicht nur so alte Schachteln wie Frau Lindner, sondern es ist voll im Trend! Es hilft dir dabei, deinen Kopf zu sortieren und mit blöden Gefühlen umzugehen. Und geht sogar per App! Hier findest du eine Anleitung.

Brief schreiben:


Schreib doch mal jemandem einen Brief und bitte auch um eine Antwort. Verschick den Brief per Post oder wirf ihn direkt in den Briefkasten! Legt ein nettes kleines Geschenk bei. Verschenke Freude und Zeit.

"Die Regentrude" hören: 


Wenn dir langweilig ist oder du dich gestresst, genervt oder aufgeregt fühlst, hör doch mal wieder in das Märchen "Die Regentrude" rein. Märchen beruhigen und machen glücklich.

Alles auf Blau:


Gestalte eine Collage komplett in der Farbe Blau. Suche blaue Dinge in deiner Umgebung und ordne sie hübsch auf einem Tisch an. Mache dann ein Foto mit dem Smartphone von oben. Wie viele Dinge kannst du finden?

Strandfantasiereise:


Diese Meditation führt dich an den Strand, (wenn du schon in echt nicht hinfahren kannst), und zwar zur magischen Muschel: Augen zu, zurücklehnen und genießen!

Wozu dient ein Ziegelstein?


Eine Kreativitätsaufgabe: Mit einem Ziegelstein kann man natürlich ein Haus bauen. Aber man kann ihn auch für andere Dinge nutzen, etwa als Begrenzung für ein Beet oder als Briefbeschwerer. Findest du zehn verschiedene Möglichkeiten, wofür man einen Zielgelstein verwenden kann?

Dankbarkeit zeigen:


Suche dir eine Person aus, der du dankbar bist, weil sie schon viel für dich getan hat. Schreib dieser Person eine E-Mail und sage ihr, dass du ihr / ihm sehr dankbar bist und warum. Das kann ein Kumpel, eine Freundin, ein Verwandter,... sein oder wer auch immer du magst. Verschick ein paar nette Worte. Und schreibt in deiner E-Mail, diese Person soll auch an eine Person ihrer Wahl ein paar dankbare und liebe Worte schreiben. So verbreiten wir ein bisschen Glück!

Lies mal wieder!


Heute habe ich Buchempfehlungen für dich. Nicht, weil die Schule das so will oder weil es für Antolin und die Note gut ist, sondern einfach nur, um mal in eine andere Welt abzutauchen, etwas Spannendes in der Fantasie zu erleben und auf angenehme Art die Zeit zu vertreiben. Zwar leben wir in der Realität nur ein einziges Leben unter ganz bestimmten Umständen, aber in unserer Fantasie sind wir total frei und können alle möglichen verrückten Geschichten erfahren:

In "Niemalswelt" bleibt eine Gruppe von Jugendlichen in einer Zeitschleife hängen und erlebt denselben Tag immer wieder. Sie müssen den Weg raus finden, aber das ist nicht leicht und sehr spannend! Das Buch eignet sich für ältere Kids, die sehr gern und viel lesen!

>>> "Niemalsland" von Marisha Pessl

In "Die Mississippi-Bande" gehen ein paar Kinder gemeinsam auf eine abenteuerliche Schatzsuche. Es liest sich leicht und sehr unterhaltsam. Du kannst es auch lesen, wenn du jünger bist und nicht so viel Leseerfahrung hast.

>>> "Die Mississippibande" von Davide Morosinotto

Schmuckdesigner werden (siehe Beispielbild):

 
Geh unter die Schmuckdesigner! Schnapp die Papier und ein paar Stifte und dann entwirf den schönsten, besten, grandiosesten Schmuck, den du dir vorstellen kannst! Er darf crazy und sehr besonders sein! 

Natur genießen:


Bleib geduldig und gelassen, tausch dich häufig mit Freunden und lieben Menschen via Telefon, Chat und Video aus und erfreue dich an dem schönen Wetter. Mindestens einmal am Tag ein kurzer Spaziergang im Grünen hilft dir übrigens, die Zeit besser zu überstehen. Aber halte dabei trotzdem Abstand und bleibe weitgehend für dich! Wir müssen weiterhin alle gut aufeinander aufpassen!



Donnerstag, 7. Mai 2020

Rezension: "Dita und die 70er" von Christiane Kriebel

Handlung:


Die 70er- ein ganz gewöhnliches Jahrzehnt?
Die goldenen 60er sind vergangen, einfach an uns vorbeigezogen. Und dennoch, besondere Ereignisse, wie Mauerbau und Prag 1968 gleiten in das nächste Jahrzehnt hinein. Mit viel Engagement lässt uns Christiane Kriebel am "Alltagsleben in Ostberlin" der 70er teilhaben. Nichts wird ausgespart. Sei es die Kulturszene der DDR, die Stasi oder aber auch nur der allgemeine "Wahnsinn" dieses Jahrzehnts, mit dem die Menschen zu kämpfen haben oder es einfach nur genießen. Ein Roman, der bei "Älteren" Erinnerungen hervorruft und "Jüngeren" zum Verständnis dient. 


Mein Eindruck:


"Dita" zu lesen ist wie mit einer guten Freundin zu plaudern! Und Freundinnen hört man doch gern zu, nicht wahr? In lockerem Ton und gut nachvollziehbar schildert uns die junge Protagonistin eine Zeit, die sowohl für sie persönlich als auch für die Welt eine ganz besondere war. Wir erfahren die Ereignisse in Ditas Leben von der späten Jugendzeit, dem Studium und bis weit über die Familiengründung hinaus, beobachten dabei voller Lust und Neugier das gesellschaftliche und kulturelle Leben in Ostberlin und begegnen vielen Kuriositäten. Und Dita, ursprünglich aus einem ostdeutschen Dorf stammend, hat es weiß Gott nicht leicht: Sie erlebt nicht nur die Irrungen und Wirrungen der Liebe in verschiedenen Facetten, sondern sucht auch verzweifelt nach ihrem beruflichen und künstlerischen Weg und eckt mehr als einmal mit der heiligen Partei der DDR an. Mit viel Humor, Gefühl und einer ungewöhnlich scharfen Beobachtungsgabe gesegnet nimmt die mutige, starke und auf charmante Art aufsässige Frau uns mit durch ihr Auf und Ab im Leben.

Mir als Wendekind hat dieser Roman ganze Welten eröffnet, die gleichermaßen vertraut wie neu waren! Ich habe bisher nicht Gewusstes dazugelernt, mich aber auch an Vertrautes aus meiner eigenen Vergangenheit erinnert, was mich gedanklich - der Diktatur zum Trotz - in eine durchaus glückliche Kindheit zurückbrachte. Dita wurde mir zu einer Freundin, die so unterhaltsam und wortgewaltig erzählen kann, dass ich als Zuhörerin glaubte, ich sei tatsächlich dabei gewesen. Orte und Menschen entstanden wie aus dem Nichts vor meinem geistigen Auge, während ich mit Dita lachte, weinte und Dinge erlebte, die längst Geschichte sind, aber nicht vergessen werden sollten.

Das Buch ist inhaltlich schwergewichtig und liest sich doch leicht wie eine Feder. Es ist ein zeithistorisch bedeutsamer Augenzeugenbericht und gleichzeitig das Bekenntnis der Gedanken- und Gefühlswelt einer tollen, sensiblen, künstlerisch begabten Frau, die das Beste aus ihrer eingeschränkten Situation macht und wirklich etwas zu erzählen hat.

Fazit:


Ein Kleinod der deutsch-deutschen Geschichte, das tiefe Einblicke in die Zeit der Diktatur und in die Seele einer ganz besonderen Figur gibt.

Das Buch wurde mir von Autorin / Verlag zur Verfügung gestellt. Dafür danke ich von Herzen. Meine Meinung hat dies nicht beeinflusst.

Handlung und Cover (Quelle)

Mittwoch, 6. Mai 2020

Mittwoch-Mini-Coaching: Tipps gegen Jammern und Selbstmitleid

Jeden Mittwoch liefere ich dir kleine Tipps zu unterschiedlichen Themen, die du sofort umsetzen kannst.

Heute gibt es Ideen, um auch in schwierigen Situationen nicht im Selbstmitleid zu versinken.


  1. Egal, wie schwierig deine Lage gerade ist: Du machst sie nicht besser durch Jammern. Im Gegenteil! Die Energie, die du brauchst, um dein Problem zu lösen, geht durch Selbstmitleid verloren. Mach dir dies klar und nimm dir ganz bewusst vor, den Energieverlust durch Jammern nicht zuzulassen.
  2. Weil auch Verdrängen nicht zielführend ist, darfst du Jammerstunden einführen. Eine Stunde am Tag darfst du klagen und dir selbst leid tun, so viel du willst. Aber davor und danach stehen deine Fahnen auf Handlung, Vernunft und Zuversicht!
  3. Geh deinem Umfeld nicht mit den immer gleichen Klagen auf die Nerven. Sprich mit wenigen, ausgewählten Menschen über deine Probleme, aber versuche das auf eine konstruktive und zielfokussierte Art. Im Gespräch ergeben sich oft Lösungen, die man allein nicht gleich findet.
  4. Jag dem Flow nach, statt zu jammern! Wenn du dich kreativ beschäftigst, bist du abgelenkt und dein Geist ist beschäftigt. Er hat dann keine Lust mehr auf Selbstmitleid und auch keine Zeit dafür. 
  5. Tu dir selbst etwas Gutes! Dafür musst du natürlich erstmal herausfinden, was genau dir gut tut und es dann regelmäßig umsetzen. Wenn du gut für dich sorgst und gut auf dich aufpasst, wird der Drang, jammern zu wollen, ganz von selbst abnehmen. Begegne dir mitfühlend, aber nicht mitleidig!

Montag, 4. Mai 2020

Mit "Triosence" über den Tellerrand schauen: Warum Neues und Ungewohntes das Leben bereichert

Heute erzähle ich dir nicht, dass du unbedingt deine Komfortzone verlassen und etwas Ungewöhnliches wagen musst, um dich richtig gut zu fühlen! Ein Fallschirmsprung, eine Weltreise oder ein Blind Date mit Mr oder Mrs Unbekannt wären derzeit sowieso schwer realisierbar! Und die Komfortzone zu verlassen - also etwas zu tun, was richtig Überwindung kostet - ist nicht der einzige Ansatz, um den eigenen Blickwinkel zu erweitern. Ich habe noch einen zweiten, viel einfacheren Weg für dich dabei, der weder Aufwand kostet, noch viel Mut braucht.

Anfang des Jahres war ich auf einem Konzert, das ich niemals besucht hätte, wenn es nicht ein Geschenk für meinen wunderbaren Mann gewesen wäre: Die Jazzband "Triosence" gab sich im Laboratorium in Oldenburg vor einem kleinen, feinen Publikum die Ehre. Nun bin ich seit ungefähr 25 Jahren Dark-Wave-, Electro-, Gothic- und Symphonic Metal-Anhänger und konnte mit Jazz überhaupt nichts anfangen. Jazz war für mich Glenn Miller plus Band, aber auch nur, weil ich vor Unzeiten einmal diesen legendären Film gesehen hatte - und das reizte mich kein bisschen! Aber natürlich sollte mein Mann einen schönen Abend haben - es war ja ein Geschenk! Deshalb war ich zwar skeptisch, als die Musiker loslegten, aber auf eine fröhliche, lockere Art skeptisch. Ich wollte mich gern auf die Musik einlassen, die von meinen sonstigen Hörgewohnheiten erheblich abwich.

Und - was soll ich sagen! Triosence ist großartig! Mich umfingen eingängige Melodien, die sofort für gute Laune sorgten, unterhaltsame Geschichten, die von Bernhard Schüler (Gründer, Leader, Komponist und Pianist der Band) zwischendurch erzählt wurden, atemberaubende Soli an Kontrabass (Omar Rodriguez Calvo) und Schlagzeug (Tobias Schulte) und eine Menge Instrumente, die ich überhaupt nicht kannte! Mir erschloss sich an diesem Abend eine ganz neue Welt und ich verließ das Theater in bester Stimmung und mit Gänsehaut. Meine Begeisterung ging sogar noch weiter: Ich lernte durch Recherche viel über die mir bislang unbekannten Instrumente - auf die Idee, sowas mal zu googeln, wäre ich ohne diesen Anstupser gar nicht gekommen! Und natürlich höre ich Triosence auch heute noch hin und wieder, vorzugsweise an trüben Tagen, die ein bisschen Leichtigkeit und ein gutes Gefühl brauchen.   

Klingt zu simpel? Mag sein! Aber wie oft passiert uns das, dass wir etwas grundsätzlich ablehnen, ohne es zu kennen? Dass wir jemandem keine Chance geben, weil er nicht unseren Vorstellungen entspricht? Dass wir uns selbst der Möglichkeit berauben, etwas Neues kennen- und vielleicht sogar lieben zu lernen? Wie oft weichen wir überhaupt von unseren gewohnten Pfaden ab und beschäftigen uns mit etwas, das bislang nicht Teil unseres Alltags war?

Mein Tipp für dich ist heute ein Video, damit du selbst in die Musik, die mich so geflasht hat, einmal reinhören kannst:




Und zwei weitere Ideen:


  1. Bitte fünf Leute, die du kennst, dir ihre Lieblingsband zu nennen. (Das dürfen gern auch Menschen aus anderen Generationen sein!) Höre dir einmal an, was die anderen gern mögen und verzichte darauf, gleich ein Urteil zu fällen. Einfach lauschen und nicht werten! Entdeckst du was Neues? Erlebst du etwas Ungewöhnliches? Fühlst du dich ein bisschen anders?
  2. Schicke fünf Leuten einen Link von deiner Lieblingsmusik mit dem Tipp, mal reinzuhören, ebenfalls ohne zu werten. Das darf auch etwas Ungewöhnliches sein! Verschicke, was dich glücklich macht! Vielleicht tauscht ihr euch nachher darüber aus? 

Freitag, 1. Mai 2020

Qual und Pein im Sumpf der Depressionen

Am Freitag, den 01. Mai erschien ein wunderbarer und sehr schön formulierter Artikel in der der TA und der TLZ in Eisenach, der mein Buch "Die meisten Likes" vorstellt.

Herzlichen Dank an Norman Meißner für diese gelungenen Zeilen.

Nachzulesen sind sie hier:

>>> Thüringische Landeszeitung

>>> Thüringer Allgemeine

>>> Artikel lesen